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AK Awards 2013

31 Dez

Weil es mir im letzten Jahr eine solche Freude war, in Form einer fiktiven Preisverleihung auf die Filme, Serien, Bücher und Spiele zurückzublicken, die ich in den vorangegangenen 12 Monaten besonders gut (oder auch schlecht) fand, mache ich es dieses Jahr wieder. Einmal mehr habe ich in verschiedenen Kategorien (aus den 17 vom letzten Jahr sind 14 geworden) jeweils 3 Kandidaten nominiert, und die übliche dreiköpfige Jury, bestehend aus mir, Alexander und Herrn Kords, hat einen Sieger gekürt. Wieder einmal ging es nicht darum, wann das Medium herauskam bzw. aktuell war, sondern darum, dass ich es im Jahr 2013 wahrgenommen bzw. konsumiert habe.

Bester Film

Es sind nominiert:

Compliance
Hänsel & Gretel Hexenjäger
Hitchcock

Ich habe festgestellt, dass ich in diesem Jahr gar nicht so viele Filme geschaut habe. Eindeutiger Gewinner in dieser Kategorie ist Hitchcock.

Bester Horrorfilm

Wie im letzten Jahr behandle ich die Horrorfilme extra, weil sie einmal mehr mein favorisiertes Genre darstellt haben. Nomoniert sind:

Alexandre Ajas Maniac
The ABCs Of Death
Wake Up And Die

Wake Up And Die war nicht so toll, The ABCs Of Death war leider nicht durchgängig gut, und deshalb gewinnt in dieser Kategorie Alexandre Ajas Maniac, vor allem wegen seines beeindruckenden Soundtracks.

Beste Comedy-Serie

Nominiert sind:

Ground Floor
Seed
Whitney

In dieser Kategorie konnte ich wie letztes Jahr aus dem Vollen schöpfen. Sowohl eine neue (Ground Floor) als auch eine bereits abgesetzte (Whitney) als auch eine kanadische Serie (Seed) sind nominiert. Es gewinnt Whitney wegen seines durchweg lustigen und sympathischen Ensembles und realistisch erzählter Geschichten.

Lustigste Serienfigur

Nominiert sind:

Max Black (Kat Dennings) – 2 Broke Girls
Remington Mansfield (John C. McGinley) – Ground Floor
Whitney Cummings (Whitney Cummings) – Whitney

Schade für die beiden nominierten Frauen, dass „Dr. Cox“ John C. McGinley nach dem Ende von Scrubs wieder in einer Serie zu sehen ist, denn dessen Darstellung des Firmenchefs Remington Mansfield in Ground Floor fand ich dieses Jahr am lustigsten.

Beste Drama-Serie

Nominiert sind:

American Horror Story
Orange Is The New Black
Under The Dome

Wieder einmal lag mein Fokus im Serienbereich eher auf den Comedys, weshalb die drei Nominierten sämtliche Drama-Serien sind, von denen ich 2013 überhaupt etwas gesehen habe. Die Gewinnerserie ist American Horror Story (war übrigens im letzten Jahr schon nominiert), von der ich die erste Staffel geschaut habe und die ich sehr gut gemacht fand.

Größte Serien-/Film-Enttäuschung

Nominiert sind:

Das Remake von „Evil Dead“
Der „Tatort: Kalter Engel“ aus Erfurt
Die Absetzung von „Go On“

Ich hatte mich sehr auf „Evil Dead“ gefreut, wurde aber sehr enttäuscht. Warum die meiner Meinung nach sehr gute Serie „Go On“ mit Matthew Perry nach nur einer Staffel abgesetzt wurde, war mir nicht klar. Aber was sich die Macher beim ersten Tatort aus meiner Heimatstadt Erfurt gedacht habe, entzieht sich komplett meinem Verständnis. Die Folge hatte ein schreckliches, wenig aufregendes Drehbuch, das noch dazu sexistisch war, ein unsympathisches Ermittlerteam, und sie zeigte noch nicht einmal was von der schönen Stadt. Der „Sieger“ in dieser Kategorie ist also „Tatort: Kalter Engel“.

Bestes Musikalbum

Nominiert sind:

„Orca“ von Serj Tankian
„The Golden Age“ von Woodkid
„Wagner: Reloaded“ von Apocalyptica

Man erkennt möglicherweise eine Tendenz zu orchestraler Musik. Letztlich ist es eine hauchdünne Entscheidung zugunsten von Woodkids „The Golden Age“, weil hier noch guter Gesang dazukommt.

Bester YouTube-Kanal

In dieser neuen Kategorie sind nominiert:

DVDKritik
Trigger.TV
zqnce

Durch seine Vielseitigkeit gewinnt Trigger.TV, das mittlerweile Wahre Verbrechen, wahre Storys heißt.

Bestes Buch

Nominiert sind:

„Das große Heft“ von Ágota Kristóf
„Der Beweis“ von Ágota Kristóf
„Tabu“ von Ferdinand von Schirach

Wie im letzten Jahr habe ich auch 2013 viel zu wenig gelesen – das zeigt sich nicht zuletzt darin, dass zwei Bücher einer Autorin nominiert sind. Die gewinnt aber nicht, sondern „Tabu“ von Ferdinand von Schirach als spannendes und stilistisch interessantes Buch.

Bestes iOS-Spiel

Nominiert sind:

Badland
Crowman & Wolfboy
Limbo

Eigentlich müsste Limbo gewinnen, aber das wäre zu einfach, nicht zuletzt, weil es sich um die Portierung des schon seit Jahren existenten Konsolenspiels handelt. Daher gewinnt Badland wegen seiner tollen Grafik und der abwechslungsreichen Level-Gestaltung.

Bestes schlechtes Spiel mit langer Spielzeit

Eine weitere neue Kategorie, in der es die folgenden Nominierten gab:

Angry Birds Go!
Bike Baron
Build-A-Lot 3

Alle drei könnte man als meine „Guilty Pleasures“ bezeichnen, da sie alle nicht sehr gut sind, ich aber trotzdem viel Zeit mit ihnen verbracht habe. Weil es das am wenigsten eintönige Spiel ist und die Idee des Originalspiels recht gut aufnimmt, gewinnt hier Angry Birds Go!.

Bester Podcast

Nominiert sind:

Fortsetzung folgt
LeCast
Sanft & Sorgfältig

Zum kleineren Teil aus Lokalpatriotismus (die Macher kommen aus Thüringen), zum größeren Teil aber, weil der Podcast mein Lieferant für Serienvorschläge ist, gewinnt hier Fortsetzung folgt.

Unterhaltsamste Medienperson des Jahres

Da muss es keine weiteren Nominierten geben, der Sieger heißt (wie im letzten Jahr) eindeutig Jan Böhmermann.

Nervensäge des Jahres

Hier sind nominiert:

Boris Becker
Robert Lewandowski
Uli Hoeneß

Auffälligerweise kommen alle drei aus dem Umfeld des Sports. Lewandowski darf gerne endlich nach München gehen, und der scheinheilige Hoeneß wird sehr wahrscheinlich nicht dorthin gehen, wo er eigentlich hingehen müsste, wenn alles mit rechten Dingen zugeht. Am anstrengendsten, weil auch das-eigene-Denkmal-zerstörend fand ich die medialen Auftritte von Boris Becker, der in dieser Kategorie „gewinnt“.

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„Der Beweis“ von Ágota Kristóf

21 Nov

beweisDie Handlung von „Der Beweis“ setzt genau am Ende von „Das große Heft“ ein, dem ersten Buch der Ungarin Ágota Kristóf, die im Jahr 1956 vor dem Ungarischen Volksaufstand (und vor allem dessen gewaltsamer Niederschlagung durch die sowjetische Armee) in die Schweiz floh. Hier habe ich bereits über „Das große Heft“ geschrieben.

Lucas kehrt zurück in das Haus seiner Großmutter, in dem er zusammen mit seinem Zwillingsbruder Claus gelebt hat, seit die beiden 9 Jahre alt waren. Er vegetiert vor sich hin, vergisst sich um Garten und Haushalt zu kümmern, bis ein befreundeter Bauer ihn besucht und ihm hilft, wieder zu sich zu kommen. Im Laufe des Romans nimmt Lucas eine junge Mutter und ihr aus einer inzestuösen Beziehung mit ihrem Vater geborenes Kind bei sich auf. Als die Mutter verschwindet, kümmert sich Lucas um das verkrüppelte, aber höchst intelligente Kind, als wäre es sein eigenes. Zugleich besucht er aber auch jeden Abend den alten Pfarrer der Stadt und spielt mit ihm Schach, betrinkt sich in Kneipen und stellt der Bibliothekarin Clara nach. Es wird bald klar, dass Lucas nach seiner lieblosen Kindheit auf der Suche nach Zuneigung ist.

Im Unterschied zu „Das große Heft“ werden in „Der Beweis“ Namens- und Altersangaben gemacht. Nur die vorkommenden Städte und Länder werden nicht beim Namen genannt. Durch die Herkunft und die Biographie der Autorin ist allerdings klar, dass die Geschichte in einer ungarischen Stadt in der Nähe der österreichischen Grenze spielt, und zwar nach dem Zweiten Weltkrieg. Auch der Volksaufstand und seine Niederschlagung im Jahr 1956 werden thematisiert. Die gesamte Stimmung im Buch ist geprägt von der Nachkriegszeit, überall herrscht Angst und Mittellosigkeit.

Die Sprache von „Der Beweis“ ist ausgefeilter und nicht mehr so simpel gehalten wie in der Vorgeschichte. Am Ende kommt Claus zurück in die Stadt und sucht seinen Zwillingsbruder. Dabei wird angedeutet, dass „Der Beweis“ – ebenso wie „Das große Heft“ – vom Protagonisten selbst niedergeschrieben wurde. Allerdings verschwimmen die Realität und die Vorstellung der beiden Brüder in dem Punkt, dass nicht klar ist, ob der andere überhaupt existiert.

Ich war zeitweise gefesselt von der Geschichte, die „Der Beweis“ erzählt, war an einer Stelle schockiert und den Tränen nah, fand das Ende allerdings ein wenig verwirrend. Was mich zudem ein wenig wunderte, war, dass aus dem gefühlskalten Lucas aus „Das große Heft“ ein mitfühlender Mensch geworden ist, ohne dass er eine merkliche Entwicklung dahin durchgemacht hätte. Da „Der Beweis“ der zweite Teil einer Trilogie ist, werde ich in den nächsten Tagen auch „Die dritte Lüge“ lesen und hier davon berichten.

„Das große Heft“ von Ágota Kristóf

11 Nov

dasgrosseheftLetzter Woche hörte ich in der Sendung „Filme der Woche“ bei Deutschlandradio Kultur von einem ungarischen Film, der Ende der letzten Woche ins Kino kam. Er heißt „Das große Heft“ und basiert auf einem Roman der Ungarin Ágota Kristóf. Weil ich die Handlungsbeschreibung interessant fand, habe ich mir am Freitag kurzerhand das Buch aus der Bibliothek ausgeliehen. Ich war allerdings überrascht, als auf dem Titelblatt gelesen habe, dass das Buch aus dem Französischen und nicht aus dem Ungarischen übersetzt wurde. Das liegt daran, dass Ágota Kristóf im Jahr 1956 aus Ungarn geflohen und in die Schweiz immigriert ist. „Le grand cahier“, so der Originaltitel von „Das große Heft“, erschien 1986 und wurde in französischer Sprache geschrieben.

„Das große Heft“ erzählt von zwei kleinen Jungen, Zwillingen, die von ihrer Mutter bei deren Mutter gelassen werden, damit sich diese um sie kümmert, während ein Krieg tobt. Die Großmutter hat ihre Enkel noch nie gesehen und hat ein schlechtes Verhältnis zu ihrer Tochter, nimmt aber die Kinder bei sich auf, lässt sie in der kalten Küche auf einer Holzbank schlafen und den ganzen Tag im Garten und im Haushalt schuften. Die Kinder härten sich im Laufe der Zeit immer mehr gegen die äußeren Umstände ab, indem sie sich gegenseitig schlagen und beleidigen, sich blind und taub stellen oder hungern. Sie beginnen, Tiere umzubringen und verschaffen sich durch ihre Gefühllosigkeit Respekt bei den Menschen des Dorfes.

In das titelgebende „große Heft“ schreiben die Zwillinge in nüchterner Sprache auf, was sie erleben; diese kurzen Aufsätze stellen dann die rund 2 bis 4 Seiten langen Kapitel des Buches dar. In der Geschichte gibt es keine Namen, die Städte werden „Große Stadt“ und „Kleine Stadt“ genannt, die Nachbarin „Hasenscharte“, ansonsten alle Personen bei ihrem Beruf. Es ist nicht klar, wie alt die Zwillinge sind, aus kleinen Hinweisen lässt sich schließen, dass sie um die 10 Jahre alt sind. Der Krieg ist der Zweite Weltkrieg, das Land ist Ungarn, das Nachbarland Österreich, die Bösen sind die Deutschen, die vermeintlich Guten die Russen.

Die Sprache transportiert sehr radikal die Härte des Lebens, das die Zwillinge durch den Krieg führen müssen, wobei dadurch allerdings eine für meinen Geschmack zu große Distanz zum Leser entsteht. Außerdem gibt es einige Szenen im Buch, die schockieren sollen, aber nichts zur Handlung beitragen (Stichwort Sodomie). Insgesamt bringt „Das große Heft“ aber sehr zum Nachdenken und wird gegen Ende hin immer gnadenloser – vor allem, wenn die Zwillinge erst ihre Mutter und dann ihren Vater wiedersehen. Das Buch ist übrigens Teil einer Trilogie (es folgen noch „Der Beweis“ und „Die dritte Lüge“), die das Leben der Zwillinge verfolgt. Und ich mache mich jetzt auf den Weg, um mir die anderen beiden Bücher auszuleihen.

Scheck und Schirach

5 Nov

Eigentlich mag ich Denis Scheck. Oder besser: Ich mag seine Literatursendung „Druckfrisch“. Wer sie nicht kennt: „Druckfrisch“ kommt meist am letzten Sonntag eines Monats eine halbe Stunde vor Mitternacht in der ARD und beinhaltet hauptsächlich Interviews, die der moderierende Literaturkritiker Denis Scheck mit mehr oder weniger bekannten Autoren führt. Ein festes Element sind außerdem die Vorstellung eines Buches zu Beginn und die Kritik an den 10 Büchern, die sich zum Zeitpunkt der Ausstrahlung an der Spitze der Spiegel-Bestsellerliste befinden. In manchen Sendungen begibt sich Scheck auch in eine Buchhandlung und empfiehlt dort Menschen Bücher (was er aber meiner Meinung nach selten zu den Lese-Vorlieben besagter Menschen passend tut).

Ich habe „Druckfrisch“ als Video-Podcast abonniert, was es mir ermöglicht, bestimmte Inhalte zu überspringen. In letzter Zeit tue ich dies immer öfter mit den Interviews, weil ich Schecks Art, mit den Menschen zu reden, zunehmend anstrengend finde, da er vor allem oft ins Wort fällt und unterbricht. Somit bleibt für mich nicht mehr viel von der Sendung übrig. Von jeher mag ich aber die Kritik an der Bestsellerliste, bei der Scheck in einer Lagerhalle steht und (seiner Meinung nach) schlechte Bücher über ein Förderband in eine Kiste rutschen lässt. Und mit der Wortgruppe, die ich im vorherigen Satz in Klammern geschrieben habe, hat die nun folgende Meinungsäußerung zu tun.

In der letzten Sendung (der vom 27. Oktober) kam es dazu, dass Scheck seine Meinung über Ferdinand von Schirachs Buch „Tabu“ kundtat, welches sich auf dem 5. Platz der Bestsellerliste befand (meine Meinung zu „Tabu“ gibt es hier). Und diese Meinung sah so aus (in Videoform auch hier):

„Pimp my Krimi“ ist die Devise von Ferdinand von Schirach. Nun hat er einen mit Fragen wie „Was ist Schuld?“ aufgebrezelten Künstlerroman geschrieben, mit brutalen Stiefvätern, die wehrlosen Katzen in den Bauch treten, mysteriösen Halbschwestern und Pornoproduzenten, deren Filme „Venus im Spermabad“ heißen. Manche Menschen verwechseln diese karge Hauptsatzprosa, die sich an den Wonnen des Boulevards von Mord, Totschlag und in Rohrreiniger aufgelösten Babyleichen aufgeilt, mit Literatur. Das ist ein Irrtum.

Ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass meiner Meinung nach die Bücher von Ferdinand von Schirach gerade wegen ihrer „kargen Hauptsatzprosa“ zum besten gehören, was es zur Zeit auf Deutsch zu lesen gibt, aber ich finde, dass sich Scheck mit seiner Kritik ein ordentliches Stück zu weit aus dem Fenster lehnt. Mal abgesehen davon, dass er in die 35 Sekunden, in denen er über das Buch spricht, gleich zwei inhaltliche Fehler einbaut (der „Stiefvater“ ist der Vater, sonst gäbe es auch keine Halbschwester; „Babyleichen“ werden ganz sicher im Buch nicht aufgelöst, weil keine Babys sterben), finde ich es anmaßend, zu behaupten, dass etwa keine Literatur ist, nur weil es dem feinen Herrn Kritiker nicht gefällt. Aber vielleicht hatte Scheck auch einen schlechten Tag, denn gleich im Anschluss an die „Besprechung“ von „Tabu“ verreißt er „Das Ungeheuer“ von Terézia Mora, und das hat immerhin den Deutschen Buchpreis gewonnen.

Wie es „Emma“ bei Amazon ergeht: Ein zweiter Erfahrungsbericht

1 Okt

Ich hatte hier schon darüber berichtet, wie es war, mein E-Book „Emma. Ein Noir-Groschenroman“ für den Verkauf bei Amazon vorzubereiten und letztlich online zu stellen. Jetzt, da das Buch seit gut 2 Wochen erhältlich ist, möchte ich etwas darüber schreiben, was so passiert, wenn man bei Amazon als Autor geführt wird.

Bei Kindle Direct Publishing gibt es neben dem Menüpunkt „Bücherregal“, unter dem man neue Bücher online stellen sowie die Informationen von bereits online gestellten Büchern (oder gleich die gesamte Textdatei) ändern kann, den Punkt „Berichte“. Hier findet man eine tabellarische Übersicht über die verkauften Exemplare und die dadurch verdienten Tantiemen. Außerdem kann man sich eine Excel-Datei mit den Tantiemen der letzten 12 Monate erstellen lassen; das traf für mich aber noch nicht zu, weil das immer nur am 15. eines Monats gemacht wird. Die Berichte werden für die einzelnen Shops (amazon.de, .com, .co.uk und so weiter) separat gemacht, so dass die Autoren, die für mehrere Märkte schreiben, immer hin und her schalten müssen. In meinem Fall finde ich neben den Verkäufen auf amazon.de auch einen bei .co.uk, weil sich mein alter Freund Arne, der in Großbritannien lebt, ein Exemplar gekauft hat.

Was ich ein bisschen schade finde, ist, dass man nicht sehen kann, wie viele Zugriffe es auf die Produktseite des eigenen Buches gab. So könnte man nämlich einschätzen, ob man die Produktbeschreibung ändern muss (wenn es zwar viele Zugriffe, aber keine Verkäufe gibt), oder ob man überhaupt erst einmal dafür sorgen muss, dass die Leute auf die Produktseite gehen.

Es gibt noch eine zweite Seite für Amazon-Autoren (wobei ich nicht ganz verstehe, warum die beiden Seiten nicht zu einer zusammengefasst sind), nämlich Author Central. Auch hier loggt man sich mit seinem regulären Amazon-Account ein. Dann kann man seine Autorenseite erstellen, zu der dann von der Produktseite des Buches aus verlinkt wird; meine Autorenseite ist hier zu finden. Außerdem bekommt man ein grafische Darstellung über den Verlauf, den das eigene Buch in den Verkaufscharts genommen hat. Ich finde das relativ unsinnig, habe aber dennoch Spaß daran, zu verfolgen, wohin die Kurve so steigt und fällt. Meine beste Platzierung war übrigens Platz 7.231 am 25. September. Bei dieser Statistik kann man – im Gegensatz zu den Übersichten bei Kindle Direct Publishing – nicht zu anderen Länder-Shops umschalten.

Man kann mit Author Central auch Veranstaltungen wie Lesungstermine oder Autorenvideos zum eigenen Autorenprofil hinzufügen, aber das trifft ja auf mich (noch?) nicht zu. Insgesamt finde ich es ein bisschen umständlich, die statistischen Werte rund um die eigene Publikation zu erhalten, eben weil man auf zwei Seiten und in einigen Menüs unterwegs ist. Da ist meiner Meinung nach noch Potential zur übersichtlicheren Gestaltung.

Wie „Emma“ zu Amazon kam: Ein Erfahrungsbericht

26 Sep

Beim Schreiben meines Buches „Emma“ ging es mir in erster Linie um zwei Dinge: den Spaß daran, eine Geschichte zu kreieren und die Erfahrung, ein E-Book online zu stellen. Über letzteres möchte ich nun kurz berichten, weil es vielleicht für den ein oder anderen potentiellen E-Book-Autoren von Interesse ist.

Zunächst fand ich es sehr hilfreich, das fertige Manuskript auf dem Programm „Kindle Previewer“ anzuschauen, das von Amazon kostenlos zur Verfügung gestellt wird. Das simuliert nämlich, wie die Datei als E-Book auf einem Kindle und anderen Readern aussehen wird. Dabei ist mir aufgefallen, dass es zu Fehlern in der Formatierung kommt, wenn man eine PDF-Datei in das Kindle-Format überträgt – zumindest war es bei mir so. Es wurden nämlich nicht nur an den Stellen Zeilenumbrüche gemacht, an denen ich es wollte, sondern auch willkürliche, die dafür sorgten, dass zuweilen ein einzelner Satz in einer Zeile stand. Abhilfe geschaffen hat nach langem Experimentieren schließlich die Lösung, das als DOC gespeicherte Manuskript in HTML zu speichern und dann in den Previewer zu schieben.

Sehr praktisch fand ich es beim finalen Korrekturlesen, auf meinem Computer mit zwei Fenstern zu arbeiten. Links hatte ich den Previewer mit der Kindle-Ansicht des Textes, in der ich gelesen habe, und rechts die DOC- bzw. HTML-Datei, in der ich sofort die Korrekturen einfügen konnte.

Als ich mit dem Manuskript zufrieden war, ging es ans Einstellen bei Kindle Direct Publishing. Dort kann man sich mit seinem regulären Amazon-Käufer-Account anmelden und ist dann gleich mit einer Abfrage konfrontiert, in der man über steuerliche Fragen Auskunft geben muss. Da die Fragen sich ausschließlich auf die USA beziehen, sind sie recht schnell beantwortet, und man kommt zu einem Menü mit 4 Punkten. Zwei davon sind relevant; eines, nämlich „Bücherregal“, sofort, das andere, „Berichte“, später.

In „Bücherregal“ stellt man sein Buch ein, indem man auf „Einen neuen Titel hinzufügen“ klickt. Dann kommt man auf ein Formular mit allerhand auszufüllenden und anzuklickenden Feldern, die die eigene Publikation betreffen. Da hat man erst einmal die Möglichkeit, sein E-Book bei KDP Select anzumelden. Tut man dies, so bietet man es 90 Tage lang exklusiv bei Amazon an. Dafür kann es dann ausgeliehen und an 5 Tagen kostenlos angeboten werden; das generiert Reichweite. Dann gibt man Informationen wie Titel, Versionsnummer und Mitwirkende ein und erstellt den Beschreibungstext, der am Ende auf der Artikelseite erscheint. Auch kann man bis zu zwei Kategorien bestimmen, in denen das Buch erscheinen soll, sowie bis zu 7 Suchschlagwörter. Anschließend kann man mit der Online-Anwendung „Cover Creator“ einen Bucheinband erstellen, wenn man nicht selbst ein Cover zusammengebaut hat. Der Creator ist ein wenig unflexibel in der Platzierung der Textfelder, macht seine Aufgabe aber ansonsten ganz anständig. Zu guter Letzt lädt man die Datei mit dem Manuskript hoch und klickt ganz unten auf „Speichern und fortfahren“.

So erreicht man das zweite Formular, in dem man auswählt, für welche Länder man die Rechte an seiner Publikation hält. Um nicht 246 Mal klicken zu müssen, kann man auch ganz einfach „Weltweite Rechte“ anklicken. Dann kommt der Teil, der wahrscheinlich für die meisten Self-Publisher der interessanteste ist: der Buchpreis. Zunächst entscheidet man, ob man 35 oder 70 Prozent des Verkaufspreises behalten möchte. Warum genau das so ist, ist mir noch immer nicht so richtig klar. Die einzige für mich relevante (wenn auch nicht logische) Information war die, dass man für die 70%-Lösung einen Preis zwischen 2,60 und 9,70 Euro bestimmen muss. Die Preisspannen der anderen Amazon-Shops (.com, .co.uk, .co.jp, .com.mx und so weiter) liegen ähnlich und können allesamt automatisch auf Basis des Dollar-Preises festgelegt werden.

Schließlich klickt man ganz unten auf „Speichern und veröffentlichen“. Es dauert bis zu 24 Stunden, bis das Buch bei Amazon gelistet ist, und bis zu 48 Stunden, bis es auch erhältlich ist. Bei „Emma“ war es viel kürzer, da kam es innerhalb weniger Stunden online.

In den nächsten Tagen kommt der zweite Teil meines Erfahrungsberichts, in dem ich darüber schreibe, was passiert, wenn das Buch schließlich verfügbar ist.

Meine 12 Lieblingsbücher

18 Sep

Die Bücherphilosophin hat dieser Tage eine großartige Aktion gestartet, an der ich sehr gerne teilnehmen möchte. Die Aktion heißt „Die Lieblingsbücher-Challenge“, und es geht darum, ab Oktober über ein Jahr verteilt die eigenen 12 Lieblingsbücher noch einmal zu lesen. Für mich ist diese Herausforderung aus dreierlei Hinsicht interessant.

Zum einen werde ich durch sie „gezwungen“, endlich mal wieder zu lesen. Ich habe nämlich die dumme Befürchtung, dass ich in diesem Jahr noch kein einziges Buch beendet habe. Natürlich, ich habe viel Zeit mit meiner Tochter verbracht, habe selbst ein E-Book („Emma“) geschrieben, aber ich habe auch sehr viele Episoden von Serien geschaut, als ich genauso gut auch hätte lesen können. Ergo: Wieder mehr lesen!

Zum anderen kann ich mir so Gedanken darüber machen, welche Bücher ich eigentlich als meine Lieblingsbücher bezeichnen würde. Auf Anhieb würden mir um die 6 Bücher einfallen, aber um auf 12 zu kommen, muss ich erst mein „Leseleben“ Revue passieren lassen. Und das wird mir viel Spaß machen, das weiß ich schon jetzt.

Dazu kommt, dass ich (analog zur aktuell etwas ins Stocken geratenen Aktion Hundert Helden) auf meinem Blog eine neue Kategorie starten kann: Meine 12 Lieblingsbücher. Teil der Challenge ist nämlich, dass man die gelesenen Bücher dann auch rezensiert.

So sieht übrigens das Logo der Aktion aus: