Wie „Emma“ zu Amazon kam: Ein Erfahrungsbericht

26 Sep

Beim Schreiben meines Buches „Emma“ ging es mir in erster Linie um zwei Dinge: den Spaß daran, eine Geschichte zu kreieren und die Erfahrung, ein E-Book online zu stellen. Über letzteres möchte ich nun kurz berichten, weil es vielleicht für den ein oder anderen potentiellen E-Book-Autoren von Interesse ist.

Zunächst fand ich es sehr hilfreich, das fertige Manuskript auf dem Programm „Kindle Previewer“ anzuschauen, das von Amazon kostenlos zur Verfügung gestellt wird. Das simuliert nämlich, wie die Datei als E-Book auf einem Kindle und anderen Readern aussehen wird. Dabei ist mir aufgefallen, dass es zu Fehlern in der Formatierung kommt, wenn man eine PDF-Datei in das Kindle-Format überträgt – zumindest war es bei mir so. Es wurden nämlich nicht nur an den Stellen Zeilenumbrüche gemacht, an denen ich es wollte, sondern auch willkürliche, die dafür sorgten, dass zuweilen ein einzelner Satz in einer Zeile stand. Abhilfe geschaffen hat nach langem Experimentieren schließlich die Lösung, das als DOC gespeicherte Manuskript in HTML zu speichern und dann in den Previewer zu schieben.

Sehr praktisch fand ich es beim finalen Korrekturlesen, auf meinem Computer mit zwei Fenstern zu arbeiten. Links hatte ich den Previewer mit der Kindle-Ansicht des Textes, in der ich gelesen habe, und rechts die DOC- bzw. HTML-Datei, in der ich sofort die Korrekturen einfügen konnte.

Als ich mit dem Manuskript zufrieden war, ging es ans Einstellen bei Kindle Direct Publishing. Dort kann man sich mit seinem regulären Amazon-Käufer-Account anmelden und ist dann gleich mit einer Abfrage konfrontiert, in der man über steuerliche Fragen Auskunft geben muss. Da die Fragen sich ausschließlich auf die USA beziehen, sind sie recht schnell beantwortet, und man kommt zu einem Menü mit 4 Punkten. Zwei davon sind relevant; eines, nämlich „Bücherregal“, sofort, das andere, „Berichte“, später.

In „Bücherregal“ stellt man sein Buch ein, indem man auf „Einen neuen Titel hinzufügen“ klickt. Dann kommt man auf ein Formular mit allerhand auszufüllenden und anzuklickenden Feldern, die die eigene Publikation betreffen. Da hat man erst einmal die Möglichkeit, sein E-Book bei KDP Select anzumelden. Tut man dies, so bietet man es 90 Tage lang exklusiv bei Amazon an. Dafür kann es dann ausgeliehen und an 5 Tagen kostenlos angeboten werden; das generiert Reichweite. Dann gibt man Informationen wie Titel, Versionsnummer und Mitwirkende ein und erstellt den Beschreibungstext, der am Ende auf der Artikelseite erscheint. Auch kann man bis zu zwei Kategorien bestimmen, in denen das Buch erscheinen soll, sowie bis zu 7 Suchschlagwörter. Anschließend kann man mit der Online-Anwendung „Cover Creator“ einen Bucheinband erstellen, wenn man nicht selbst ein Cover zusammengebaut hat. Der Creator ist ein wenig unflexibel in der Platzierung der Textfelder, macht seine Aufgabe aber ansonsten ganz anständig. Zu guter Letzt lädt man die Datei mit dem Manuskript hoch und klickt ganz unten auf „Speichern und fortfahren“.

So erreicht man das zweite Formular, in dem man auswählt, für welche Länder man die Rechte an seiner Publikation hält. Um nicht 246 Mal klicken zu müssen, kann man auch ganz einfach „Weltweite Rechte“ anklicken. Dann kommt der Teil, der wahrscheinlich für die meisten Self-Publisher der interessanteste ist: der Buchpreis. Zunächst entscheidet man, ob man 35 oder 70 Prozent des Verkaufspreises behalten möchte. Warum genau das so ist, ist mir noch immer nicht so richtig klar. Die einzige für mich relevante (wenn auch nicht logische) Information war die, dass man für die 70%-Lösung einen Preis zwischen 2,60 und 9,70 Euro bestimmen muss. Die Preisspannen der anderen Amazon-Shops (.com, .co.uk, .co.jp, .com.mx und so weiter) liegen ähnlich und können allesamt automatisch auf Basis des Dollar-Preises festgelegt werden.

Schließlich klickt man ganz unten auf „Speichern und veröffentlichen“. Es dauert bis zu 24 Stunden, bis das Buch bei Amazon gelistet ist, und bis zu 48 Stunden, bis es auch erhältlich ist. Bei „Emma“ war es viel kürzer, da kam es innerhalb weniger Stunden online.

In den nächsten Tagen kommt der zweite Teil meines Erfahrungsberichts, in dem ich darüber schreibe, was passiert, wenn das Buch schließlich verfügbar ist.

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2 Antworten to “Wie „Emma“ zu Amazon kam: Ein Erfahrungsbericht”

  1. Miss Booleana 28. September 2013 um 07:37 #

    Da warst du aber schnell mit dem Artikel 🙂 Hätte nicht gedacht, dass da so viel mit dran hängt von wegen KDP Select und Bücherregal usw.

    • Alex 29. September 2013 um 18:31 #

      Ja, es ist einiges, was man da machen muss. Aber es war auch interessant, das mal zu sehen.

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