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Wie es „Emma“ bei Amazon ergeht: Ein zweiter Erfahrungsbericht

1 Okt

Ich hatte hier schon darüber berichtet, wie es war, mein E-Book „Emma. Ein Noir-Groschenroman“ für den Verkauf bei Amazon vorzubereiten und letztlich online zu stellen. Jetzt, da das Buch seit gut 2 Wochen erhältlich ist, möchte ich etwas darüber schreiben, was so passiert, wenn man bei Amazon als Autor geführt wird.

Bei Kindle Direct Publishing gibt es neben dem Menüpunkt „Bücherregal“, unter dem man neue Bücher online stellen sowie die Informationen von bereits online gestellten Büchern (oder gleich die gesamte Textdatei) ändern kann, den Punkt „Berichte“. Hier findet man eine tabellarische Übersicht über die verkauften Exemplare und die dadurch verdienten Tantiemen. Außerdem kann man sich eine Excel-Datei mit den Tantiemen der letzten 12 Monate erstellen lassen; das traf für mich aber noch nicht zu, weil das immer nur am 15. eines Monats gemacht wird. Die Berichte werden für die einzelnen Shops (amazon.de, .com, .co.uk und so weiter) separat gemacht, so dass die Autoren, die für mehrere Märkte schreiben, immer hin und her schalten müssen. In meinem Fall finde ich neben den Verkäufen auf amazon.de auch einen bei .co.uk, weil sich mein alter Freund Arne, der in Großbritannien lebt, ein Exemplar gekauft hat.

Was ich ein bisschen schade finde, ist, dass man nicht sehen kann, wie viele Zugriffe es auf die Produktseite des eigenen Buches gab. So könnte man nämlich einschätzen, ob man die Produktbeschreibung ändern muss (wenn es zwar viele Zugriffe, aber keine Verkäufe gibt), oder ob man überhaupt erst einmal dafür sorgen muss, dass die Leute auf die Produktseite gehen.

Es gibt noch eine zweite Seite für Amazon-Autoren (wobei ich nicht ganz verstehe, warum die beiden Seiten nicht zu einer zusammengefasst sind), nämlich Author Central. Auch hier loggt man sich mit seinem regulären Amazon-Account ein. Dann kann man seine Autorenseite erstellen, zu der dann von der Produktseite des Buches aus verlinkt wird; meine Autorenseite ist hier zu finden. Außerdem bekommt man ein grafische Darstellung über den Verlauf, den das eigene Buch in den Verkaufscharts genommen hat. Ich finde das relativ unsinnig, habe aber dennoch Spaß daran, zu verfolgen, wohin die Kurve so steigt und fällt. Meine beste Platzierung war übrigens Platz 7.231 am 25. September. Bei dieser Statistik kann man – im Gegensatz zu den Übersichten bei Kindle Direct Publishing – nicht zu anderen Länder-Shops umschalten.

Man kann mit Author Central auch Veranstaltungen wie Lesungstermine oder Autorenvideos zum eigenen Autorenprofil hinzufügen, aber das trifft ja auf mich (noch?) nicht zu. Insgesamt finde ich es ein bisschen umständlich, die statistischen Werte rund um die eigene Publikation zu erhalten, eben weil man auf zwei Seiten und in einigen Menüs unterwegs ist. Da ist meiner Meinung nach noch Potential zur übersichtlicheren Gestaltung.

Wie „Emma“ zu Amazon kam: Ein Erfahrungsbericht

26 Sep

Beim Schreiben meines Buches „Emma“ ging es mir in erster Linie um zwei Dinge: den Spaß daran, eine Geschichte zu kreieren und die Erfahrung, ein E-Book online zu stellen. Über letzteres möchte ich nun kurz berichten, weil es vielleicht für den ein oder anderen potentiellen E-Book-Autoren von Interesse ist.

Zunächst fand ich es sehr hilfreich, das fertige Manuskript auf dem Programm „Kindle Previewer“ anzuschauen, das von Amazon kostenlos zur Verfügung gestellt wird. Das simuliert nämlich, wie die Datei als E-Book auf einem Kindle und anderen Readern aussehen wird. Dabei ist mir aufgefallen, dass es zu Fehlern in der Formatierung kommt, wenn man eine PDF-Datei in das Kindle-Format überträgt – zumindest war es bei mir so. Es wurden nämlich nicht nur an den Stellen Zeilenumbrüche gemacht, an denen ich es wollte, sondern auch willkürliche, die dafür sorgten, dass zuweilen ein einzelner Satz in einer Zeile stand. Abhilfe geschaffen hat nach langem Experimentieren schließlich die Lösung, das als DOC gespeicherte Manuskript in HTML zu speichern und dann in den Previewer zu schieben.

Sehr praktisch fand ich es beim finalen Korrekturlesen, auf meinem Computer mit zwei Fenstern zu arbeiten. Links hatte ich den Previewer mit der Kindle-Ansicht des Textes, in der ich gelesen habe, und rechts die DOC- bzw. HTML-Datei, in der ich sofort die Korrekturen einfügen konnte.

Als ich mit dem Manuskript zufrieden war, ging es ans Einstellen bei Kindle Direct Publishing. Dort kann man sich mit seinem regulären Amazon-Käufer-Account anmelden und ist dann gleich mit einer Abfrage konfrontiert, in der man über steuerliche Fragen Auskunft geben muss. Da die Fragen sich ausschließlich auf die USA beziehen, sind sie recht schnell beantwortet, und man kommt zu einem Menü mit 4 Punkten. Zwei davon sind relevant; eines, nämlich „Bücherregal“, sofort, das andere, „Berichte“, später.

In „Bücherregal“ stellt man sein Buch ein, indem man auf „Einen neuen Titel hinzufügen“ klickt. Dann kommt man auf ein Formular mit allerhand auszufüllenden und anzuklickenden Feldern, die die eigene Publikation betreffen. Da hat man erst einmal die Möglichkeit, sein E-Book bei KDP Select anzumelden. Tut man dies, so bietet man es 90 Tage lang exklusiv bei Amazon an. Dafür kann es dann ausgeliehen und an 5 Tagen kostenlos angeboten werden; das generiert Reichweite. Dann gibt man Informationen wie Titel, Versionsnummer und Mitwirkende ein und erstellt den Beschreibungstext, der am Ende auf der Artikelseite erscheint. Auch kann man bis zu zwei Kategorien bestimmen, in denen das Buch erscheinen soll, sowie bis zu 7 Suchschlagwörter. Anschließend kann man mit der Online-Anwendung „Cover Creator“ einen Bucheinband erstellen, wenn man nicht selbst ein Cover zusammengebaut hat. Der Creator ist ein wenig unflexibel in der Platzierung der Textfelder, macht seine Aufgabe aber ansonsten ganz anständig. Zu guter Letzt lädt man die Datei mit dem Manuskript hoch und klickt ganz unten auf „Speichern und fortfahren“.

So erreicht man das zweite Formular, in dem man auswählt, für welche Länder man die Rechte an seiner Publikation hält. Um nicht 246 Mal klicken zu müssen, kann man auch ganz einfach „Weltweite Rechte“ anklicken. Dann kommt der Teil, der wahrscheinlich für die meisten Self-Publisher der interessanteste ist: der Buchpreis. Zunächst entscheidet man, ob man 35 oder 70 Prozent des Verkaufspreises behalten möchte. Warum genau das so ist, ist mir noch immer nicht so richtig klar. Die einzige für mich relevante (wenn auch nicht logische) Information war die, dass man für die 70%-Lösung einen Preis zwischen 2,60 und 9,70 Euro bestimmen muss. Die Preisspannen der anderen Amazon-Shops (.com, .co.uk, .co.jp, .com.mx und so weiter) liegen ähnlich und können allesamt automatisch auf Basis des Dollar-Preises festgelegt werden.

Schließlich klickt man ganz unten auf „Speichern und veröffentlichen“. Es dauert bis zu 24 Stunden, bis das Buch bei Amazon gelistet ist, und bis zu 48 Stunden, bis es auch erhältlich ist. Bei „Emma“ war es viel kürzer, da kam es innerhalb weniger Stunden online.

In den nächsten Tagen kommt der zweite Teil meines Erfahrungsberichts, in dem ich darüber schreibe, was passiert, wenn das Buch schließlich verfügbar ist.

„Emma. Ein Noir-Groschenroman“

15 Sep

EmmaWie mehrfach angekündigt, ist heute mein erstes E-Book auf Amazon erschienen.

Es heißt „Emma. Ein Noir-Groschenroman“ und ist hier (Link auch in der Sidebar dieses Blogs) erhältlich. Eine Leseprobe gibt es hier.

Und hier noch die Kurzbeschreibung aus dem Kindle-Store:

In einer kalten und regnerischen Nacht begibt sich eine junge Frau in einen Wald mitten in der Stadt. Als sie am nächsten Morgen nicht auf ihrer Seite des Betts liegt, beginnt ihr Ehemann, Nachforschungen anzustellen. Ganz nebenbei muss er sich zudem um seine kleine Tochter kümmern.

In einer knappen, aber nicht weniger mitreißenden Sprache erzählt „Emma“ die Geschichte eines Mannes, der sich auf die spannende Suche nach seiner plötzlich verschwundenen Frau begibt. Er begegnet seltsamen Menschen in einer trostlosen Stadt, in der – in bester Noir-Tradition – nie so richtig die Sonne scheint.

„Emma“ geht auf die Ziellinie

12 Sep

Ich habe noch genau 48 Stunden Zeit, bis ich mein Literaturprojekt „Emma“, formerly known as Projekt KSP, bei Kindle Direct Publishing einreichen muss. Da ich zu Beginn meiner Beschäftigung damit den 15. September als Veröffentlichungstermin gewählt habe und es 24 Stunden dauert, bis das E-Book zur Verfügung steht, ist Samstag, der 14. September mein Stichtag.

Vorgestern bin ich mit dem Schreiben fertig geworden. Das Lied, das ich hörte, als ich den letzten Satz schrieb (der mittlerweile schon wieder abgeändert wurde), war „Roads“ vom Roseland-Livealbum von Portishead. Ich muss zugeben, dass es ein ziemlich sentimentaler Moment war, als mir bewusst wurde, dass ich tatsächlich fertig bin. Schließlich habe ich einige Wochen lang jeden Tag ein paar Stunden mit den Figuren und deren Geschichte verbracht – nicht nur beim Schreiben selbst, sondern auch beim Nachdenken darüber, wie es weitergeht. Und so seltsam es auch klingen mag, man baut ein Verhältnis zu den Figuren auf, vor allem denen, die während des Schreibens wichtiger wurden als geplant.

Gestern habe ich bis tief in die Nacht ein Logiklöcher stopfen müssen, die vor allem meine Frau, aber auch mein Bruder beim Korrekturlesen im Manuskript gefunden haben. Ich bin mir noch nicht ganz sicher, ob ich mit einigen der Lösungen zufrieden bin, die ich jetzt gewählt habe, aber das bleibt für die finale Überarbeitung, die ich mir für morgen vorgenommen habe. Zum Glück gab es keine so gravierenden Fehler, dass ich ganze Kapitel hätte umschreiben müssen. Es ging nur um ein paar Passagen.

Am Samstag steht noch die Formatierung und das Schreiben des Nachworts an. Ich habe heute herausgefunden, dass es bei Amazon selbst ein Tool gibt, mit dem man das Cover bauen kann, und da meins nicht besonders aufwändig wird (ein Bild und ein paar Wörter in 2 verschiedenen Schriftarten), ist es besser, das so zu machen, als wenn ich mich noch hinsetze und es kompliziert zusammenfummle. Übrigens bin ich von der Idee abgekommen, ein Foto zu verwenden, das ich im Urlaub auf Madeira gemacht habe. Stattdessen nehme ich eins, das ich vor vielen Jahren in Thüringen geschossen habe und das meiner Meinung nach perfekt passt.

Aus Projekt KSP wird „Emma“

8 Sep

Der große Termin rückt näher. In genau einer Woche, so ist es mein Plan, möchte ich über Kindle Direct Publishing ein E-Book veröffentlichen, über das ich hier schon berichtet habe und das ich bislang unter dem Projektnamen KSP (für „Kindle Self-Publishing“) geführt habe. Seit einiger Zeit jedoch steht der Name des Buches fest: Es wird „Emma“ heißen und somit nach der Schlüsselfigur benannt sein. Erzählt wird die Geschichte jedoch aus der Sicht von Emmas Ehemann, dem Vater ihrer knapp einjährigen gemeinsamen Tochter. Der kleinen Familie widerfährt ein äußerst tragischer Schicksalsschlag, aus dem sich eine Kriminalgeschichte mit Thriller- und vor allem Noir-Elementen entwickelt.

Die drei Familienmitglieder waren das Personal, das von Anfang an feststand, und ich wusste auch ziemlich genau, was im Laufe der Geschichte passieren sollte. Aber wie es eben so ist, sind beim Schreiben einige Nebenfiguren größer geworden und haben mehr Bedeutung erlangt. Auch die Geschichte ist immer mehr gewachsen: Ich hatte mir anfangs 25.000 Wörter als Höchstgrenze gesetzt, mittlerweile sind es locker 27.000 geworden.

Gestern Nacht habe ich das vorletzte Kapitel beendet, das die eigentliche Geschichte abschließt. Was ich jetzt noch schreiben muss, ist das Nachspiel, in dem ich noch ein paar lose Fäden zusammenführe und das Ganze rund mache. Außerdem möchte ich mir die Option offenhalten, irgendwann eine Fortsetzung daran anzuschließen. Wenn ich dann mit dem Schreiben fertig bin, geht das große Korrekturlesen los. Ich habe insgesamt 3 Testleser, die das Manuskript häppchenweise bekommen und mir auch schon verschiedene Änderungsvorschläge gemacht haben. Wenn diese von größerem Umfang waren, habe ich sie mir aufgeschrieben oder die zu ändernden Passagen markiert, und die muss ich dann noch umarbeiten. Bei der erstmaligen Überarbeitung, die ich parallel zum Schreiben gemacht habe, ist mir außerdem aufgefallen, dass es sich doch bemerkbar gemacht hat, dass ich immer erst sehr spät am Tag geschrieben habe. Einige Formulierungen klangen müdigkeitsbedingt doch ein bisschen schief, und auch darauf muss ich achten.

Zum Schluss muss ich noch das Cover zusammenbauen, Nachwort und dergleichen verfassen und mich darüber informieren, wie genau das mit dem Veröffentlichen geht. Was ich schon weiß, ist, dass es 24 Stunden dauert, bis ein Manuskript als E-Book im Kindle-Shop erscheint. Das bedeutet, dass ich am nächsten Samstag mit allem fertig sein muss. Also nicht mehr viel Zeit, und es gibt noch einiges zu tun.