Archiv | Februar, 2012

2012 – Das vielleicht letzte Magazin der Welt

29 Feb

Jeder kennt Red Bull (ob man es mag oder nicht, sei dahingestellt). Und jeder weiß, dass hinter Red Bull nicht nur die Gummibärchen-Brause mit dem vielen Zucker steckt, sondern auch Aktivitäten in vielen verschiedenen Branchen: in der Formel 1, im Fußball, im Extremsport, in der Mobiltelefonie und und und. Seit einiger Zeit gibt es sogar Zeitschriften aus dem Red Bull Media House. Das Hauptheft aus diesem Haus ist einer der Konkurrenten für unser Magazin Provocateur, deshalb findet es hier (aus hoffentlich verständlichen Gründen) keine Erwähnung. Ein anderes Magazin aus dem gleichen Haus jedoch hat mich durch sein innovatives Konzept beeindruckt.

Das Heft heißt „2012„. Untertitel: „Das vielleicht letzte Magazin der Welt“. Die Themen: Katastrophen, Terror, das Ende der Welt. „2012“ geht davon aus, dass die Welt am 21.12.2012 untergeht. Im Prinzip recht unoriginell, sind doch so viele Massenmedien vor allem ein Jahr vor diesem Datum auf den Zug aufgesprungen. „2012“ zieht aber die Geschichte konsequent durch. Das Heft erscheint an jedem 12. eines Monats (seit Januar 2012), die letzte (reguläre) Ausgabe kommt am 12. Dezember. Danach gibt es noch eine Sondernummer am 22. Dezember – wahrscheinlich, um zu checken, ob die Welt nicht doch noch da ist. Ein Abonnement kann heute abgeschlossen und erst am 22. 12. bezahlt werden – „vielleicht“. Die erste Seite der ersten Ausgabe hatte die Nummer 2012, die nächste 2011 usw., das wird also ein heftübergreifender Countdown.

Das einzige, was mich ein wenig abschreckt, ist der Preis: 8,50 Euro will der milliardenschwere Red-Bull-Konzern von den Lesern für „Letzte Worte eines Selbstmordattentäters“, „Das letzte Lied vor dem Untergang der ‚Titanic'“, „Welt ohne Menschen“ und „Letzte Wünsche: Wie wollen Sie sterben?“-Interviews mit Prominenten. Das finde ich doch ein wenig überzogen.

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Stilist vs. Fantast

29 Feb

Wie so viele Leute, die gerne lesen und auch gerne mal was schreiben (Blogs, Briefe oder – in meinem Fall – Magazinartikel), nehme ich mir schon seit geraumer Zeit vor, ein Buch zu schreiben. So geraum ist die Zeit mittlerweile, dass sie eine zweistellige Jahreszahl erreicht hat. Neulich Nacht, als das mit dem Schlafen mal wieder nicht so besonders gut klappen wollte, habe ich mir mal Gedanken zum Thema gemacht.

Meiner Meinung nach kann man Autoren in drei Kategorien einteilen: Stilisten und Fantasten – und die, die beides gleichzeitig sind. Ein Stilist ist jemand, der großartig schreiben kann, eine elegante und eloquente Wortwahl hat, feine Satzkonstruktionen zu Papier bringt und einfach die Sprache beherrscht, derer er sich bedient; die Story ist bei ihm eher im Hintergrund. Ein Fantast hingegen schafft Welten, in denen man sich verlieren und dabei vergessen kann, dass es „nur“ ein Buch ist, in das man so derart gesogen wird. Bei ihm geht es dann weniger um die Sprache. Um mal ein paar Beispiele zu nennen: Stephen King und Cornelia Funke sind für mich Fantasten, Ferdinand von Schirach mit seinem Roman „Der Fall Collini“ und Friedrich Dürrenmatt mit „Das Versprechen“ sind Stilisten. Meine große Verehrung gilt vor allem den Autoren, die Fantasie und Stil in ihren Publikationen vereinen. Daniel Kehlmanns „Die Vermessung der Welt“ gehört dazu, „Das Parfüm“ von Patrick Süßkind ebenso, außerdem so vieles von Alex Capus.

Ich habe die Befürchtung, dass ich eher ein Stilist wäre, weil ich bestimmt nicht genug Fantasie und Ideen habe, etwas zu schaffen, was es in dieser Form noch nicht gibt – das muss ja keine eigene Welt sein, es täte ja auch eine einzigartige Story oder atemberaubende Wendungen. Natürlich, Sprache kann auch den Atem rauben, und ein unverwechselbarer Erzählstil täte es auch. Aber erstrebenswert wäre es doch, Stilist und Fantast gleichzeitig zu sein.

[iOS-Spiel] Slice SD

28 Feb

Kleine nette Spielchen für den iPod Touch sind genau mein Ding, vor allem wenn sie originell gemacht sind. „Slice SD“ gehört definitiv in diese Kategorie. Das Spielprinzip ist das folgende: Auf dem Display befinden sich in jedem Level einer oder mehrere Knöpfe und ein paar martialisch aussehende Messer. Diese Messer bewegen sich entweder von selbst oder können per Touch bewegt werden. Das Ziel ist es, alle Messer von den Knöpfen fernzuhalten, um sie zu drücken und in das nächste Level zu kommen. Berührt man jedoch eine der scharfen Messerkanten, ertönt ein Horrorfilm-taugliches Geräusch, und das Blut spritzt.

„Slice SD“ erinnert vom Look und von der Atmosphäre an die Filme der „Saw“-Reihe, ist aber eher ein makabres „Twister“, das man nicht mit den Füßen, sondern mit den Fingern spielt. Ich hänge gerade an einem Level, in dem man mit vier Fingern einer Hand vier Klingen festhalten und mit der anderen Hand ein weiteres Messer verschieben und auch noch den Knopf drücken muss. Das ist schon eine ordentliche Herausforderung.

Kaufen kann man das Spiel hier.

Kaution einsammeln

28 Feb

Heute haben wir den Mietvertrag für unsere neue Wohnung unterschrieben. Ich bin mit einem ordentlichen Bündel Geld zum Ort der Unterzeichnung gekommen, weil es ja immer noch üblich ist, dass man das Geld in bar mitbringt, statt es bequem und sicher zu überweisen. Ich hatte nicht so sehr Angst davor, mein Portemonnaie zu verlieren oder überfallen zu werden, zumal der Termin nicht im Immobilienbüro stattfand, sondern an einem neutralen Ort.  Es hat mich einfach nur genervt, schon Tage vorher von Automat zu Automat zu rennen, weil sowohl unsere Karte als auch die Banken Tageslimits haben. So konnte ich immer nur einen Teilbetrag abheben. Mich würde wirklich interessieren, wann die Immobilienvermittler damit anfangen, diese wirklich großen Summen bargeldlos übermitteln zu lassen.

„How I Met Your Mother“ in der „richtigen“ Welt

27 Feb

Neulich brachte ich meiner Frau unnützes Wissen näher, und zwar dieses: In amerikanischen Filmen und Serien haben die Telefonnummern, die geschrieben stehen oder genannt werden, in den allermeisten Fällen die Vorwahl 555. Das liegt daran, dass es diese Vorwahl nicht gibt und komische Leute nicht bei George Clooney oder Jennifer Aniston anzurufen versuchen. Ich kann mich nur an zwei Fälle erinnern, in denen das nicht so gemacht wurde. Der eine ist der Film „Bruce Almighty“ mit Jim Carrey, in dem die Telefonnummer von Gott angegeben wird, auf der dann tatsächlich reichlich Leute anriefen. Blöderweise gehörte die Nummer einer existierenden Person, die sich verständlicherweise von Anrufen á la „Ist dort Gott?“ genervt fühlte. Der zweite Fall – und damit komme ich endlich zum eigentlichen Thema – stammt aus „How I Met Your Mother“. Während des Super Bowl 2010 war ein Clip zu sehen, in dem Barney Stinson ein Schild hochhält, auf dem „seine“ Telefonnummer steht. Wenn man dort anrief, hörte man eine von Barney-Darsteller Neil Patrick Harris gesprochene Nachricht, die man hier nachlesen kann. In der Serie selbst wurde die Nummer in eine 555-Nummer geändert.

Es ist schon auffällig, dass in „How I Met Your Mother“ recht oft Internetadressen genannt werden. Das Lustige daran: Die Adressen existieren wirklich. Zum Beispiel ist Barneys Blog, von dem er vor allem am Anfang der Serie oft sprach, hier zu finden. In der Folge „The Bracket“ stellt sich heraus, dass Barney sich bei einem One-Night-Stand als Ted Mosby ausgegeben hat und die Frau die Seite TedMosbyIsAJerk.com ins Netz gestellt hat. In der Folge „The Old King Clancy“ spricht die Clique über kanadische Sex-Stellungen, und Barney macht auf die Seite canadiansexacts.org aufmerksam. Interessant ist vor allem die Seite TheSlapBetCountdown.com. Es gibt eine Slap Bet (ich weiß nicht, wie die in der deutschen Synchronisation heißt), die sich schon lange durch die Serie zieht und bei der Marshall Barney schlagen darf. Es gab schon slapcountdown.com, wo ein Countdown heruntergezählt wurde, und TheSlapBetCountdown.com zählt wohl *seufz* herunter bis zum Ende der Serie, was wahrscheinlich am Ende der nächsten Staffel sein wird.

Alle Adressen sind waren mal hier zu finden.

[Buch] „Wie ausgewechselt“ von Rudi Assauer und Patrick Strasser

27 Feb

An sich sind mir Prominenten-Bücher der Marke „Ich hatte einen Schlaganfall, aber ein Schnupfen hätte auch gereicht“, „Ich war im Knast und hatte die Häftlingsnummer 313“ oder „Sei dumm, stell dich dumm und verkaufe es so, als wäre deine Dummheit nur gespielt“ sehr suspekt. Bei Büchern aus dem Fußball-Bereich sage ich aber selten Nein. So auch nicht bei den „Verblassenden Erinnerungen an mein Leben“, so der Untertitel dieses Buchs.

Rudi Assauer, Fußballfans bekannt als langjähriger Manager von Schalke 04, Nicht-Fans eher als langjähriger Partner von Simone Thomalla, hat Alzheimer. Die Erinnerungen an seine denkwürdige Karriere verblassen immer mehr. Mit dem Buch, das der Sportjournalist Strasser für ihn und mit ihm schrieb, sollen die Erinnerungen erhalten bleiben: an die Karriere als Fußballspieler bei Borussia Dortmund und Werder Bremen, den nahtlosen Übergang auf den Managerposten in Bremen, die zwei Amtszeiten bei Schalke. Assauer spielte 1966 in der ersten deutschen Mannschaft mit, die jemals einen Europapokal gewann, als Manager holte er mit den legendären Eurofighters 1997 den UEFA-Pokal, 2001 war er bei der Meisterschaft der Herzen hautnah dabei.

Das Buch erzählt viel vom Fußball, man merkt, dass Strasser viel mit Wegefährten Assauers und mit ihm selbst sprach; Assauer kommt passagenweise selbst zu Wort. Aber der Fußball steht nicht im Vordergrund. Dort steht die heimtückische Krankheit Alzheimer, die alles auslöscht, das Leben nicht mehr lebenswert macht. Beim Lesen setzt man sich zwangsläufig mit Gedanken auseinander, wie es wohl im eigenen hohen Alter sein wird mit dem Gedächtnis, mit den Erinnerungen. „Wie ausgewechselt“ steht da wie ein Denkmal und kann doch nichts ausrichten – die Krankheit ist noch immer unbezwingbar. Die Autoren versuchen lediglich, Betroffenen Mut zu machen, mit ihrem Leiden offensiv umzugehen, wie es Assauer selbst mit diesem Buch getan hat.

[Herausforderung] Woche 8: maximal 1.000 Kalorien pro Tag

26 Feb

aktuelles Gewicht: 91,7 kg (+1,0 kg seit letzter Woche, – 6,4 kg in den letzten 7 Wochen)
Ernährungsvorgabe: maximal 1.000 Kalorien pro Tag

Ich vermute, dass ich so viel Gewicht zugelegt habe, weil ich einerseits wirklich viel gegessen habe, andererseits aber auch mehr als 30 Kilometer in einer Woche gelaufen und am Wochenende sehr viel spazieren gegangen bin. Muskeln sind ja schwerer als Fett.

Diese Woche darf ich essen, was ich will – Hauptsache, am Ende des Tages sind es weniger als 1.000 Kalorien. Das Interessante an dieser Vorgabe ist es, dass ich viel zu selten schaue, wie viele Kalorien einzelne Lebensmittel haben. Ich dachte zum Beispiel immer, dass Zwieback nicht viel hat. Als ich heute schaute, stellte ich fest, dass in 100 Gramm mehr als 12 Gramm Zucker und über 400 Kalorien sind. Theoretisch könnte ich auch zwei Tafeln Schokolade am Stück essen. Oder drei Pizzen. Wenn es das einzige bleibt, was ich an dem Tag esse. Ich denke aber, dass ich es praktisch so machen werde, dass ich mir pro Tag vier Mahlzeiten mache, von denen eine jeweils 250 Kalorien hat. Aber mal sehen. Kaffee sowie darin enthaltene Milch wird übrigens nicht mit in die Rechnung einbezogen.