[Film] Alexandre Ajas Maniac

20 Mai

ManiacIch weiß auch nicht, wie ich in letzter Zeit immer bei so komischen Filmen lande. Jedenfalls schaute ich vor Kurzem den Film „Maniac“, der für den deutschen Markt in „Alexandre Ajas Maniac“ umbenannt wurde. Verleiher spannen sich ja gerne ein bekanntes Pferd vor den Karren, und da sich der französische Regisseur Aja, der bei „Maniac“ produziert und mit am Drehbuch geschrieben hat, mit diversen recht guten Filmen einen Namen gemacht hat, stehen die Chancen gut, dass der ein oder andere Zuschauer durch seine Nennung im Filmtitel gewonnen werden konnte.

Die Hauptfigur von „Maniac“ ist der psychopathische Frauenmörder Frank, der von Elijah Wood gespielt wird. Dieser ist allerdings nicht sehr häufig im Bild zu sehen, da der Film seine Taten aus der Ego-Perspektive zeigt. So bekommt man Frank nur ab und an in Spiegeln zu sehen, dafür aber umso öfter das, was er seinen Opfern antut. Schon zum Einstieg in den Film verfolgt er eine Frau bis zu ihrer Wohnung, wo er ihr ein Messer von unten in den Kopf rammt und sie anschließend skalpiert. Kopfhaut und Haare tackert er dann in seiner Wohnung auf den Kopf einer der Schaufensterpuppen, die er hauptberuflich restauriert. Im Alltag erscheint Frank durchaus eloquent und sympathisch, wenngleichein wenig zurückhaltend. Er hat ein Date mit einer Frau, die er in einem Chatroom kennenlernt, und beginnt eine platonische Beziehung mit einer französischen Fotografin – wenn da nicht immer dieser Drang wäre, Frauen zu töten, ihnen die Haut vom Kopf zu ziehen und sie seinen lebensgroßen Puppen aufzusetzen.

Nach wenigen Minuten dachte ich: So ein Schrottfilm. Trotzdem habe ich weitergeschaut und es nicht bereut. Der Film hat zwar so gut wie keine Handlung, die Erklärung, warum Frank so handelt, wie er es tut, ist an den Haaren (!) herbeigezogen, und die brutalen Szenen sind wirklich überaus blutig und grausam. Dazu kommt ein Soundtrack, der wie einem 80er-Jahre-B-Movie entnommen klingt. Aber die Musik setzt sich im Kopf fest, ebenso die verstörenden Bilder, und dass man sämtliche von Franks Handlungen mit seinen Augen sieht, trägt ebenfalls entscheidend dazu bei, dass zumindest ich noch eine Weile über „Maniac“ nachdenken musste. Und das kann man ja nur als gutes Urteil für einen Film verstehen.

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2 Antworten to “[Film] Alexandre Ajas Maniac”

  1. Desirée Löffler 21. Mai 2013 um 10:32 #

    Über den Titel hab ich mich auch sehr amüsiert. Jemanden in den Titel zu nehmen, der nichtmal Regie geführt hat, nur weil man den Namen kennt – ich weiß nicht. Anschauen werd ich mir den Film nicht; selbst Kai hat mir abgeraten, und der überschätzt meine Ekel-Resistenz normalerweise eher.

    • Alex 21. Mai 2013 um 12:11 #

      Ja, wenn du dich schnell ekelst, solltest du den Film auf keinen Fall schauen. Manche Szenen sind wirklich sehr explizit.

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