Archive | Januar, 2013

[Film] The Disappearance of Alice Creed

27 Jan

alice-creed-poster-largeZwei Männer entführen eine Frau und fesseln sie an einem Bett in einer Wohnung irgendwo in England – mehr darf man schon nicht verraten, um nicht eine der zahlreichen Wendungen aufzudecken, die die Handlung des minimalistischen Thrillers „The Disappearance of Alice Creed“ nimmt. Minimalistisch deshalb, weil im ganzen Film überhaupt nur drei Figuren zu sehen sind (wenn das nicht schon ein kleiner Spoiler ist, wenn man bedenkt, dass zu einer Entführung spätestens gegen Ende noch mehr Personen gehören), und weil sich der größte Teil der Handlung in besagter Wohnung abspielt. Schon allein die ersten Minuten sind sehenswert, in denen die beiden Männer die Entführung perfekt vorbereiten und in denen kein Wort gesprochen wird. Natürlich bleibt nicht alles so perfekt und Dinge gehen schief, was vor allem am Verhältnis eines der Entführer zur entführten Alice und dem Verhältnis der Entführer untereinander liegt. So, mehr verrate ich jetzt aber wirklich nicht mehr.

„The disappearance of Alice Creed“ ist ein großartiger und sehr spannender Film, der manchmal ein wenig unlogisch ist (vor allem, was die typischen Fehler in Entführungsfilmen angeht: Warum muss das Opfer zum Beispiel selten bis nie etwas trinken oder auf die Toilette?), vor allem aber durch die Beschränkung auf das Wesentliche seinen Reiz hat. Die Hauptdarstellerin kennt man übrigens: Es ist Gemma Arterton, die im zweiten Daniel-Craig-James-Bond mitgespielt hat und demnächst als Gretel in „Hansel & Gretel: Witch Hunters“ zu sehen sein wird.

Premieren

26 Jan

Hinter mir liegt eine virusinfektionsbedingt anstrengende und winterlähmungsbedingt weniger produktive Woche. Dennoch hatte die Woche etwas für sich, unter anderem ein paar „erste Male“.

Erstmal war die Woche meine erste komplette Arbeitswoche des Jahres 2013. Letzte Woche war ich zwar schon im Büro, aber nur am Donnerstag und am Freitag. Ich hab ein paar Tage Urlaub vom Zähler genommen, und so hatte ich eine über einmonatige Weihnachts- und Neujahrspause.

Die Nacht von Mittwoch auf Donnerstag war seit ihrer Geburt die erste, in der uns unsere Kleine ohne Unterbrechung 8 Stunden hat durchschlafen lassen. Es gab zwar schon diverse Nächte, in denen sie durchschlief (diese Phasen wurden dann immer recht schnell durch das leidige Zahnen unterbrochen), aber dann gingen wir entweder sehr spät ins Bett oder mussten früh raus. In besagter Nacht dieser Woche gingen wir früh ins Bett, konnten gleich einschlafen (auch eher eine Seltenheit in den letzten 16 Monaten) und wurden nicht geweckt, bis der Wecker klingelte.

Am Freitag war ich zum ersten Mal überhaupt in der Pressevorführung eines Films. Wir machen ja keine tagesaktuellen Magazine, und deshalb ist es normalerweise nicht nötig, Filme vorab zu sehen, aber aufgrund der Story, die damit zusammenhängt, war es zumindest in diesem Fall sinnvoll, dass ich den Film gesehen habe. Es handelte sich um „Hansel & Gretel: Witch Hunters“ mit Jeremy Renner und Gemma Arterton. Auch wenn ich natürlich (noch) nicht drüber schreiben darf, zumindest so viel: Der Film ist sehr unterhaltsam, bietet einen interessanten Dreh zum Märchen und ist zuweilen unerwartet brutal.

Fast schon witzig fand ich, dass man beim Betreten des Saales alle technischen Geräte abgeben musste, mit denen man theoretisch Videoaufnahmen machen kann (oder auch nicht, wie im Fall meines sehr einfachen Nokia-Telefons). Theoretisch könnte man mit verschiedenen Geräten die Leinwand abfilmen, aber ich hätte sicher keinen Spaß an einer 90minütigen Aufnahme des 3D-Bildes mit meinem iPod Touch.

Gleichzeitig war der Film der erste reale Film, den ich in 3D gesehen habe. Zuvor schaute ich nur zwei Animationsfilme („Monsters vs. Aliens“ in Calgary sowie „Up“ in Wien). Daran erkennt man, dass ich mich eher selten in Kinosälen aufhalte, ist doch 3D schon seit ein paar Jahren die Standard-Technologie. Es war irgendwie interessant, manchmal auch befremdlich, weil wie ein Scherenschnittfilm wirkend, und es gab die üblichen „Jemand wirft etwas in Richtung Kamera“-Szenen.

Meine Kolumne in „Simply Love“

17 Jan

Wie ich schon einmal hier schrieb, habe ich für ein auflagenstarkes Kundenmagazin eine Kolumne verfasst. Das Magazin heißt „Simply Love“ und ist von einem Trauringhersteller in Auftrag gegeben worden. Redaktionell ist es ziemlich interessant, da es aus zwei Hefthälften besteht. Auf einer Seite gibt es ein Frauen-Cover, dreht man das Magazin um, startet der Teil für Männer mit seinem eigenen Cover. Die Inhalte haben entsprechend einen Bezug zum jeweiligen Geschlecht. In der Mitte treffen sich schließlich beide Hälften.

Seit Neuestem kann man die aktuelle Ausgabe von „Simply Love“ auf der Homepage ansehen – also auch meine Kolumne, mitsamt der drei Fotos von mir (vielleicht hätte ich mich vor dem Fototermin doch rasieren sollen). Einfacher darauf zugreifen kann man hier. Außerdem schrieb ich noch eine Einzelseite über das aktuelle Tabaluga-Musical (hier zu finden).

Ein Erfurter bei „Wer wird Millionär“

16 Jan

Wie schon mal hier geschrieben, freue ich mich immer, wenn sich bemerkenswerte Dinge ereignen, die mit meiner alten Heimat zu tun haben. Wenn ich fernsehen würde, hätte ich auch gesehen, dass ein junger Mann aus Erfurt vorgestern bei „Wer wird Millionär“ war, mit dem mich sogar persönlich etwas verbindet. So musste ich es dank einiger Indizien Sherlock-Holmes-mäßig kombinieren – etwas, was man dem jungen Mann am Ende auch gewünscht hätte. Aber der Reihe nach.

Gestern hörte ich – wie jeden Tag – den Morgenshow-Podcall von Bremen Vier. Dort wurde erwähnt, dass tags zuvor ein Kandidat, der von „irgendwo aus dem Osten“ kam, bei „Wer wird Millionär“ den Fußballer Clemens Fritz als Telefonjoker angegeben hatte. Zunächst ärgerte ich mich über die (leider recht übliche) pauschalisierte Formulierung „irgendwo aus dem Osten“, und dann kombinierte ich.

Clemes Fritz spielt seit 2006 bei Werder Bremen, geboren wurde er in Erfurt, wo er von 1999 bis 2001 beim FC Rot-Weiß Erfurt spielte. Also lag es nahe, dass der WWM-Kandidat ebenfalls aus Erfurt stammte. Ich gab bei Google „Clemes Fritz Wer wird Millionär“ ein und kam zunächst auf den privaten Blog des Ex-Nationalspielers, in dem dieser von einer „ganz neuen Erfahrung“ als Telefonjoker eines Freundes schrieb. Der Name seines Freundes stand aber nicht dabei. Dafür stand er dann in einem Artikel meiner Heimatzeitung, der „Thüringer Allgemeinen“.

Der Kandidat hieß Lars Sänger und ist seines Zeichens Stadionsprecher bei Rot-Weiß Erfurt. Für mich interessant ist, dass Sänger an die gleiche Schule ging wie ich und dort eine Klasse über mir war; dort bin ich ihm natürlich auch begegnet, hatte aber keinen engeren Kontakt zu ihm. Danach studierte er an der gleichen Uni wie ich und arbeitet seit Langem als Sportredakteur beim MDR und eben als Stadionsprecher.

Hier kann man nachlesen und hier nachsehen, wie Sänger sich geschlagen hat. Er hatte den Verlauf, den man sich als Kandidat wünscht: Zuerst kamen einfache Fragen, und ab 4.000 Euro halfen die Joker. Bei 16.000 Euro kam der Telefonjoker ins Spiel, aber Sänger rief nicht bei Fritz an – obwohl es kurioserweise eine Frage mit Fischen war und Fritz ja bei einem Club irgendwo im Norden spielt (das konnte ich mir nicht verkneifen). Enttäuschend fand ich, dass Sänger die 32.000-Euro-Frage nicht beantworten konnte. Diese lautete:

Bürger welcher Nation stellen in zwei deutschen Bundesländern die größte Gruppe unter der ausländischen Bevölkerung?

A) Nigeria
B) Vietnam
C) USA
D) Schweiz

Ich denke, mit ein bisschen Kombinationsgabe hätte man auf Vietnam kommen können, da viele Vietnamesen in der ehemaligen DDR als Gastarbeiter lebten. Die beiden Bundesländer sind übrigens Sachsen und Sachsen-Anhalt. Da kam mir dann auch der Klassikersatz über die Lippen, den man als Zuschauer dieser Sendung oft von sich gibt: „ICH hätte es gewusst.“

What the f…?!?

13 Jan

In meinem Google Reader habe ich den Feed von Sparfreunde abonniert. Hier können Nutzer eintragen, wenn es irgendwo etwas günstiger zu kaufen gibt.

Vor drei Tagen tauchte dort ein Deal auf, der „Der Horrortrip“ heißt. Der Beschreibungstext lautete ebenfalls „Der Horrortrip“, war also nicht sehr aufschlussreich. Da ich neugierig geworden bin und im Prinzip vom Titel angesprochen wurde, klickte ich auf den beigefügten Link und kam zu Amazon und zum Kindle-Buch „Der Horrortrip“ einer Autorin namens Simone Kaplan. Wobei das Wort „Autorin“ in diesem Zusammenhang wohl eher eine Schmeichelei ist, wenn man sich die Leseprobe und die Rezensionen unter dem Artikel ansieht.

Zunächst sollte man wissen: Der „Schreibstil“ von Frau Kaplan ist sehr gut auf den ersten Blick erkennbar, da sie gerne am Ende des Satzes erst ein Freizeichen und dann den Punkt setzt und den nächsten Satz nahtlos nach dem Punkt startet. Außerdem steht ein Freizeichen vor und nicht nach einem Komma. Dementsprechend weiß man nun, wer den Beschreibungstext für „Der Horrortrip“ geschrieben hat, wenn man ihn liest:

Gulap fliegt nach seinem Studium in Amerika voller Vorfreude zurück nach Dehli Indien .Er kann es kaum erwarten seine Zwillingsschwester Gita wiederzusehen.
Die beiden verbringen eine wunderschöne Zeit miteinander .
Am letzten Tag bevor Gita nach Mumbai zieht um ihre neuen Job anzutreten wollen sie noch ins Kino.
Nach der Kinovorstellung finden sie kein Taxi und Rischkas .Alle sind vollbesetzt. Da hält ein Bus an.Der Busfahrer lädt sie freundlich zum einsteigen ein.
Gulap kommt dieser Bus irgendwie merkwürdig vor und will zuerst nicht einsteigen.Doch Gita ist es kalt sie will nicht noch länger auf ein freies Taxi warten und steigt fröhlich ein.

Was die beiden nicht ahnen…..es ist eine Falle. .eine grausige Falle!!!
Für Gulap und seine Schwester Gita gibt es kein Entkommen…..denn die Tür schließt sich
Jetzt beginnt ein unvorstellbares Grauen …..

Nach einer wahren Begebenheit.

Neben den Interpunktionsproblemen ist zusätzlich eine unheimlich schlechte Ausdrucksweise zu erkennen. Wenn man nun meint, dass nur die Kurzbeschreibung so schlecht ist, sollte man sich noch die Leseprobe anschauen – denn da geht es so weiter. Ein Rezensent hat noch ein paar Satzbeispiele aus dem „Buch“ aufgeführt:

Er war der einzige unter den 6 , wo eine Arbeit nachging.
Es wurde laut palavert diskutiert.
Das Tape entsprang genau das , was die reißerischen Worte versprachen.
Ich zeigte ihr strahlend meine Diplomurkund , dies wurde in unzähligen Händen weitergereicht.

Inhaltlich soll es wohl um die Gruppenvergewaltigung gehen, die im Dezember 2012 in Indien eine junge Studentin das Leben gekostet hat. Und glaubt man den Rezensionen der Leser, die sich tatsächlich durch den gesamten schlechten Stil gequält haben, müssen die Beschreibungen wohl an Brutalität kaum zu überbieten sein. Da fragt man sich dann natürlich, wie krank jemand sein muss, einen solchen Vorfall als Vorlage für eine „Porno-Horror-Geschichte“ (so nennt es einer der Rezensenten) zu nehmen, und das nur wenige Wochen nach dem Vorfall selbst.

Eine Sache ist noch sehr interessant: Das „Buch“ hat bislang 7 Bewertungen bekommen, 6 Mal einen Stern und einmal 5 Sterne. Die mit Abstand höchste Bewertung, geschrieben von einer gewissen „Klara Vogel“, sieht so aus:

In diesen Buch erzählt die Autorin über dem Vorfall , welcher im Dezemeber in Indien passiert ist. Eine Frau wird brutal vergewaltigt , misshandelt und stirbt an den Folgen.
Einige Szenen werden schon recht brutal und sehr bildlich beschrieben. So dass sogar mir flau im Magen wurde. Und ich kann einiges wegstecken.
Zwecks der Rechtschreib – Grammatik – und Ausdrucksfehler hatte ich ihr schon eine Mail geschickt. Hatte ihr vorgeschlagen das sie , bevor die Bücher in den Shop „wandern“ jemanden bitte kann diese vorher zu lesen und Fehler , Ausdruck,… zu korrigieren.
Deswegen lasse ich bei dieser Rezi die Fehler aussen vor und beurteile nur den Inhalt des Buches. Welcher mir gut gefallen hat.
Übrigends , auch ich habe hin und wieder Rechtschreibfehler , Ausdruckfehler und Grammatikfehler !!

Na, fällt was an der Interpunktion auf?

Wenn ich nicht allergisch gegen Dummheit und schlechte Grammatik wäre, mich dagegen sträuben würde, die Download-Zahlen dieser „Autorin“ zu erhöhen und mir meine Zeit viel zu schade dafür wäre, würde ich doch wirklich die Datei herunterladen und lesen. Aber so groß ist meine Neugier dann doch nicht. Was ich mich allerdings frage: Hat Amazon keine Mindestansprüche an inhaltliche und orthografische Qualität eingereichter Manuskripte?

Podcast nachhören

8 Jan

Ich bin ziemlich festgefahren bei meiner Podcast-Abo-Liste. Das bedeutet, dass es für einen neuen Podcast ziemlich schwer ist, auf die Liste zu kommen. Ich bin dann auch immer irgendwie froh, wenn mir ein Podcast, den ich teste, nicht so gut gefällt, weil meine jetzige Liste schon ziemlich lang ist und ich sie nicht noch länger werden lassen möchte. Nach aktuellem Stand könnte ich einen ganzen Tag lang ununterbrochen Podcasts hören, so viele ungehörte habe ich noch. Und dabei höre ich schon recht regelmäßig. Problematisch wird es dann, wenn mir ein neuer Podcast so gut gefällt, dass ich sämtliche vergangenen Folgen nachhören möchte. Und so geschah es jetzt wieder.

Noch Ende des letzten Jahres wurde ich auf den Podcast Hoaxilla aufmerksam. Darin geht es um urbane Mythen, um Verschwörungen und deren Wahrheitsgehalt. Mich wundert es ohnehin, dass ich erst mit Folge 109 darauf aufmerksam wurde, denn eigentlich ist das genau mein Thema. In besagter Folge 109 ging es um den Bibelcode, und weil sie mir so gut gefiel und ich noch Folge 110 auf dem iPod hatte (darin ging es um Schreie aus der Hölle), hörte ich den gleich im Anschluss (mitten in der Nacht, vielleicht keine gute Idee bei dem Thema). Und was soll ich sagen: Jetzt muss ich die 108 Folgen auch noch hören, die ich noch nicht kenne – zumindest die mit den interessantesten Inhalten. Ich habe mal geschaut und Themen wie „Bigfoot“, „Dracula“ und „Mondverschwörung“ gefunden, aber auch viele, von denen ich noch gar nichts gehört habe. Ich werde mir also die Zeit nehmen müssen.

4g (KW 1)

7 Jan

Ein Überblick über die Medien, die ich in der vergangenen Woche konsumiert habe.

gesehen: Ich habe die Filme „Chronicle“ und „Absentia“ geschaut (mein Kommentar zu letzterem ist hier zu finden) und bin bei „Parks And Recreation“ mittlerweile auf dem aktuellen Stand. Da können also die neuen Folgen nach der Weihnachtspause kommen.

Chronicle    Absentia    parksandrec

gelesen: „Er ist wieder da“ von Timur Vermes ist durch (die Besprechung gibt es hier), ich bin noch nicht sicher, was ich anschließend lese. Topfavorit ist im Moment „Operation Zombie“ von Max Brooks, nachdem ich bei Schneckspeck Gutes darüber gelesen habe.

Vermes    BrooksZombie

gehört: Ich stellte mal wieder fest, wie sehr ich Radio hasse – dauernd die gleichen schlechten Lieder, die einem dann als unangenehme Ohrwürmer nachhängen.

gespielt: Es gab mal wieder ein einfaches kleines Spiel, in das ich ärgerlicherweise viel Zeit versenkt habe: „Sonic Jump“. Man springt mit Sonic, dem blauen Igel, nach oben, muss Ringe einsammeln, sich vor Gegnern in Acht nehmen und darf nicht abstürzen. Neben den einzelnen, sehr kurzen Levels gibt es Missionen, die man erfüllen muss (Levels in bestimmten Zeiten schaffen, eine bestimmte Gegnerzahl eliminieren usw.), und dafür bekommt man Boni. Die Levels werden natürlich immer schwerer, sind aber insgesamt nicht sehr abwechslungsreich – im Gegensatz zu den Missionen, die wirklich eine Langzeitmotivation schaffen.

sonic-jump