V/H/S/2

29 Dez

VHS2Vor gut einem Jahr sah ich den Found-Footage-Horrofilm „V/H/S“ und war davon ziemlich angetan. Entsprechend hoch waren meine Erwartungen, als ich dieser Tage die Fortsetzung „V/H/S/2“ angeschaut habe, die für den deutschen Markt in „S-VHS“ umbenannt wurde. Wie beim Vorgänger handelt es sich um eine lose Aneinanderreihung von Kurzfilmen, die durch eine Rahmenhandlung zusammengehalten werden. Diesmal dringen dabei ein Mann und eine Frau in ein leerstehendes Haus ein und schauen sich dort herumliegende VHS-Kassetten an. Sowohl der Rahmenfilm als auch die einzelnen Kurzfilme wurden mit verwackelten Kameras aufgenommen und sollen somit eine gewisse Unmittelbarkeit transportieren.

Beim ersten Abschnitt namens „Clinical Trials“ gelingt dies noch sehr gut. Da wurde einem Mann, der bei einem Autounfall ein Auge verloren hat, stattdessen eine Kamera eingesetzt, die fortlaufend filmt. Mit ihr sieht er tote Menschen in seinem Haus, was erwartungsgemäß für einige Schockeffekte sorgt. Doch schon beim zweiten Kurzfilm, „A Ride In The Park“, geht das Konzept der losen Aneinanderreihung schief. Denn der Film fällt im Vergleich zum ersten qualitativ extrem ab. Es geht um einen Radfahrer, der eine Helmkamera trägt und im Wald auf Zombies trifft, die ihn durch einen Biss selbst in einen Zombie verwandeln. Die Geschichte ist der übliche, mittlerweile langweilige Standard im Bereich der Zombieverfilmungen, die Effekte sind offensichtlich billig, und vor allem beginnt „V/H/S/2“ bei diesem Segment, statt auf Schock lieber auf ekelhafte blutige Sequenzen zu setzen.

Der dritte Kurzfilm namens „Safe Haven“ beginnt verstörend, weil ein nicht untertiteltes Interview in indonesischer Sprache gezeigt wird. Man kann sich erschließen, dass es um ein Filmteam geht, das eine Dokumentation über eine Sekte drehen will. Im Gebäude, in dem die Sekte Schulungen durchführt, kommt es dann zu seltsamen Ereignissen, und die Handlung wird immer abgedrehter. Jedes Mitglied des Filmteams hat eine eigene Kamera, und man verliert schnell den Überblick, wessen Perspektive man nun verfolgt. Die Effekte sind zum Teil extrem beeindruckend, aber eben auch sehr blutig und brutal. Die abschließende Sequenz des Kurzfilms war außerdem das ekelhafteste, das ich je in einem Film gesehen habe, und dabei wird noch nicht einmal Blut vergossen.

Der abschließende Film, „Slumber Party Alien Abduction“, verrät durch seinen Titel schon alles, was passiert. Er ist ähnlich vorhersehbar und unspektakulär wie der Abschnitt mit den Zombies zuvor und nervt eigentlich nur noch. Auch der Abschluss des Rahmenfilms trägt zum letztlich enttäuschenden Gesamteindruck von „V/H/S/2“ bei. Ich fand es vor allem schade, dass nach dem guten ersten Abschnitt nicht das Niveau gehalten werden konnte. Wer also einen guten Horror-Kurzfilm schauen will, dem sei „Clinical Trials“ empfohlen, danach kann „V/H/S/2“ bedenkenlos wieder abgeschaltet werden.

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