Archiv | Juni, 2012

[Buch] „Finsterau“ von Andrea Maria Schenkel

30 Jun

Ich habe mir neulich mal die Minute Zeit genommen, um die neue Broschüre das neue Buch von Andrea Maria Schenkel zu lesen, der Autorin des so grandiosen „Tannöd“. Genau wie in diesem geht es in „Finsterau“ um einen historischen Kriminalfall in einem Dorf in Bayern.

Es ist 1947, die Bauerntochter Afra kehrt in ihr Elternhaus zurück, das sie wenige Jahre zuvor erst verlassen hat. Sie ist schwanger von einem Franzosen, ihre Eltern nehmen sie wieder auf, sind sich aber der Schande des unehelichen Kindes ihrer Tochter durchaus bewusst. Wenig später wird Afra brutal umgebracht, ihr 2-jähriger Sohn Albert schwer verletzt. Der Verdacht fällt sofort auf den immer seltsamer werdenden Vater von Afra, auch weil es keine weiteren Verdächtigen gibt.

Zunächst – es kann sein, dass ich es eingangs angedeutet habe – ist das Buch unglaublich kurz und rasend schnell durchgelesen. Dementsprechend sind auch die einzelnen Kapitel knapp gehalten; sie beschreiben Szenen aus der Perspektive von wechselnden Personen und springen dabei auch gerne in der Zeit vor und zurück. „Tannöd“ hat es im Prinzip genauso gemacht, aber dort war die Handlung verdichtet, mysteriös und bedrohlich. In „Finsterau“ zeichnet die knappe Sprache nicht mehr als grob umrissene Skizzen von Personen und Handlungsorten, Situationen und der gesamte Fall klären sich viel zu schnell und zu unspektakulär. Dazu kommen die für einen Nicht-Bayern seltsam wirkenden dialektalen Vokabeln, die aus „Finsterau“ nichts besseres machen als einen der vielen gerade so beliebten Regionalkrimis. Für eine Lektüre zwischendurch eignet sich das Buch durchaus, man sollte allerdings nicht zu viel erwarten.

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Mein EM-Rückblick

29 Jun

Jetzt ist ja die Europameisterschaft auch schon wieder vorbei. Nur schade, dass sie keinen würdigen Sieger gefunden hat, da mit Deutschland und Portugal die beiden spielstärksten Mannschaften im Halbfinale verloren haben und sich am Sonntag im Finale die defensiven Spanier und die glücklichen Italiener gegenüberstehen. Und wer da gewinnt, interessiert mich nicht mehr.

Ich hatte schon von Anfang an kein gutes Gefühl, was einen Titelgewinn der deutschen Nationalmannschaft angeht. Beim Firmentippspiel hatte ich auf ein Halbfinal-Aus getippt (und leider recht behalten), und auch beim Auftaktspiel gegen Portugal hatte ich nicht auf einen deutschen Sieg getippt. Am Ende war Deutschland mal wieder die beste Mannschaft des Turniers, hatte die besten Einzelspieler, aber wie im Finale vor 4 Jahren gegen Spanien war das gestern gegen Italien ein starker Abfall im Vergleich zum Rest der Turnierleistung.

Was mich sehr genervt hat, waren einige Entscheidungen von Jogi Löw bezüglich seiner Aufstellungen. Zum Beispiel ist Dortmund Meister und Pokalsieger, doch Löw stellt im Halbfinale 7 Bayern-Spieler auf. Zumindest Götze hätte eine größere Chance verdient als eine Einwechslung im Viertelfinale, als das Spiel schon entschieden war. Und warum kommen Gómez und Podolski im Halbfinale wieder, wo es doch mit Klose und Reus so gut gegen Griechenland geklappt hat? Und was macht Kroos da, wo sich doch Schürrle bewiesen hat (und der bereits erwähnte Götze auch ganz gut Fußball spielt)? Vielleicht ist es an der Zeit, aus diesem Team so richtig was rauszuholen und einen neuen Trainer zu holen. Löw scheint nicht motivierend genug zu sein für die ganz großen Spiele.

Mein eigenes Interesse an diesem Turnier hat sich im Übrigen stark in Grenzen gehalten. Ich weiß nicht, ob es daran lag, dass ich eine Tochter habe und nur wenige Spiele schauen konnte, oder dass ich von Anfang an nicht mit einem deutschen Titel gerechnet habe, oder dass ich abgeschnitten von der Heimat keine Euphorie spürte. Vielleicht ist es wieder an der Zeit, mein Interesse am Fußball allgemein etwas zurückzufahren.

EM-Pizza

26 Jun

Am Wochenende hatte ich mal wieder einen meiner seltsamen Einfälle. Ich wollte mal wieder Pizza machen, und zum Thema Belag fiel mir ein, dass man dafür ja eine typische Speise von jedem Teilnehmer am aktuellen EM-Halbfinale benutzen könnte. Und so haben wir es dann auch gemacht. Die Grundierung war eine Tomatensoße, und dann ging’s los: für Spanien Tomaten und spanischer Schinken, den ich damals aus Barcelona mitgebracht hatte; für Portugal Oliven; für Italien Mozzarella und Parmesan; für Deutschland Bratwurst. Die Bratwurst habe ich gebraten, während die Pizza im Ofen war, und die Wurstscheiben nachträglich auf die Pizza gelegt. Und was soll ich sagen, die EM-Pizza war sehr lecker. Ein paar Stücke sind sogar noch da für die nächsten Tage.

[iOS-Spiel] 3 Casual-Fußball-Spiele

23 Jun

In letzter Zeit habe ich ein paar Spiele auf dem iPod gespielt, die mit dem Thema Fußball zu tun haben. Dabei ist es eher ein Zufall, dass gerade die Europameisterschaft läuft. Weil die Spiele eher klein sind, lohnt es sich nicht so sehr, sie einzeln vorzustellen, weshalb ich einfach mal 3 auf einen Schlag kurz bespreche.

Das Spiel: Score! Classic Goals von First Touch

Worum es geht: Man spielt klassische Tore der letzten 40 Jahre nach – per Wisch-Geste. Auf einer Karte sieht man zunächst den Weg, den der Ball zurücklegen muss, in den anschließenden Spielszenen bewegt man ihn mit dem Finger von Spieler zu Spieler, bis er im Tor ist. Dann erhält man eine Präzisionswertung von 1 bis 3 Sterne.

Was gut ist: Die Idee ist einzigartig. Man hat zwar recht eingeschränkte Bewegungsfreiheit, aber die braucht man ja auch nicht, man will ja ein wirklich geschehenes Tor nachspielen. Außerdem gefällt mir die Grafik sehr gut.

Was schlecht ist: Manche Tore fangen mit einer Aktion an, in die man noch nicht eingreifen kann. Wenn man für ein solches Level mehrere Versuche braucht, muss man sich die Anfangssequenz immer wieder anschauen, ohne sie unterbrechen zu können, und das nervt zuweilen. Außerdem ist es ein wenig schade, dass man nur die spielenden Mannschaften, das Datum und den Anlass für das Spiel (z.B. WM-Finale 2010) erfährt, und nicht die Namen der Spieler.

Ob es sich lohnt: Auf jeden Fall!

Das Spiel: Soccer Rally: Euro 2012 von IceFlame

Worum es geht: Man steuert ein Auto mit Gaspedal und Richtungstasten über ein Fußballfeld und spielt gegen ein gegnerisches Auto. Wer nach 2 Minuten mehr Tore erzielt hat, gewinnt. So kann man das gerade laufende EM-Turnier nachspielen.

Was gut ist: Die Grafik ist sehr schön. Vor allem der Look der Autos in den jeweiligen Nationalfarben hat mir sehr gut gefallen.

Was schlecht ist: Ich hatte das Gefühl, dass das Spiel so richtig unfertig ist. Die Fußballmatches sind zwar cool und machen Spaß, aber ein Drumherum existiert praktisch nicht. Man hat keinen Optionsbildschirm, auf dem man z.B. die Musik ausschalten kann, man kann keine anderen Turniere spielen als die EM 2012 (weshalb man in der Vorrunde mit Deutschland immer nur gegen Dänemark, Portugal und die Niederlande spielt), und Sachen wie gewonnene Pokale und Achievements fehlen auch. Vor allem letztes stört mich sehr, weil das Spiel leider kein bisschen motiviert. Man gewinnt die Meisterschaft, sieht kurz die Einblendung „Champion“, und zurück geht’s zum Startbildschirm. Außerdem hätte ich Sachen wie Zeitlupe und Statistiken toll gefunden.

Ob es sich lohnt: Auch wenn ich die App zur Zeit recht häufig starte, würde ich sie derzeit aufgrund ihrer Unfertigkeit nicht empfehlen. Aber vielleicht gibt es ja bald ein paar Updates.

Das Spiel: Kick Flick Soccer HD von Pixels on Toast

Worum es geht: Man schießt Freistöße, indem man von unten nach oben über den Ball wischt. So bestimmt man auch Schussstärke und Richtung. Es gibt drei Modi: die meisten Punkte aus 10 Schüssen, 5 Leben und Sudden Death. Je häufiger man trifft, desto mehr Spieler stehen in der Freistoßmauer.

Was gut ist: Die Grafik ist recht gut gelungen. Bis auf den Ball ist alles hübsch abstrakt und in Neonfarben gehalten.

Was schlecht ist: Leider fehlt mir die Motivation, das Spiel öfter zu spielen. Man macht nichts anderes als Wischen, und ob da einer oder drei Gegner in der Mauer stehen, spielt keine Rolle. Daran ändern auch die verschiedenen Modi nichts.

Ob es sich lohnt: Wegen der fehlenden Motivation eher nein.

Dreifachproduktion

23 Jun

Dieser Tage gibt es einiges zu tun in der Redaktion, denn ich schreibe gleichzeitig für drei Magazine. Das Hauptgeschäft ist natürlich der Provocateur, für den ich insgesamt 11 (!) Sachen mache, von der standardmäßigen Einzelseite über doppelseitige Shotseiten bis hin zu vierseitigen Storys. Die längste Sache ist eine 8-seitige, bilderlastige Strecke, die allerdings auch schon fertig ist.

Dann mache ich zum ersten Mal etwas für das Schmuck Magazin (das auch in unserem Verlag erscheint), bei dem mein Name dabei stehen wird. Ich hatte schon einige Male was damit zu tun, aber da erschien mein Name „nur“ im Impressum. Diesmal sind es zwei Seiten, die ich schreibe bzw. geschrieben habe, denn damit bin ich auch schon fertig.

Und zu guter Letzt gibt es ja Ende August ein neues be styled, für das ich – wie in den letzten zwei Heften – wieder eine eher textlastige Doppelseite mache, außerdem noch ein paar Shotseiten. Am Dienstag ist übrigens wieder Prominenz bei uns im Fotostudio, diesmal ein Paar. Ich werde auch zugegen sein, denn für ein Foto müssen ein paar von uns Redakteuren assistieren.

Ich würde gern alle zu schreibenden Sachen bis Mitte Juli soweit abschließen, denn dann fahren wir für 10 Tage in Urlaub.

be styled 2/2012

16 Jun

Seit gestern ist die neue Ausgabe von be styled am Kiosk. Ich habe wieder ein bisschen was dafür gemacht, was unter anderem an der Fußball-EM liegt, die mit knapp 30 Seiten vertreten ist. Aber keine Sorge: Es geht weniger um Fußball an sich. Vielmehr gibt es so Sachen wie eine Doppelseite mit gutaussehenden Fußballern und eine Doppelseite mit einem Fußballer, der (für Frauen) komplizierte Fragen zum Thema Fußball beantwortet. Dafür habe ich noch einmal Sebastian Boenisch, den (Noch-)Bremer Nationalspieler Polens, zu Rate gezogen, den ich ja schon für den aktuellen Provocateur interviewt hatte. Und dann geht es um ganz viele Sachen, die man machen kann, wenn man sich nicht für die EM interessiert („EM-freie Zone“). Zu Beispiel habe ich eine Strecke mit Musikfestival gemacht und einen längeren Text über das Sziget-Festival in Budapest geschrieben. Dafür habe ich übrigens (mit freundlicher Unterstützung meiner Frau) diesen kleinen Ungarisch-Kurs gestaltet:

Covermodel des Hefts (mit Fotostrecke drinnen) ist übrigens Mandy Capristo. Dazu gibt es unter anderem Reisetipps zu Stockholm, Barcelona, Tel Aviv und Istanbul und ein Interview mit einer Kitesruferin. Aktuelle Infos über das Heft sind auf seiner Facebook-Seite zu finden.

Die Welt ist ein Dorf (6)

6 Jun

Ich war mal wieder in den unendlichen Tiefen von Wikipedia und IMDB unterwegs. Und zwar war ich ziemlich überzeugt davon, dass Dean Pelton aus „Community“ vom gleichen Schauspieler gespielt wird, der in der Silvesterfolge der ersten Staffel von „How I Met Your Mother“ Not Moby gespielt hat – also den Typen, von dem die Gruppe dachte, dass er Moby ist, der dann aber eine Pistole gezückt hat und sich als ziemlich verrückt herausstellte. Das war in der Limousine, die Ted gemietet hat und in der Barney seinen legendären „Get Psyched Mix“ gespielt hat, der nicht über das erste Lied hinauskam, nämlich „Shot To The Heart“ von Bon Jovi. Ich merke, ich verliere den Faden…

Jedenfalls fand ich heraus, dass der Dean in „Community“ von Jim Rash gespielt wird, der aber nicht Not Moby war; der wurde von J.P. Manoux gespielt. Und in der Liste der Aktivitäten des Letzteren fand ich doch tatsächlich auch „Community“. Und zwar spielt er in drei Folgen der 3. Staffel mit, die gerade einmal vor einem Monat in den USA gelaufen sind. Wie der Titel dieser Post-Serie schon sagt: Die Welt ist ein Dorf.


Dean Pelton aus „Community“

 

 

 

 

 

 

 


Not Moby in „How I Met Your Mother“ (in grün)