Archive | Oktober, 2013

Indie Games Concert 2013

29 Okt

In meinem RSS-Reader habe ich unter (vielem) anderem den Blog der Spieleentwicklerfirma 2D Boy abonniert. Das sind die, die „World of Goo“, eines meiner Lieblingsspiele gemacht haben. Auf dem Blog wurde zuletzt der Link zu einer Seite gepostet, auf der man sich das Indie Games Concert 2013 in voller Länge anhören kann. Bei diesem Konzert hat das Dutch Game Music Orchestra bereits im März Lieder aus den Soundtracks von insgesamt 17 Indie-Spielen vorgetragen, unter anderem von „Machinarium“, „Sword & Sworcery“, „FEZ“, „Journey“ und eben „World of Goo“.  Da ich letzteres so mag, habe ich mir auch den originalen Soundtrack mehrfach angehört und fand es dementsprechend beeindruckend, wie das Medley live und von einem Orchester gespielt klingt.

Man kann sich das Album zu einem frei wählbaren Preis auf der Seite herunterladen oder ebenda sowie im folgenden anhören.

Fußball-Comics

27 Okt

Auf kicker.de habe ich neulich gelesen, dass die Deutsche Akademie für Fußballkultur die Sieger des Kulturpreis 2013 gekürt hat. Unter anderem wurden das beste Buch („Spieltage“ von Ronald Reng) und der beste Spruch („Links ist ähnlich wie rechts, nur auf der anderen Seite“ von Patrick Funk, VfB Stuttgart) ausgezeichnet sowie der Walther-Bensemann-Preis für Engagement und gesellschaftliche Verantwortung an Günter Netzer verliehen. Außerdem gab es den Fanpreis, bei dem jährlich ein anderes Medium im Fokus steht. In den letzten Jahren wurden unter anderem die besten Fangesänge, -choreographien und -magazine ausgezeichnet.

In diesem Jahr stand der Fokus des Fanpreises auf Comics, die sich mit dem Thema Fußball befassen. Diese mussten sich von der Länge her auf eine Seite beschränken. Gewonnen hat der Comic „Niemandsland“ von Ralf Marczinczik, der ein Fußballspiel zwischen deutschen und englischen Soldaten in Flandern während des Ersten Weltkriegs zum Thema hat. Anschauen kann man sich „Niemandsland“ hier. Ich finde, der Comic hat den Sieg verdient, auch wenn man ihn mit den Plätzen 2 bis 11 vergleicht. Die meisten dieser Beiträge sind humoristisch und verzichten auf eine hochwertige Optik wie die von „Niemandsland“. Eine Ausnahme bildet „Träume“ von Toni Greis, das leider nur auf einem geteilten 10. Platz gelandet ist.

Vegas‘ Filmalphabet (& Ankündigung)

26 Okt

Vor ziemlich genau zwei Monaten schrieb ich hier, dass ich mich zunehmend für die hochwertigen (und dem konventionellen Fernsehen weit überlegenen) Inhalte auf YouTube interessiere. Mittlerweile habe ich mir auch eine Liste von Kanälen erstellt, deren Videos ich regelmäßig schaue. Im Zuge dessen plane ich, demnächst hier auf meinem Blog eine Reihe zu starten, in der ich ein paar meiner liebsten YouTube-Kanäle und -Formate vorstelle. Das Ganze wird dann analog zu 7tage7serien ablaufen, dem kleinen Format, in dessen Rahmen ich im Juli Serien vorgestellt habe.

Eine YouTube-Videoreihe möchte ich aber hier schon einmal wärmstens empfehlen. Und zwar handelt es sich um „Vegas‘ Filmalphabet“ auf dem Kanal ShortCuts. In knapp 5 Minuten erklärt die YouTuberin Vegas darin Begriffe aus der Welt des Filmemachens. Leider gibt es bislang nur zwei Videos, in denen die Buchstaben A (wie Achsensprung) und B (wie Blende) erläutert werden. Was ich an den Videos sehr mag, ist, dass sie zuweilen schwierige – zumindest aber mir vorher unbekannte – Sachverhalte auf einfache Weise begreiflich machen. Und das auf sympathische und witzige Weise und noch dazu mit anschaulichen Filmausschnitten. Dazu kommt, dass ich das Studio, in dem die ShortCuts-Formate aufgenommen werden, optisch sehr ansprechend finde.

Hier sind die beiden bisherigen Videos zu sehen:

 

Fünf-Fragen-Freitag (13)

25 Okt

Heute pünktlich, dafür als Comicverfilmungs-Edition. Hier die Fragen:

1. Welche Comicfigur hat der Typ, der demnächst zum Fledermausmann wird, früher mal in einem Film gespielt?

2. Und welche Comicfigur war die Ehefrau des Typen aus Frage 1?

3. In welchem 8 Jahre alten Film haben die Darstellerin der Freundin eines der Spinnenmänner und ein Elbe mitgespielt?

4. Welcher Schauspieler verbarg sich in der Verfilmung eines Comics hinter der Maske, die heute zum Symbol einer weltweiten Protestbewegung geworden ist?

5. Der Darsteller des Typen, der einst eine kleine Gruppe aus griechischen Soldaten gegen ein asiatisches Heer geführt hat, spielte Jahre zuvor einen berühmten Blutsauger. Wie hieß der vornehmlich als Regisseur tätige Produzent dieses Films, dessen Name im Titel des Films vorkommt?

 

Da war doch schon mal was

„Limbo“ für iOS

23 Okt

LimboMit einer Verspätung von 3 Jahren habe ich zuletzt endlich auch das Videospiel „Limbo“ spielen können, denn seit Kurzem gibt es das Schwarz-Weiß-Jump’n’Run-Rätsel-und-Gruselspiel auch für mobile Apple-Geräte.

In „Limbo“ spielt man einen kleinen namenlosen Jungen, der in einem düsteren Wald aufwacht und sich ohne ein vorgegebenes Ziel durch eine Welt voller Fallen, Insekten, Zahnräder und Schalter kämpfen muss. Auf dem Weg hat er viele Rätsel zu lösen, die anfangs leicht sind und später immer schwieriger werden. So muss er beispielsweise mit einer Bärenfalle einer Spinne die Beine ausreißen, damit sie ihn damit nicht aufspießen kann. Oder er muss auf einen Baum klettern, von ganz oben einen losen Stamm nach unten stoßen, um damit einen See überqueren zu können. Später kommen komplexere Rätsel mit Gravitation, Kettensägen und Aufzügen dazu. Wenn der kleine Junge stirbt, dann tut er das oft auf sehr brutale Weise. Durch die Schwarz-Weiß-Grafik des Spiels wird die Grausamkeit allerdings abgeschwächt, da Blut und abgetrennte Körperteile ebenfalls schwarz dargestellt sind.

In der iOS-Version von „Limbo“ gibt es keinerlei optischen Schaltflächen; gesteuert wird die Spielfigur durch Fingerbewegungen in den beiden unteren Ecken des Displays. Das macht sich recht gut, zumal der Junge neben Laufen nur noch springen und Gegenstände verschieben kann. Bei manchen Rätseln fiel mir die Steuerung allerdings etwas schwer, vor allem, wenn es um Schnelligkeit ging. Wenn man beispielsweise einen Schalter umlegen muss, dann schnell erst auf ein Zahnrad und von dort aus auf eine Plattform springen muss, brauchte ich schon mehrere Versuche, weil die Steuerung ein wenig zu schwammig war. Die Rätsel sind sehr fair, aber obwohl ich mir vorgenommen hatte, zur Lösung nicht nachzuschauen, musste ich dies bei zwei Rätseln doch tun – und habe mich danach darüber geärgert, weil ich auch allein darauf hätte kommen könnnen. „Limbo“ ist recht schnell durchgespielt, ich werde es aber sicherlich demnächst nochmal spielen, weil es so viel Spaß gemacht hat.

Kaufen kann man „Limbo“ für iOS hier.

Halt die Klappe

21 Okt

Als ich mir vor nun schon 5 Jahren meinen ersten iPod Touch gekauft habe, war der erste Video-Podcast, den ich abonniert habe, ein kleines Impro-Comedy-Format namens „Halt die Klappe“. Da haben sich dann ein Mann, Micky Beisenherz, und eine Frau, Stefanie Werner, über Gott und die Welt unterhalten, beschimpft und gegenseitig schlecht gemacht. Ich fand das damals schon richtig unterhaltsam, aber leider kam nach 72 Folgen nichts mehr.

Ende September las ich dann zufällig auf dem (übrigens sehr witzigen) Twitter-Kanal von Micky Beisenherz, dass es „Halt die Klappe“ wieder gibt, und zwar drei Mal pro Woche. Die Neuauflage ist eingebettet in die Geschichte um eine fiktive Fernsehsendung, die Beisenherz und Werner moderieren. Am Montag führen die beiden eine Art Redaktionsgespräch im Büro, in dem sie Themen für die nächste Sendung besprechen und über mögliche Gäste nachdenken. Am Mittwoch sind sie an einem Ort, der nichts mit der Arbeit zu tun hat, also eine Bar oder beim Zahnarzt, und reden dementsprechend über abseitige Themen. Freitags schließlich sieht man sie backstage im Anschluss an die Fernsehshow, die dann direkt besprochen wird. Die Clips sind immer ungefähr 5 Minuten lang, teilweise albern, teilweise aber auch voller böser Seitenhiebe auf die Medienbranche.  Das Besondere ist noch immer, dass die Dialoge nicht geschrieben, sondern vor der Kamera ausgedacht sind, was vor allem vom Humor des Comedy-Autoren Beisenherz lebt. Eine unbedingte Empfehlung!

„Tabu“ von Ferdinand von Schirach

20 Okt

schirach_tabuIch bin ein großer Verehrer der literarischen Werke von Ferdinand von Schirach. Als vor zwei Jahren mit „Der Fall Collini“ sein erster Roman erschien, las ich bei der Gelegenheit gleich seine beiden Story-Sammlungen „Verbrechen“ und „Schuld“ zum wiederholten Mal. Entsprechend freute es mich, dass vor Kurzem mit „Tabu“ ein neuer Roman des langjährigen Strafverteidigers erschien.

In „Tabu“ geht es um Sebastian von Eschburg, den vernachlässigten und emotional abgestumpften Spross verarmten Adels. In der ersten Hälfte des Romans wird sein Werdegang vom Internatsschüler zum gefeierten Fotografen beschrieben, sein Versuch, mit der PR-Managerin Sofia eine Beziehung einzugehen, die Annäherung an seine geheimisvolle Nachbarin Senja, seine immer herausfordernden Fotoarbeiten. In der zweiten Hälfte dann sitzt er in Untersuchungshaft wegen eines Mordes, den er zwar gestanden hat, bei dem es aber keine Leiche und auch sonst nur sehr wenige Beweise für seine eventuelle Schuld gibt. Der an Burn-Out leidende Anwalt Konrad Biegler wird hinzugezogen, für den es jedoch zunächst um die Frage geht, ob von Eschburg bei seinem Geständnis Folter angedroht wurde.

Ferdinand von Schirach hat einen Schreibstil, den ich sehr mag. Die Sätze sind einfach, nicht ausgeschmückt und bringen das auf den Punkt, was sie sagen wollen. Im Grunde ist „Tabu“ eine lange Kurzgeschichte. Beziehungsweise mehrere hintereinander, eine für jeden Lebensabschnitt von Eschburgs. Auch wenn es einige Ungereimtheiten im Handlungsverlauf gibt, auch wenn manche Taten der Figuren nicht direkt nachvollziehbar sind, so mochte ich das Buch von vorne bis hinten. Dabei habe ich mir auch keine großen Gedanken über den programmatischen Titel gemacht, da es schließlich für jeden Leser unterschiedlich sein kann, was genau an „Tabu“ tabu ist und was nicht. Beeindruckend fand ich, dass am Schluss des Buches bemerkt wird, dass die Handlung auf wahren Begebenheiten beruht – wenngleich dies sofort wieder relativiert wird. Auch angesichts dessen, dass man „Tabu“ aufgrund seiner moderaten Länge recht schnell gelesen hat, soll es von mir unbedingt empfohlen sein.