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Das Layout einer Kurzgeschichte in der Tageszeitung

8 Dez

In der heutigen Ausgabe der österreichischen Tageszeitung „Der Standard“ gibt es die Kurzgeschichte „Das Schulfoto“ von Clemens J. Setz zu lesen. Ich mag ja Kurzgeschichten an sich, weil sich darin in wenigen Worten ganze Welten entfalten, sich nicht mit langatmigen Beschreibungen aufgehalten wird und man eine Geschichte mal schnell zwischendurch lesen kann. So ging es mir heute mittag auch mit „Das Schulfoto“, was ich als eine richtig gute Geschichte empfand. Sie verfolgt eine interessante Idee, hält die Spannung und deutet oft nur an. Nachlesen kann man sie hier.

Ich fand es allerdings recht seltsam, wie die Geschichte in der Zeitung abgedruckt war. Hier sind zwei der drei Seiten zu sehen, die sie einnahm:

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Ich habe mich beim Lesen gefragt, wieso die Geschichte unbedingt wie ein Zeitungsbeitrag gelayoutet sein musste. Sie hat sinnloserweise Zwischenüberschriften und hervorgehobene Zitate, und auch die Unterschriften unter den Stock-Fotos, die überhaupt nichts mit der Geschichte zu tun haben, sind Zitate aus der Geschichte. Hatten die Zeitungsmacher Angst, dass die Geschichte ohne übliche Layout wie eine wenig einladende Bleiwüste aussieht? Man wurde immer aus der Geschichte herausgerissen, wenn eine Zwischenüberschrift oder ein Zitat eingeschoben wurde. Ich finde, man hätte es bei den Bildern belassen können – und bei einer vernünftig zusammenhängend abgedruckten Geschichte.

Geburtstagszeitung

3 Mrz

Unser Plan war es eigentlich, dass ich am Tag der Geburt unserer Kleinen in einen Kiosk gehe und von jeder Tageszeitung eine Ausgabe kaufe, damit unsere Tochter später lesen kann, was an diesem Tag in der Welt los war. Doch da die Geburt von 11 Uhr bis 19 Uhr dauerte und ich danach an Anderes dachte als an den Kauf von Zeitungen, haben wir doch kein Print-Archiv vom 7. September 2011.

Doch zum Glück gibt es einige Verlage, die ältere Zeitungsausgaben anbieten, zum Beispiel als Abo-Geschenke. Vor einem Monat habe ich auf der Abo-Seite der „Krone“ gesehen, dass man die Tageszeitung zwei Wochen lang testweise kostenlos, unverbindlich und selbstkündigend beziehen kann. Es gab einige Geschenke zur Auswahl, so auch eine „Krone“-Babybox. Dabei gibt man das Geburtsdatum seines Kindes an (das aber nicht mehr als sechs Monate zurückliegen darf) und ob es ein Mädchen oder ein Junge ist; entsprechend erhält man seine Zeitung in einer rosa oder einer hellblauen Box.

Ich habe also zwei Wochen lang die „Krone“ getestet (sie ist nicht so mein Fall, weil sehr boulevard-lastig) und bekam diese Woche die Box zugeschickt:

   

 

 

 

 

 

 

 

Ich finde die Idee großartig, und dass Zucker gerade an ihrem Geburtstag teurer wurde, dafür kann doch unsere Kleine nichts.

Print vs. Digital

16 Feb

Ich arbeite in einem Verlag, der Zeitschriften, Magazine und Zeitungsbeilagen herausbringt – die Frage, ob ich gedruckte oder digitale Inhalte bevorzuge, sollte sich also allein aus dem Gesichtspunkt „Man sägt nicht an dem Ast, auf dem man sitzt“ von selbst beantworten. In der Tat bin ich allerdings auch privat ein großer Freund des auf Papier gedruckten Wortes – was auch wieder ein Widerspruch dazu ist, dass ich einen Kindle habe. Aber der Reihe nach.

Ich interessiere mich für Bücher, seit ich lesen kann. Und seit ich eigenes Geld habe, kaufe ich auch Bücher – früher auf Papier gedruckt, heute in E-Book-Form. Meinen Schwenk zur digitalen Buchvariante habe ich schon hier mit Gründen belegt. Ein weiterer Vorteil von weniger Büchern liegt bei einem halben Dutzend Umzügen in meinem Leben auf der Hand. Wüsste ich irgendwann, wo ich alt werde, würde ich mir sicher einen Raum einrichten, wo die Bücherregale bis zur Decke gehen und müsste mir keine Sorgen um Transportkisten und Speditionskosten machen.

Der wichtigere Punkt, auf den ich hinaus will, ist die Zeitungs- und Zeitschriftenabteilung. Eine Kollegin erzählte mir neulich, dass sie gelesen hat, dass man bei weitem weniger Informationen auffasst, wenn man etwas aus einem Bildschirm liest (PC oder E-Book-Reader), als wenn man es auf Papier vor sich liegen hat. Das kann ich nur bestätigen. Mit dem Kindle lese ich auch weniger intensiv und fasse Details weniger präzise auf. Woran das liegt, kann ich aber nicht sagen. Ich mag es einfach, eine Zeitung oder eine Zeitschrift in der Hand zu halten und mir richtig Zeit dabei zu lassen, jeden Artikel zu lesen und mir die Bilder anzusehen.

Mein grundsätzliches Problem ist nur: Ich habe keine Zeit, erst recht nicht als in Vollzeit arbeitender Vater. Ich habe einige Male Probeabos für Zeitungen abgeschlossen, und diese stapelten sich nach einer Woche auf dem Küchentisch, weil ich nicht zum Lesen kam. Zeitschriften sind da etwas anderes, weil man da ja mindestens eine Woche Zeit hat, eine Nummer zu lesen, bevor die nächste kommt. Da ist nur mein zweites, etwas untergeordnetes Prolblem: Es gibt derzeit keine einzige Zeitschrift, die ich mir regelmäßig kaufen würde. Möglicherweise kenne ich die aktuelle Printszene nicht so gut, aber das Magazin, das ich mir momentan abonnieren würde (und in das ich dann meine rare Zeit investieren würde), muss noch kommen.