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Die makabere Schönheit eines Axtmords

29 Apr

Es gibt da ein sehr interessantes Magazin. Ein „Magazin für serielles Erzählen“, wie schon der Untertitel seinen Inhalt beschreibt. Sein Name lautet „torrent“, und leider müsste ich im Eingangssatz schon schreiben: „Es gab…“, denn nach nur 3 Ausgaben muss „torrent“ mangels Rentabilität als Printmagazin eingestellt werden, wie man auf der Homepage lesen muss. Kurz bevor dies verkündet wurde, hatte ich die Macher kontaktiert, um mich nach einer Mitarbeit als freier Redakteur zu erkundigen.

Auch wenn es das Heft nicht mehr in gedruckter Form geben wird, so wird doch die Homepage fortgeführt und mit aktuellen Inhalten gefüllt. Dafür habe ich kürzlich eine Rezension über die Miniserie „Verbrechen“ geschrieben, die Verfilmung von 6 Kurzgeschichten von Ferdinand von Schirach. Die Rezension namens „Die makabere Schönheit eines Axtmords: die ‚Verbrechen‘ des Ferdinand von Schirach“ kann man hier nachlesen.

[TV] „Dracula lebt – Das Vermächtnis des Grafen“

7 Feb

Vor ein paar Jahren habe ich mal einen Vortrag des bekannten Kriminalbiologen Mark Benecke gehört. Es sollte eigentlich eine Lesung aus seinem damals aktuellen Buch sein, aber – wie es wohl bei solchen Veranstaltungen mit ihm üblich ist – er referierte frei und von einer Computerpräsentation unterstützt über Themen aus dem Buch. Das hat mir sehr gut gefallen, und seitdem verfolge ich seine Arbeit mit Interesse. Ein Teil seiner Lesung damals hat mich besonders fasziniert: die wissenschaftliche Erklärung von Vampirzeichen.

Ich interessiere mich sehr für Vampire und zähle „Dracula“ zu meinen Lieblingsbüchern. Neulich suchte ich ein wenig im Internet und stolperte dabei über eine Dokumentation, die im letzten Jahr im ZDF lief. Sie heißt „Dracula lebt – Das Vermächtnis des Grafen“, und Mark Benecke ist einer der Experten, die im Film zu Wort kommen. Der etwas mehr als 30 Minuten lange Film verschränkt drei Themengebiete miteinander: Er erzählt die Lebensgeschichte von Bram Stoker und die Entstehung seines Romans „Dracula“, er beleuchtet die noch immer anhaltende Faszination für das Thema Vampire aus psychologischer Sicht, und er geht den wahren Hintergründen für Vampirmythen auf den Grund. Dieser letzte Teil deckt sich ziemlich mit dem Vortrag von Mark Benecke, den ich damals hörte.

Es geht um den (vor allem im slawischen Raum verbreiteten) Volksglauben, nach dem Tote aus dem Grab steigen und ihre Verwandten heimsuchen. Diese wissen sich dann nicht anders zu helfen, als den Sarg zu öffnen und den (Un-)Toten mit einem Holzpflock durchs Herz am Boden zu fixieren und so am Umherwandeln zu hindern. Dass dabei die Leiche noch lebendig aussieht, ihre Haare und Fingernägel scheinbar weiter gewachsen sind und sie Blut im Mundwinkel hat, erhält den Mythos aufrecht, hat aber wissenschaftliche Erklärungen. Dennoch wird der Brauch zum Beispiel in Teilen Rumäniens noch immer aktiv betrieben, was der Film auch zeigt.

Die Dokumentation ist sehr empfehlenswert, vor allem für alle die, die Vampire nicht von den „Twilight“-Büchern (oder noch schlimmer: -Filmen) kennen und die gerne mehr über den Mythos erfahren wollen. Dank YouTube kann man die Doku hier jederzeit schauen (in vier Teilen, leider mit nicht so guten Anschlüssen):