Tag Archives: Wohnungssuche

Kaution einsammeln

28 Feb

Heute haben wir den Mietvertrag für unsere neue Wohnung unterschrieben. Ich bin mit einem ordentlichen Bündel Geld zum Ort der Unterzeichnung gekommen, weil es ja immer noch üblich ist, dass man das Geld in bar mitbringt, statt es bequem und sicher zu überweisen. Ich hatte nicht so sehr Angst davor, mein Portemonnaie zu verlieren oder überfallen zu werden, zumal der Termin nicht im Immobilienbüro stattfand, sondern an einem neutralen Ort.  Es hat mich einfach nur genervt, schon Tage vorher von Automat zu Automat zu rennen, weil sowohl unsere Karte als auch die Banken Tageslimits haben. So konnte ich immer nur einen Teilbetrag abheben. Mich würde wirklich interessieren, wann die Immobilienvermittler damit anfangen, diese wirklich großen Summen bargeldlos übermitteln zu lassen.

Fünf Wohnungen

19 Feb

Diese Woche haben wir einen Wohnungsbesichtigungsmarathon mit fünf Terminen an drei Tagen hinter uns gebracht. Ich mag es ja, Wohnungen zu sehen (Stichwort: „Was es nicht alles gibt!“), aber leider war keine der Wohnungen mehr bewohnt – das ist dann noch ein wenig interessanter, zumindest aus soziologischer Sicht. Für den eigentlichen Sinn einer Besichtigung ist es selbstverständlich besser, wenn Löcher in der Wand nicht durch Möbel verdeckt werden. Alle Wohnungen waren übrigens im 3. Wiener Gemeindebezirk.

Am Mittwoch hatten wir zwei Besichtigungen innert einer Stunde. Die erste Wohnung war ein Altbau mit kaputten Türklinken, einem bald kaputten Kühlschrank und knarzenden Dielen. Es roch überall etwas muffig, und in eine Richtung blickte man auf einen „Lichthof“ (sprich: auf die gegenüberliegende Häuserfront). Die Wohnung war’s also nicht. Die zweite Wohnung am gleichen Tag hatte sich schon erledigt, als wir den Hausflur betraten, denn dort gab es keinen Aufzug. Die Wohnung selbst war sehr schön, riesige Räume, begehbarer Kleiderschrank, großes Bad, aber ein Lift muss wegen des Kinderwagens sein.

Am Donnerstag gab es wieder zwei Besichtigungen, diesmal zwei Neubauwohnungen. Die erste war perfekt: 3 Zimmer, Balkon, Abstellraum, Badewanne, coole Gegend. Die zweite war auch okay, hatte aber keinen Balkon und eine Kochnische im Wohnzimmer.

Am Freitag schließlich schauten wir uns noch eine – aufgepasst! – loftartige Architektenwohnung an. Und die war der Wahnsinn: Die Küche hatte ein in die Schiebetür integriertes Weinregal, im Flur bildete ein riesiges Schuhregal die Schiebetür zur Wohnung. Beide Zimmer hatten riesige Stauflächen, die dezent hinter Wänden versteckt waren, so dass man sie von den Zimmern aus nicht sehen konnte. Und das Bad war offen zum Schlafzimmer hin, mit einer Waschbettenarmatur auf einem Holztisch. Leider hätte der Spaß auch einiges gekostet, und zwei Zimmer sind uns zu wenig. Außerdem war die Gegend ziemlich schmutzig.

Ich denke, es wird offensichtlich erkennbar sein, für welche Wohnung wir uns letztlich entschieden haben.

Ein Wohnungsbesitzer

14 Feb

Ich habe mich ja schon vor über einem Monat hier über einen Wohnungsvermittler aufgeregt. Was wir allerdings in der letzten Woche mit einem Wohnungsbesitzer erlebt haben, ist geradezu lächerlich. Wir fanden im Internet eine Anzeige mit einer wunderschönen Wohnung im von uns bevorzugten 3. Wiener Bezirk und schauten sie uns am vorletzten Samstag an. Weil wir so begeistert waren, riefen wir gleich den Besitzer an und sagten, dass wir die Wohnung gern anmieten würden. Er meinte nur lapidar: „Rufen Sie mich am Montag an!“ Das tat ich, und er sagte mir, dass es wohl ein anderes Paar gäbe, das sich für die Wohnung interessiert (was komisch war, weil der Samstag der erste Tag war, an dem Besichtigungen durchgeführt wurden und wir demzufolge ziemlich sicher die ersten waren, die zusagten). Er würde sich am nächsten Tag nochmal melden, wenn er mit dem anderen Paar gesprochen hat.

Ich muss noch erzählen, dass die Vermietung ohne eine Maklerfirma ablaufen sollte und so auch keine Provision zu zahlen war; allerdings wollte der Besitzer das Doppelte zur normal üblichen Kaution. Außerdem kam noch eine Ablöse für Möbel dazu, die die Vormieter passend für die Wohnung gebaut haben. Wobei das auch komisch war: Als wir die Wohnung besichtigt hatten, sagten uns die Vormieter, dass es nicht verpflichtend ist, die Möbel zu nehmen, und am Montag riefen sie meine Frau an und meinten, dass in Absprache mit dem Besitzer derjenige der Interessenten die Zusage bekommt, der auch die Möbel nimmt. Während ich bei den Vormietern anrief, um bei den Möbeln zuzusagen, rief zeitgleich der Besitzer an und sagte uns die Wohnung zu. Der Mietvertrag sollte im Laufe der (vergangenen) Woche kommen.

„Sollte“ bedeutet: Er kam nicht. Ich wartete bis Freitag Nachmittag, bis ich den Besitzer anrief. Er meinte, dass es eine Änderung gab: Seine Tochter will jetzt die Wohnung, da sie nicht mehr zwischen Wien und ihrer Heimatstadt eine Stunde lang pendeln will. Der Wohnungsbesitzer meinte zwar, dass er das nicht will, aber: „Wir diskutieren das am Wochenende aus. Rufen Sie mich einfach am Montag nochmal an.“

Wir hatten aber schon für Samstag einen weiteren Besichtigungstermin mit den Vormietern ausgemacht, um uns die Möbel nochmal anzuschauen, die in der Wohnung verbleiben sollten und für die wir ja auch Geld zahlen sollten/wollten. Und bei diesem Termin sagten uns die Vormieter, dass am gleichen Tag noch Besichtigungen stattfinden. Wir haben uns dann gefragt: Wieso lässt jemand seine Wohnung nochmal anschauen, wenn er eigentlich schon potentielle (und begeisterte) Mieter gefunden hat? Wieso lügt er uns dann mit einer Tochter-muss-pendeln-Story an? Und – vorausgesetzt, die Tochter-Story stimmt – wieso annonciert er eine Wohnung und lässt Besichtigungen durchführen, wenn er sich nicht sicher ist, ob er sie überhaupt vermieten will?

Wir haben dann nicht nochmal bei dem Besitzer angerufen.

Ein Wohnungsvermittler

7 Jan

Wir ziehen demnächst um und schauen uns daher bereits nach Wohnungen um. Kurz vor Jahresfrist fand ich auf einer Immobilien-Suchseite eine Annonce mit einer eingermaßen interessanten Wohnung und schickte eine Anfrage. Ich gab die Kontaktdaten an, die ich angeben wollte, nämlich nur meine E-Mail-Adresse. Es kam lange nichts, und vor ein paar Tagen erhielt ich dann folgende Mail:

keine telnr. von ihnen!
höre ich noch was ?

Sonst nichts. Keine Begrüßung, keine Verabschiedung, keine Großbuchstaben, keine Freundlichkeit. Ich suchte nochmal die Annonce raus und stellte fest, dass der Vermittler für den Fall, dass wir die Wohnung nehmen würden, eine Provision von 1.500 Euro in Rechnung stellen würde.
Ich finde es ohnehin etwas übertrieben, in einer Zeit, in der jeder seine Wohnung im Internet sucht und in der die Hauptaufgabe eines Wohnungsvermittlers darin besteht, auf Immobilien-Suchseiten Anzeigen zu schalten, eine so hohe Provision zu verlangen. Aber dann ist es auch mein gutes Recht, zu bestimmen, wie ich gerne kontaktiert werden würde.
Ich habe dem Mann dann zurückgeschrieben, dass ich es unfassbar finde, dass er für seine Unfreundlichkeit auch noch so viel Geld verlangt, und er antwortete mir (den Punkt mit der Unfreundlichkeit ignorierend), dass „die einfachste Kommunikation in unserem Zeitalter (…) nunmal das Telefon“ sei.
Aber selbst wenn das so sei, so geht es doch nicht darum, welche Kommunikationsform er für die einfachste hält (er scheint ja auch auf Mails zu setzen, sonst hätte er mir ja keine geschrieben), sondern darum, welche Kontaktaufnahme für mich als Kunden die angenehmste ist. Und wenn ich gerne Briefe schreibe und auf diese Weise kommunizieren möchte, dann sollte das für einen Dienstleister auch in Ordnung sein.