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Meine Zeit als Security-Mann

6 Mrz

Ja, auch ich habe, wie so viele andere, als Student einen Job gemacht, der bis auf das verdiente Geld keinen Mehrwert hatte: Ich war Security-Mann. Zwar habe ich das nur über einen Sommer gemacht, aber das war ausreichend für so manche interessante Begebenheit. Zum Beispiel habe ich bei einem Rammstein-Konzert die Zünder für die Pyrotechnik bewacht. Ich musste im Wesentlichen nur aufpassen, dass kein Besucher an die Technik geht, und konnte ansonsten die Band mit bester Sicht anschauen. Leider musste ich, als die Vorband Apocalyptica spielte, noch außerhalb des Saales Zuschauer zählen, die auf die obere Tribüne gingen.

Eine Sängerin, bekannt aus der Neuen Deutschen Welle und zuletzt TV-Jurymitglied, hatte zu wenige Tickets verkauft, und damit nicht auffiel, dass nur eine dreistellige Zuschauerzahl kam, wurde die Halle mit Tüchern optisch verkleinert. Und eine Band aus Norddeutschland, deren Name an den Wilden Westen erinnert, spielte noch zu Anfang ihrer Laufbahn auf einem kleinen südthüringischen Stadtfestival und wollte einen Security-Mann pro Bandmitglied – das waren immerhin fünf Leute, mehr als für das ganze Konzert vorgesehen waren. Bei der Aufzeichnung für ein „[bitte Jahreszeit einfügen]fest der Volksmusik“ musste ich zum Glück außerhalb der Halle einen Aufzug bewachen und bekam nichts von der Musik drinnen mit.

Sehr schön fand ich, dass ich dank des Jobs das ABBA-Musical „Mamma Mia!“ anschauen konnte, was ich so nicht getan hätte. Außerdem war ich bei einem Spiel der deutschen Fußballnationalmannschaft und stand hinter dem Tor von Oliver Kahn. Und zu guter Letzt verbrachte ich ein Wochenende auf dem Segelflugplatz Roitzschjora in der Nähe von Leipzig, um beim With Full Force auf einem Aussichtstürmchen aufzupassen, dass auf dem Zeltplatz nichts passiert. Am Ende einer Schicht hatte ich dann das Vergnügen, einen Auftritt von Slayer zu sehen.