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Mein Blick zurück (KW 12)

25 Mrz

Eine traurige Nachricht habe ich erst Anfang dieser Woche erfahren, obwohl es schon Anfang der letzten Woche passiert ist. Der Fußballheld Timo Konietzka hat sich mit der Hilfe der Schweizer Organisation Exit das Leben genommen, nachdem im Februar 2012 bei ihm ein unheilbares Krebsleiden festgestellt wurde. Da Konietzka eine bekannte Person war, befürchten nun viele, dass Schweizer Sterbehilfeorganisationen einen Aufschwung erlangen.

Was mich diese Woche ein wenig irritiert hat, ist die Pressemitteilung, dass von neuen iPad nach nur vier Tagen schon 3 Millionen Exemplare verkauft wurden. Ich frage mich dann immer: Sind das alles Leute, die sich jedes Jahr die neueste Version einer Apple-Hardware zulegen müssen und dann auch gleich im Herbst die iPhone-Verkaufszahlen in die Höhe treiben? Oder sind das Leute, die noch gar kein oder ein älteres iPad haben und sich modernisieren wollen? Ich finde jedenfalls den Apple-Hype zunehmend seltsam.

Eine eher lustige Meldung war die, dass John Travolta einen Masseur sexuell belästigt haben soll. Da kommen schon wieder Gerüchte auf, dass der vierfache Familienvater homosexuell sein könnte. Wenn man Ausschnitte aus seinem größten Filmerfolg „Saturday Night Fever“ sieht, weiß ich nicht, ob man es nicht schon vorher hätte geahnt haben können.

Dann habe ich festgestellt, dass zwei ganz tolle Sendungen der ZDF-Spartenkanäle auch als Video-Podcast angeboten werden: zum einen „Bambule“ auf ZDFneo, ein sehr interessant gestaltetes Magazin mit Sarah Kuttner, und zum anderen die Talkshow „Roche & Böhmermann“ auf ZDF.kultur. Vor allem letztere hat es mir angetan, und ich frage mich, wieso das ZDF solch großartige Sendungen (es kommt ja dann noch „neoParadise“ dazu) im TV-Niemandsland versteckt.

Diese Woche wurde ich einmal mehr mit meiner Präsenz auf der Homepage RateMyProfessors.com konfrontiert. Vier Studenten haben während meiner einjährigen Tätigkeit an einer US-amerikanischen Uni eine Bewertung abgegeben. Ich habe von den möglichen 5 Punkten insgesamt durchschnittliche 2,6 Punkte bekommen. Bei Hilfsbereitschaft habe ich 2,2, bei Klarheit 3,0 und bei Einfachheit der Kurse 4,0 Punkte. Alle vier haben mir eine Chilischote (= „Hotness“) gegeben. Irritierend.

Dann habe ich am Donnerstag bei der Presseabteilung eines deutschen Fußball-Bundesligisten angerufen, weil ich ein Interview mit einem Spieler führen will. Das Interview findet nächste Woche statt. Am Ende des Telefonats habe ich peinlicherweise gefragt: „Ist eigentlich nächste Woche Europapokal?“ Und dann meinte die Pressefrau: „Ja, aber leider ohne uns.“ Und mir ist das noch immer so unangenehm, weil ich eigentlich genau weiß, wer im Europapokal spielt. Und die gute Frau musste denken, dass ich ein absolut unfähiger Sportredakteur bin. Zum Glück konnte ich das schlechte Gefühl am Freitag wieder einigermaßen loswerden, als ich mit dem Pressemann eines anderen Bundesligisten sprach und auch mit ihm ein Interview mit einem der Spieler seines Vereins ausmachen konnte.

Zu guter Letzt traten am Donnerstag Rammstein und Marilyn Manson gemeinsam bei der Echo-Verleihung auf. Was theoretisch wie eine großartige Performance klingt, war praktisch sehr langweilig. Es wurde Mansons „The Beautiful People“ gespielt, und ob da hinten Schneider, Kruspe und Co. die Musik gemacht hätten oder Die Toten Hosen oder Mansons eigene Band, hat gar keine Rolle gespielt. Mir hätte es viel besser gefallen, wenn es ein Duett von Manson und Till Lindemann gegeben hätte. Aber letzterer war gar nicht anwesend. Hier trotzdem ein Video des Auftritts: