Tag Archives: Radio

„Lateline“

20 Jul

Die „Lateline“ ist eine Call-In-Sendung, die jeden Tag zwischen Montag und Freitag von 23 Uhr bis 1 Uhr auf diversen Radiosendern der ARD ausgestrahlt wird und danach als Podcast heruntergeladen werden kann; ich hatte den Podcast bereits hier empfohlen. Was ich sehr interessant finde, ist die Zusammenstellung der Moderatoren – es moderiert nämlich jeden Tag ein anderer. Am Montag ist es Jens-Uwe Krause von Bremen Vier, über den ich vor einem guten Jahr auf die Sendung aufmerksam geworden bin, weil ich auch den „Podcall“ höre, an dem er beteiligt ist. Dann kam ich auf den Geschmack des Humors von Jan Böhmermann und höre seither die „Lateline“ auch am Donnerstag, wenn er sie präsentiert. Am Dienstag ist der Moderator Holger Klein, den anscheinend viele Hörer gut finde, mit dem ich allerdings bislang nur eine Sendung gehört habe. In der ging es um Serienempfehlungen, sie hat mir zwar keine neuen tollen Serien näher gebracht, aber schlecht fand ich sie dennoch nicht. Aktuell habe ich noch die Folge vom letzten Dienstag auf dem iPod, in dem mit den Hörern „Black Stories“ gelöst wurden, das höre ich demnächst noch. Am Mittwoch ist schließlich Caroline Korneli die Moderatorin, mit der ich leider überhaupt nichts anfangen kann. Ich habe eine Sendung mit ihr angefangen zu hören, in der es um die „Simpsons“ ging, aber ich konnte sie leider nicht zu Ende hören. Aber wie schon anfangs geschrieben, es ist eine interessante Zusammenstellung, und jeder Moderator wird seine Fans haben.

Weil ich es noch kaum angesprochen habe: Jede Sendung ist im Normalfall monothematisch; das Thema, das sich die Moderatoren wohl selbst ausdenken, wird im Vorfeld auf dem Blog der Sendung bekannt gegeben (dort können auch alte Sendungen angehört und heruntergeladen werden). Eine Ausnahme sind der 1. Montag, der 2. Dienstag, der 3. Mittwoch und der 4. Donnerstag im Monat, an denen freie Themenwahl herrscht und sich die Anrufer das Thema selbst aussuchen können. Aber da auch in den anderen Sendungen oft abgeschweift wird, sind die Themen eigentlich immer sehr vielfältig.

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„Allein gegen alle“

21 Mär

In den 1970er Jahren gab es eine Radiosendung, die man sich in unserer Zeit von Internet und der Charts-Fixiertheit gar nicht mehr vorstellen kann. Sie hieß „Allein gegen alle“, und moderiert wurde sie vom legendären Hans Rosenthal (den wohl die wenigsten heute noch kennen). Warum ich über eine über 40 Jahre alte Radiosendung schreibe? Weil sie momentan bei Deutschlandradio Kultur wiederholt wird (jeden ersten Sonntag im Monat um 8:05 Uhr), ich sie als Podcast abonniert habe und ich einfach finde, das solche „alten“ Unterhaltungsformate einen enormen Charme haben – auch heute noch.

„Allein gegen alle“ ist eine Ratesendung, bei der ein Einzelner einer Stadt fünf Fragen stellt. Alle Bewohner der Stadt sind aufgerufen, per Telefon ihre Antworten ins Rathaus zu übermitteln, wo sie gesammelt und ins Studio zu Hans Rosenthal weitergegeben werden. Zudem erhält die Stadt eine Aufgabe (vergleichbar mit der Stadtwette in „Wetten dass..?“), und zwischendurch singen Schlagersänger (damals) aktuelle Lieder (das Gute am Podcast: Da kann man vorspulen). In jeder Sendung gibt es drei Raterunden, der Sieger (Einzelner oder Stadt) kommt in die nächste Runde.

Ich habe leider noch nicht die Probe gemacht und die Fragen einer Sendung mit Hilfe des Internet zu beantworten versucht, was sicher interessant wäre. Aber man muss sich vorstellen, dass damals die Bewohner einer ganzen Stadt zu Hause und in Bibliotheken Bücher wälzten, um die Lösungen zu zum Teil wirklich schweren Fragen zu finden. Wie gesagt, heute nicht mehr vorstellbar. Auch der Elan, mit dem Stadtbewohner und selbst die Bürgermeister an das Spiel herangingen, ist beeindruckend. Schade, dass es heutzutage viel zu wenige von solchen einfachen, aber sehr innovativen Unterhaltungskonzepten gibt.

Radio

18 Mär

Ich kann sagen, dass ich das Medium Radio nicht leiden kann. Oder anders gesagt: Ich kann nicht leiden, wie das Medium Radio von Massensendern eingesetzt wird. Da bestimme ich lieber selbst, was ich höre. Da wir aber noch kein Internet in der neuen Wohnung haben, mussten wir notgedrungen am Wochenende das gute alte Radio einschalten, um uns die Zeit des Kistenpackens und Möbelzusammenbauens zu vertreiben.

Es stellte sich heraus: Radio ist noch immer das Medium, das ich nicht leiden kann. Vor allem liegt dies an der eintönigen Musikauswahl. Ich weiß, die Schwierigkeit bei der Programmierung von Radio-Spiellisten liegt darin, dass man es allen Hörern recht machen muss. Und dafür eignen sich nun mal die Charts am besten. Aber deshalb will ich trotzdem nicht jede Stunde Lana Del Rey, Foster the People und irgendwelche Euro-Pop-Überbleibsel hören. Und normalerweise bin ich kein Gegner davon, dass im Radio viel geredet wird. Aber dann bitte nur mit interessanten Gesprächspartnern.

Ich mag immer diese Sendungen, die meist am späten Abend laufen und in denen sich ein alteingesessener Moderator musikalisch austoben darf. Da hört man dann erstmal nach langer Zeit wieder Kiss, Lynard Skynard oder die Rolling Stones – zumindest von letzteren nicht immer nur „Satisfaction“. Ein großartiger Vorschlag wurde vor einer Weile in der Lateline besprochen: ein Radiosender, der jedes Lied, das es gibt, nur einmal spielen darf und danach nie wieder. Das wäre großartig. Aber außerhalb der undurchschaubaren Welt der Sparten-Internet-Radiosender wird sich das garantiert nie jemand trauen.