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[Buch] „Aus der Dunkelkammer des Bösen“ von Mark Benecke und Lydia Benecke

13 Feb

Ich hatte ja bereits hier geschrieben, dass ich sehr an der Arbeit und den Publikationen von Mark Benecke interessiert bin. So las ich denn zuletzt sein neuestes Buch „Aus der Dunkelkammer des Bösen. Neue Berichte vom bekanntesten Kriminalbiologen der Welt“. Erstmals ist seine Frau Lydia Benecke, ihres Zeichens Psychologin, als Co-Autorin an einem Buch von ihm beteiligt.

Ich mochte den Vor-Vorgänger „Mordmethoden“ sehr, weil Benecke dort in eigenen Worten selbst bearbeitete sowie historische Fälle beschreibt. Das Buch danach, „Mordspuren“, das ich damals auf RoterDorn rezensierte, gefiel mir deshalb nicht so sehr, weil Benecke hier sehr viel von anderen Autoren übernahm und mir insgesamt der rote Faden fehlte. Als ich dann einige Seiten von „Aus der Dunkelkammer des Bösen“ gelesen hatte, fühlte ich mich stark an das Vorgängerbuch erinnert. Am Anfang steht ein langweiliger Text über den Schädel und die Zähne von Adolf Hitler, und danach übernimmt die Frau des „bekanntesten Kriminalbiologen der Welt“ und gibt aus psychologischer Sicht zum Besten, was es mit den Persönlichkeitsstörungen von Serienmörder auf sich hat. Als Aufhänger dient einmal mehr der kolumbianische Kindermörder Luis Alfredo Garavito Cubillos, auf den auch schon in „Mordspuren“ ausführlich eingegangen wurde. Es werden Abnormalitäten wie Pädophilie, Sadismus und Nekrophilie beschrieben und anhand realer Fälle wie der von Ted Bundy, David Berkowitz, Jack Unterweger, Josef Fritzl und Wolfgang Priklopil nachvollzogen. Das hat man in einigen Publikationen schon einmal gelesen, ist aber durchaus (man entschuldige das unpassende Adjektiv in diesem Zusammenhang) unterhaltsam.

Mir fehlt zwar auch in diesem Buch der rote Faden, da auf die Täter-Psychogramme ein lose angefügter Beitrag von Mark Benecke zum Thema „Übersinnliche Hilfe bei Kriminalfällen“ sowie einige Zeitungskolumnen folgen. Auch gibt es einige Ungereimtheiten und sprachliche Schnitzer. Ein Beispiel: Das Buch ist voller Brutalitäten und Grausamkeiten (was angesichts des Autoren und des Themas eine vorhersehbare Sache ist), die ohne Vorwarnung auf einen einprasseln (bei lebendigem Leib geköpfte Kinder, Menschen, die in den Gedärmen von Leichen wühlen, Besenstiele, die in Körperöffnungen von Toten eingeführt werden). Und an einer Stelle steht: ‚Der folgende Bericht ist nichts für schwache Nerven!‘, und was dann folgt, ist ein „schnöder“ Mord mit anschließender Schändung der Leiche. Wenn man schon warnt, hätte man auf jeder zweiten Seite eine Warnung platzieren können.

Aber insgesamt ist „Aus der Dunkelkammer des Bösen“ recht kurzweilig geraten. Man möchte also Herrn Benecke empfehlen, dass er in Zukunft immer seine Frau mit ins Boot holt, wenn ein Buch geschrieben werden muss.

[TV] „Dracula lebt – Das Vermächtnis des Grafen“

7 Feb

Vor ein paar Jahren habe ich mal einen Vortrag des bekannten Kriminalbiologen Mark Benecke gehört. Es sollte eigentlich eine Lesung aus seinem damals aktuellen Buch sein, aber – wie es wohl bei solchen Veranstaltungen mit ihm üblich ist – er referierte frei und von einer Computerpräsentation unterstützt über Themen aus dem Buch. Das hat mir sehr gut gefallen, und seitdem verfolge ich seine Arbeit mit Interesse. Ein Teil seiner Lesung damals hat mich besonders fasziniert: die wissenschaftliche Erklärung von Vampirzeichen.

Ich interessiere mich sehr für Vampire und zähle „Dracula“ zu meinen Lieblingsbüchern. Neulich suchte ich ein wenig im Internet und stolperte dabei über eine Dokumentation, die im letzten Jahr im ZDF lief. Sie heißt „Dracula lebt – Das Vermächtnis des Grafen“, und Mark Benecke ist einer der Experten, die im Film zu Wort kommen. Der etwas mehr als 30 Minuten lange Film verschränkt drei Themengebiete miteinander: Er erzählt die Lebensgeschichte von Bram Stoker und die Entstehung seines Romans „Dracula“, er beleuchtet die noch immer anhaltende Faszination für das Thema Vampire aus psychologischer Sicht, und er geht den wahren Hintergründen für Vampirmythen auf den Grund. Dieser letzte Teil deckt sich ziemlich mit dem Vortrag von Mark Benecke, den ich damals hörte.

Es geht um den (vor allem im slawischen Raum verbreiteten) Volksglauben, nach dem Tote aus dem Grab steigen und ihre Verwandten heimsuchen. Diese wissen sich dann nicht anders zu helfen, als den Sarg zu öffnen und den (Un-)Toten mit einem Holzpflock durchs Herz am Boden zu fixieren und so am Umherwandeln zu hindern. Dass dabei die Leiche noch lebendig aussieht, ihre Haare und Fingernägel scheinbar weiter gewachsen sind und sie Blut im Mundwinkel hat, erhält den Mythos aufrecht, hat aber wissenschaftliche Erklärungen. Dennoch wird der Brauch zum Beispiel in Teilen Rumäniens noch immer aktiv betrieben, was der Film auch zeigt.

Die Dokumentation ist sehr empfehlenswert, vor allem für alle die, die Vampire nicht von den „Twilight“-Büchern (oder noch schlimmer: -Filmen) kennen und die gerne mehr über den Mythos erfahren wollen. Dank YouTube kann man die Doku hier jederzeit schauen (in vier Teilen, leider mit nicht so guten Anschlüssen):