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[Film] Kriegerin

19 Nov

In der ersten Einstellung liegt eine junge Frau blutend am Strand. In der zweiten Szene trägt ein Mädchen einen Rucksack voller Sand über einen Strand zu ihrem Opa, der sie in den Arm nimmt und sie als die titelgebende „Kriegerin“ bezeichnet. Und mit der dritten Szene geht dieser schonungslos brutale Film los: Eine Gruppe Neonazis läuft Parolen gröhlend durch einen Zug, provoziert und schlägt wahllos Mitfahrer und prügelt schließlich einen Asiaten nieder. Man erfährt nichts über den Gesundheitszustand des angegriffenen Asiaten, aber Sandro, der Anführer der Nazi-Clique, wird kurz nach dem Angriff von der Polizei festgenommen und kommt ins Gefängnis. Seine Freundin Marisa, die Hauptdarstellerin des Films, gehört ebenso der Clique an und ist wie er an vielen Stellen ihres Körpers mit Nazi-Symbolen tätowiert. Als sie den Motorroller von zwei aghanischen Asylanten mit ihrem Auto von der Straße drängt und einer von ihnen sie wenig später im Supermarkt, in dem sie als Kassiererin arbeitet, um Essen anbettelt, beschließt sie, ihm zu helfen, nach Schweden zu seiner Familie zu kommen. Parallel wird die Geschichte von Svenja erzählt, einer 15-Jährigen, die in die Clique gerät und sich immer mehr mit deren Werten identifiziert.

Ich weiß nicht so recht: Der Film hat das Prädikat „Besonders wertvoll“ erhalten und wurde mit vielen Preisen auszeichnet, unter anderem mit drei Deutschen Filmpreisen 2012. Aber irgendwie fand ich, dass sich der Film viel zu sehr in Klischees verrennt. Er spielt in Ostdeutschland, die Hauptdarstellerin ist eine Supermarktkassiererin, und ihr Opa hat sie als Kind mit rechtem Gedankengut „infiziert“. Die Männer der Clique machen Leibesertüchigung in einer Kiesgrube, auf ihren Partys schauen die Nazis Ausgaben der „Wochenschau“, und die junge Svenja schmiert schon nach wenigen Treffen mit den Nazis rechte Parolen an die Wohnzimmerwand ihrer Eltern. Das mag alles so sein, aber es wirkt sehr konstruiert. Der Film ist hart und gewalttätig, keine leichte Kost (verständlich, bei dem Thema) und veranschaulicht auf extreme Art, wie vor allem junge Menschen in die Tiefen des Neonazi-Denkens abgleiten kann. Nicht umsonst gibt es auf der Homepage zum Film auch Material für den Unterricht. Für mich ist „Kriegerin“ ein Film wie „Die Welle“: perfekt, um ihn jungen Menschen zur Abschreckung zu zeigen. Leider fehlt „Kriegerin“ der Tiefgang, aber den braucht man für den Zweck auch nicht.

4g (KW 45)

11 Nov

Ein Überblick über die Medien, die ich diese Woche konsumiert habe.

gelesen: Ich habe weiter an „Ein fast perfekter Plan“ von Petra Hammesfahr gelesen, allerdings nicht allzu viel. Ich finde, der Anfang schleppt sich ein wenig, weil erst die Vorgeschichte aller Figuren erzählt werden muss und gefühlt alle 3 Seiten eine neue Figur dazukommt.

gehört: Viel Musik habe ich diese Woche nicht gehört. Was mir in Erinnerung blieb, war das Best-Of-Album „Feeling Good“ von Nina Simone, auf dem sich unter anderem ihre großartigen Covers von „Feeling Good“, „I Put A Spell On You“ und „Don’t Explain“ befinden. Witzig ist ihre Version von „Ne me quitte pas“, weil es in typischem Amerikaner-Französisch gesungen ist.

gesehen: Ich habe den Film „Kriegerin“ zu Ende geschaut (dazu demnächst einen separaten Eintrag).
Außerdem haben meine Frau und ich mit der Serie „Raising Hope“ begonnen und finden sie ziemlich großartig. Es geht um einen jungen Mann, der nach einem One-Night-Stand Vater wird und sich, zusammen mit seiner armen und verrückten Familie, um das Kind kümmern muss, weil die Mutter des Kindes kurz nach der Geburt als zum Tode verurteilte Mörderin hingerichtet wird. Das klingt erstmal nicht nach gutem Stoff für eine Comedy-Serie, ist aber sehr witzig.

   

gespielt: Das einzige Spiel, das ich diese Woche recht intensiv gespielt habe, war „Granny Smith“. Dabei geht es darum, mit einer alten Frau auf Rollschuhen durch die Gegend zu fahren und Äpfel einzusammeln, bevor ein Dieb, der zeitgleich startet, es tut. Man kann springen, sich um die eigene Achse drehen und sich mit seinem Spazierstock an Kabeln oder Trapezen festhalten. Das Spiel ist die perfekte Mobil-Unterhaltung, weil ein Level keine Minute dauert. Mich stört einzig die Balance der Schwierigkeit ein wenig: Grundsätzlich ist das Spiel ein wenig zu leicht, aber es gibt Äpfel, die in einem sehr schwierig zu erreichenden Winkel hängen, so dass man manchmal Dutzende Anläufe braucht, um sie zu erreichen. Trotzdem: Eine große Empfehlung meinerseits!

4g (KW 44)

4 Nov

Ein Überblick über die Medien, die ich diese Woche konsumiert habe.

gelesen: Ich habe schon wieder ein neues Buch angefangen, nämlich „Ein fast perfekter Plan“ von Petra Hammesfahr. Ich hatte vor einer Weile ihr Buch „Bélas Sünden“ gelesen, und das gefiel mir so gut, dass ich es jetzt mit einem weiteren versuche. Und ich mag den Erzählstil zumindest jetzt am Anfang sehr.

 gesehen: Ich habe „Chernobyl Diaries“ geschaut und hier bereits kommentiert. Außerdem habe ich den Film „Kriegerin“ angefangen, ein mehrfach preisgekröntes und von Beginn an schockierendes Nazi-Drama.

 

gehört: Ich habe ein Album wiederentdeckt, das ich vor vielen Jahren sehr oft gehört habe, und zwar „The World Is Ours“ von Farmer Boys aus dem Jahr 2000. Von dem Album stammt auch der größte Hit der Band aus Baden-Württemberg, nämlich „Here Comes The Pain“. Leider hat man in letzter Zeit nicht mehr viel von ihr und ihrem melodischen Heavy Metal gehört.

gespielt: Diese Woche habe ich ein paar sehr hübsche Spiele gespielt. Eines davon war „Kumo Lumo“. Hierbei steuert man eine Wolke und bringt sie zum Regnen. So lässt man Bäume wachsen, löscht Waldbrände und bekämpft böse Gewitterwolken. Wischt man über die Spielwelt unter der Wolke, so bewegt sie sich, die Wolke selbst kann per Fingerwischen bewegt werden, ein Antippen lässt sie regnen. Pro Level gibt es verschiedene Aufgaben zu erledigen, wie das Löschen von 8 Bränden oder das Besiegen von 5 bösen Wolken.
Zwei andere Spiele, nämlich „About Love, Hate And The Other Ones“ und „CreaVures“ werde ich mal in einem gesonderten Beitrag besprechen.