Tag Archives: Interview

Mr. Abzocker

2 Sep

Am Freitag erschien auf der Homepage des Provocateur das Interview, das ich mit dem ehemaligen Betrüger Mike Wappler a.k.a. Milliarden-Mike geführt habe. Über den Artikel hatte ich hier schon berichtet, das Interview gibt es nun hier zu lesen.

Ein weiterer Held meiner (diesmal frühen) Jugend

2 Feb

Als Redakteur hat man zuweilen mit bekannten Menschen zu tun. Und obwohl ich schon mit Ken Block eine Runde drehte, meine Hand auf Lionel Messis Schulter lag und mich Jochen Schweizer zum Bungeespringen brachte, haben manche Prominente auf persönlicher Ebene eine sehr große Bedeutung für mich. Ich durfte ja vor einer Weile schon mit Manuel Anrack telefonieren, was mir viel bedeutet hat, weil ich einst ein großer Fan der „Harald-Schmidt-Show“ war, und gestern hatte ich einen für mich persönlich noch viel bedeutenderen Menschen am Telefon: Moses Pelham.

Es war 1994, ich war gerade 14 Jahre alt. Musikalisch war ich noch nicht orientiert, ich hörte kein Techno mehr und noch kein Heavy Metal. Da zog im Haus gegenüber ein Junge mit seiner Familie ein, aus dem fernen Frankfurt am Main stammend. Der Junge verstand sich vor allem gut mit meinem Bruder, weil die beiden im gleichen Alter waren, aber auch ich kam gut mit ihm aus. Eines Tages kam er mit einer CD vorbei, „Direkt aus Rödelheim“ vom Rödelheim Hartreim Projekt. Ich weiß nicht, ob es die Faszination für harte Worte war, die mich die CD rauf und runter hatte hören lassen, aber es war so. Ich hörte das Album so oft, dass ich noch heute auf Zuruf Reime daraus zitieren kann. Komischerweise beeindruckte mich das zwei Jahre später erschienene Album „Zurück nach Rödelheim“ nicht so sehr, aber meine Begeisterung für die Rapper Moses P. und Thomas H. war tief in mein Hirn eingebrannt.

So verfolgte ich auch die Karriere von Moses Pelham: die Gründung des Labels 3p, die Entdeckung von Sabrina Setlur und Xavier Naidoo, der neuerliche Erfolg mit Glashaus und Sebastian Hämer, seine mittlerweile abgeschlossene „Geteiltes Leid“-Trilogie. Und als ich neulich in der Redaktion nach einem geeigneten Prominenten für unsere Kategorie „Meine Stadt“ suchte, fiel mir nach einigem Überlegen Moses Pelham ein. Ich fragte bei 3p an, und man sagte mir sofort zu. Und gestern um 15 Uhr war es soweit: Ich hatte den großen Moses Pelham am Telefon und durfte 35 Minuten mit ihm sprechen. Erwartungsgemäß ist er ein sehr sympathischer und reflektierter Mensch, und das Gespräch machte sehr viel Spaß. Vielleicht lade ich bei Gelegenheit ein paar Schnipsel davon hoch, vor allem das herzerfrischende und charakteristische Lachen von Moses muss man gehört haben. Mich jedenfalls hat das Interview mit Moses Pelham tief beeindruckt – so wie damals meine erste Begegnung mit seiner Musik.

Jochen Schweizer und ich (plus Buchkritik)

18 Dez

Ich muss zu meiner Schande gestehen: Bevor ich im September erfuhr, dass ich ein Interview mit Jochen Schweizer führen darf, wusste ich nicht viel mehr über ihn als seinen Namen. Ich wusste noch nicht mal, wie er aussieht, und musste mir im Internet Fotos anschauen, um ihn überhaupt zu erkennen. Natürlich informierte ich mich noch im Vorfeld, und seine sehr tolle Presseabteilung versorgte mich mit seiner Autobiographie (dazu gleich mehr), aber dennoch: Jochen Schweizer war für mich ein Unbekannter. Und dann sprach ich eine Stunde mit ihm:

Das Interview war äußerst angenehm, wir führten es im Penthouse im 6. Stock unseres Verlagshauses, über den Dächern von Wien. Wir begannen mit ein paar Fotos (die es leider aus Platzmangel nicht ins Heft geschafft haben, von denen Jochen – ich darf ihn duzen – sich aber eines zur Erinnerung hat ausdrucken lassen), das hat die Stimmung von vornherein aufgelockert, und dann sprachen wir über sein bewegtes Leben.

3c2f1095f5676c31b6cf2662dec9c80d_gDamit bin ich auch schon beim Buch: Denn nach dem Interview las ich endlich auch Jochens Autobiographie namens „Warum Menschen fliegen können müssen“. Hätte ich sie vorher gelesen (oder mehr über ihn gewusst), dann hätte ich einige Fragen im Interview nicht stellen müssen, aber ich finde im Nachhinein, dass es dem ganzen Gespräch nicht geschadet hat, dass ich nur die Eckpfeiler von Jochens Karriere kannte. Jedenfalls hat Jochen als Kanute angefangen und sich in der Szene einen Namen gemacht, auch als Filmproduzent. Vorher machte er schon eine Fahrt auf dem Motorrad durch die Sahara, und bereits dieser prägende Teil seines Lebens wird im Buch eindrucksvoll geschildert. Seinen Ruf als Extremsportler erwarb er sich durch einen Bungeesprung von einer 220 Meter hohen Staumauer in Willy Bogners Film „Fire, Ice & Dynamite“. Daraus wurde ein Bungee-Business, und daraus dann ein Event-Business. Jochen spart im Buch weder persönliche Einblicke in sein Familienleben aus (die Trennung von der Mutter seiner beiden Söhne, seine Tochter, die er seit Jahren nicht gesehen hat) noch die Folgen des tödlichen Unfalls in Dortmund im Jahr 2003, als ein Bungeespringer auf einer Jochen-Schweizer-Anlage zu Tode kam.

Jochens Leben ist sehr beeindruckend, und wenn es nicht wirklich so abgelaufen wäre, hätte man es für einen gut geschriebenen Roman halten können. Bei mir hat es sicherlich auch seinen Teil beigetragen, dass ich diesen grundsympathischen Menschen persönlich habe kennenlernen dürfen. Aber auch für „Außenstehende“ ist „Warum Menschen fliegen können müssen“ ein sehr zu empfehlendes Buch.

Lionel Messi und ich

14 Aug

Ich berichtete vor einiger Zeit hier davon, dass ich Anfang Mai eine Ein-Tages-Dienstreise nach Barcelona gemacht habe. Jetzt ist endlich die Berichterstattungssperre vorbei, und ich darf es sagen: Ich habe Lionel Messi getroffen und ein Interview mit ihm geführt. Zunächst das Beweisfoto:
 

Und das war so: Gastgeber war eine Uhrenfirma, die ein gutes Dutzend Pressevertreter aus genauso vielen Ländern nach Barcelona einfliegen ließ, um dort eine Lionel-Messi-Special-Limited-Edition einer Uhr zu präsentieren. Ich flog also am (sehr frühen) Morgen los und traf die anderen Journalisten vor dem Markt Le Boqueria. Dort gab es eine Führung und typisch katalanisches Frühstück mit viel Fisch und Fleisch. Dann wurden wir zum Paseo de Gracia in der Innenstadt gefahren, von wo aus ich zur Sagrada Família lief. Leider war nicht mehr die Zeit, um zum Park Güell zu gehen, stattdessen ging ich gemütlich zum Restaurant „El Principal“, wo ein Mittagessen geplant war. Und zwar hatten wir als Vorspeise Gazpacho und Pesto-Eis mit geriebenem Parmesan, als Hauptspeise gegrilltes Rindfleisch, Pilze und Kartoffelbrei, und als Nachspeise ein Carpaccio aus exotischen Früchten, dazu weißen oder roten Wein. Ich habe selten so gut gegessen, zumal mir meine Tischnachbarn sehr angenehm waren.

Nach dem Essen ging es zu Fuß in ein nahes Design-Hotel, wo Teilchen und Getränke serviert wurden (als hätten wir nicht gerade schon genug gegessen und getrunken). Dann mussten wir eine Weile warten und wurden dann in den Gewölbekeller des Hauses gebeten. Dort schauten wir einen Imagefilm über Lionel Messi, und als der Film vorbei war, wurde die Leinwand heruntergelassen, und dahinter stand er dann selbst. Ich finde es immer faszinierend (auch wenn es eigentlich albern ist), dass bekannte Menschen auch nur Menschen sind, aber bei Messi war es noch eine Spur extremer: Man hat nichts von Allüren gemerkt, das war ein schüchterner, freundlicher junger Mann, der sich da zwischen den Journalisten bewegte.

Nach der Präsentation der Uhr warteten wir wieder, und dann wurden wir für die Interviews in Fünfergruppen in ein Zimmer des Hotels gerufen. Als wir alle hintereinander in den Raum gingen, wurde jeder von uns vorgestellt, mit dem Namen des Landes auf Spanisch. Ich war an der Reihe, und der Person fiel nicht ein, woher ich komme. Sie sagte: „Alex de…“, und ich ergänzte geistesgegenwärtig: „…Alemania“, und gab Messi die Hand. Während des halbstündigen Interviews stieg mein Diktiergerät aus, und zum Glück merkte es der Simultandolmetscher sofort, so dass ich ab dann mitschreiben konnte.

Nach meinem Interview redete ich noch mit dem Art Director der Uhrenfirma, was auch sehr interessant war, aß noch ein paar Teilchen, und dann war es auch schon wieder Zeit, dass ich zum Flughafen gebracht wurde. Das Taxi teilte ich mit dem Marketing-Chef der Uhrenfirma, was auch sehr angenehm war, zumal er Deutsch sprach. Insgesamt war ich an dem Tag gut 19 Stunden auf den Beinen und legte 2.900 Kilometer Luftlinie zurück. Aber die (kaum merkliche) Anstrengung war es definitiv wert.

Das Interview und ein Portrait über Lionel Messi gibt es übrigens ab dem 30. August im Provocateur zu lesen.

Interview

18 Jan

Am nächsten Montag rufe ich in New York an – für ein Interview. Das wird dann mein viertes Interview sein, seit ich im Verlag arbeite (und auch so mein viertes, wann macht man schon mal als Lehrer ein Interview?). Das erste war das mit Ken Block, welches auch das bislang einzige von Angesicht zu Angesicht und das einzige englischsprachige war. Das zweite war mit dem Künstler Julius von Bismarck, mit dem ich die letzte Seite im Provocateur 5/2011 gestaltet habe, und das dritte war mit einem Extremsportler, das es dann aber doch nicht ins Heft geschafft hat, weil die Bebilderung für eine eventuelle Story nicht ausgereicht hätte.

Und jetzt also das vierte Interview. Ich werde mit dem Sohn des Geschäftsführers eines traditionsreichen österreichischen Unternehmens sprechen. Der Sohn leitet seinerseits den US-Ableger des Unternehmens. Die Story über das Unternehmen mitsamt dem Interview wird dann in der ersten Ausgabe der Österreich-Edition des Provocateur erscheinen, der – ebenso wie das deutsche Heft – am 17- Februar in den Kiosk kommt.

Warum ich mich so bedeckt über den Interviewpartner halte? Ich will ehrlich gesagt nicht zu viel Interna ausplaudern. Es gibt zwar Kollegen, die auf Facebook gleich nach einem Shooting Bilder posten, aber das wäre nichts für mich. Außerdem: Wen es interessiert, der wird sich das Heft kaufen. Oder hier wieder vorbeischauen, wenn das Heft draußen ist, denn wenn es auf dem Markt ist, kann ich ja offen reden.