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Provocateur-Newsletter 7/2012

26 Apr

Heute ging der neue Provocateur-Newsletter raus – ein bisschen verzögert, weil wir gerade intensiv an der neuen Ausgabe arbeiten. Von mir sind die folgenden Texte:

Facebooks Börsengang
Insignien der Macht – „Spielzeuge“ für reiche Männer (eigentlich eine Doppelseite im aktuellen Heft)
Mit Zittern ins Finale – über das Champions-League-Halbfinalspiel Real vs. Bayern
Puck-Jäger – über die Eishockey-WM 2012

Öffentliche Depression

14 Feb

Gerade habe ich gelesen, dass der Fußballer Andreas Biermann auf seiner Facebook-Seite geschrieben hat, dass er zum wiederholten Mal versucht hat, sich das Leben zu nehmen.

Von der Facebook-Seite von Andreas Biermann: „Um Gerüchten und Falschmeldungen vorzubeugen und meinen bisherigen, offenen Weg weiterzugehen, möchte ich euch mitteilen, dass ich in der Nacht vom 9. zum 10.2. versucht habe mir das Leben zu nehmen und mich seitdem wieder in stationärer Therapie befinde. Die Suizidgedanken habe ich nach wie vor, ich fühle mich sehr schlecht… Neben der bekannten Depression gibt es auch andere Gründe, welche ich aus Respekt vor meiner Familie und zum Selbstschutz nicht erläutern werde.“ (Quelle: http://de-de.facebook.com/pages/Andreas-Biermann/132233760175120)

Ich habe daraufhin die Seite besucht (hier) und wusste zunächst nicht so recht, was ich davon halten soll, dass eine Person des öffentlichen Lebens einen Selbstmordversuch öffentlich macht.

Ich habe von Biermann schon im Zusammenhang mit Robert Enke gelesen, der sich Ende 2009 nach langer Depression das Leben nahm. Biermann ging darauf mit seiner Depression an die Öffentlichkeit und begab sich in Therapie, was sich beruflich zu seinem Nachteil entwickelte: Sein Vertrag wurde nicht verlängert, einen neuen Verein fand er nicht. Daraufhin riet er depressiven Fußballspielern, nicht mit ihrem Leiden an die Öffentlichkeit zu gehen, da es nicht unbedingt zu ihrem Vorteil ist.

Interessant fand ich die Kommentare zum Post von Biermann. Viele Menschen versuchen, ihm zu helfen, manche kritisieren ihn dafür, so an die Öffentlichkeit zu gehen. Ich denke, das große Problem ist, das sich in dem Bereich einfach viel zu wenig getan hat seit dem Tod von Robert Enke. Depression ist längst noch nicht als Krankheitsbild anerkannt, und Depressive trauen sich noch immer nicht, über ihr Leiden zu sprechen – oder müssen mit Nachteilen leben, wenn sie es tun. Ich denke, vor allem deshalb sollte man Andreas Biermann und seinem mutigen Bekenntnis Respekt zollen.