Tag Archives: Compliance

4g (KW 50)

16 Dez

Ein Überblick über die Medien, die ich diese Woche konsumiert habe.

gelesen: Ich lese fleißig „Er ist wieder da“ von Timur Vermes. Gerade hatte Hitler, der im Berlin von 2011 wieder zum Leben erwacht ist, seinen ersten Fernsehauftritt. Ich mag es immer noch, wie Vermes den Ton von Hitler einfängt und konsequent durchzieht.

Vermes

gesehen: Über „Compliance“ habe ich hier schon meinen Kommentar abgegeben.
Zudem habe ich die 2. Staffel von „Parks & Recreation“ fertig geschaut und bin weiterhin sehr angetan von „Once Upon A Time“.

compliance

gehört: Es standen diese Woche vor allem Weihnachtsalben auf dem Programm, vor allem welche von Nat King Cole, Frank Sinatra und Michael Bublé.

gespielt: Ich habe leider viel zu viel Zeit in „Railroad Story“ versenkt, ein recht simples Spiel, in dem man Zugstrecken zwischen verschiedenen Städten bauen und reparieren muss und dann Züge pünktlich und ohne Unfälle von einer Stadt in die andere fahren lässt. Ein Level schafft man, wenn man bestimmte Bedingungen erfüllt, wie einen gewissen Geldbetrag erwirtschaften oder eine bestimmte Zeit ohne Unfall sein. Das Spiel ist recht nett, mit der Zeit aber langweilig, weil nicht viel passiert. Ich habe es aus Ehrgeiz durchgespielt und dann gelöscht.

Railroad_Story

[Film] Compliance

13 Dez

complianceEin Mann ruft in einem Schnellrestaurant an und gibt sich als Police Officer aus. Er behauptet, dass eine Angestellte des Restaurants Geld von einer Kundin gestohlen habe, und fordert die junge Dame auf, sich auszuziehen und von der Restaurantleiterin nach dem Geld untersuchen zu lassen.

Das ist die minimalistische Prämisse des Films „Compliance“. Noch vor dem Vorpann gibt es eine Einblendung, dass der Film Ereignisse zeigt, die sich tatsächlich abgespielt haben. Dort dachte ich noch, dass das ein billiger kleiner Thriller werden wird, der durch eine solche Ansage künstlich Spannung erzeugen will. Aber im Laufe des Films sorgt der Gedanke an die Authentizität des Gezeigten zunehmens für Bestürzung, weil man sich nicht vorstellen kann, dass Menschen wirklich so handeln, wie sie es in diesem Film tun. Recht schnell wird nämlich klar, dass der Anrufer kein Polizist ist und allein durch die Behauptung, Polizist zu sein, einen solch großen Druck auf die Personen im Restaurant ausübt, dass diese keine Sekunde daran zweifeln, dass etwas an seinen Behauptungen nicht wahr sein könnte. Das geht dann so weit, dass es zu Ungeheuerlichem kommt.

Auch nachdem der Film vorbei ist, lässt einen das, was man da gesehen hat, eine Weile nicht los. Dass all dies wirklich passiert ist, zeigt der Wikipedia-Eintrag über einen so genannten strip search prank call scam, bei dem ein Mann im Jahr 2004 in einer McDonald’s-Filiale in Kentucky anrief und es zu den im Film gezeigten Vorfällen kam. Angesichts des kammerspielartigen Settings lebt „Compliance“ vor allem von seinen Schauspielern – und die sind wirklich gut. Allen voran beeindruckt Ann Dowd als leichtgläubige Restaurantchefin Sandra. Die gedemütigte Angestellte Becky wird übrigens von Dreama Walker gespielt, die gerade als eine der Hauptfiguren in der Comedy-Serie „Don’t Trust The Bitch In Apartment 23“ zu sehen ist. Bei Rottentomatoes.com hat „Compliance“ aktuell eine Wertung von 89 %.