Tag Archives: Cœur de Pirate

„Was kann eigentlich Katy Perry?“

30 Jan

Der Titel dieses Artikels ist sowas wie ein geflügeltes Wort meiner Person geworden, wenn es um die benannte Sängerin und ihre meiner Meinung nach nicht vorhandene Daseinsberechtigung als Sängerin geht. Ich bin der Ansicht, dass sie nicht mehr kann, als mit großen Augen in Kameras zu schauen und ihre kaum verhüllten Brüste zu schwingen. Besonders ärgerlich fand ich, dass sie es sogar in die Serie „How I Met Your Mother“ geschafft hat – zum Glück nur für eine Folge.

Auf der anderen Seite – und das geht ein Stück von Katy Perry weg – muss man anerkennen, dass das, was so manche weichgespülte Pop-Tante so macht, qualitativ gar nicht so schlecht ist – wenn es nicht die Pop-Tante machen würde. So gibt es zum Beispiel ein beeindruckendes Cover von „I kissed a girl“, dem unsäglichen Durchbruch von Katy Perry, gesungen vom leider noch ziemlich unbekannten William Fitzsimmons:


Auch Rihanna gehört für mich in die Nicht-Musiker-Abteilung, aber wenn man ihr Lied „Umbrella“ nicht von ihr, sondern von Cœur de Pirate hört, hört man dann doch seine hohe Qualität:


Die dritte im Bunde der zu Unrecht Bekannten ist natürlich Britney Spears, von der man zum Glück in letzter Zeit nicht viel hört. Ihr Lied „Gimme more“ wurde von Sia gecovert:


Einigermaßen bekannt ist die israelische Sängerin Yael Naim, die mit „Toxic“ bekannt geworden ist, ebenfalls ein Britney-Spears-Cover:


Und ohnehin einen großen Namen hat Jamie Cullum, der Rihannas Lied „Don’t stop the music“ coverte:


Man muss also nur hinter die nervige Fassade blicken, und schon erkennt man, dass hinter manchen Liedern mehr steckt, als man vermutet.

[Musik] „Blonde“ von Cœur de Pirate

21 Jan

Für diese kleine Albumkritik muss ich ein wenig ausholen. Es gibt eine schwedische Sängerin namens Anna Ternheim. Ich bin gleich nach ihrem ersten Album auf sie aufmerksam geworden. Ihre Musik war rein und ungefiltert, meistens nur sie und ihre Gitarre. Und dann kam ein nächstes Album, und irgendjemand muss zu ihr gesagt haben, dass sie poppiger werden muss, um im Radio gespielt zu werden und den ganz großen Erfolg zu haben. Und leider hat sie es sich in der Folgezeit angenommen, weniger Fokus auf gute Melodien gelegt und alles eingängiger gestaltet.

Doch nun zu Cœur de Pirate: Hinter dem Namen verbirgt sich die Franko-Kanadierin Béatrice Martin. Sie erlangte erste mediale Aufmerksamkeit durch ein YouTube-Video mit einem kleinen Baby, dem ihr Lied „Ensemble“ unterlegt war. Ich bin nach ihrem ersten Album auf sie aufmerksam geworden. Ihre Musik war rein und ungefiltert, meistens nur sie und ihr Klavier. Und dann…na ja, dann kam ihr aktuelles Album „Blonde“. Ihre Stimme ist immer noch interessant, die französische Sprache hat noch immer einen wunderbaren Klang, und in manchen Liedern spielt sie sogar Klavier. Aber dennoch ist sie leider im Mainstream angekommen.

Für mich ist Musik dann Radio-Pop (den ich nicht mag), wenn mir ein Lied nach kurzem Hören im Kopf kleben bleibt. Dann brauche ich Abstand und höre es lange nicht mehr, schlimmstenfalls nie wieder. Und das ist leider bei „Blonde“ passiert. Gegen Ende gibt es zwar doch noch ein paar handgemachte, ruhige Lieder, aber ich höre lieber weiterhin das erste Album (namens „Cœur de Pirate“), denn das hängt mir nach hunderten Malen Hören noch immer nicht zum Hals raus.