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Hundert Helden (37): Frank Buschmann

8 Aug

Bildschirmfoto 2013-08-08 um 16.00.56In dieser Kategorie stelle ich Personen des öffentlichen Lebens vor, die meine Kindheit und Jugend geprägt haben.

Diesmal: Frank Buschmann, Sportkommentator (Foto: Screenshot von YouTube)

 

Warum so heldenhaft? Eng verknüpft mit den heldenhaften Chicago Bulls ist für mich der Kommentator der Spiele, mit denen ich mir unzählige Nächte um die Ohren schlug: Frank Buschmann, tätig beim übertragenden Sender, der damals noch DSF hieß. Buschmann wird nicht umsonst die „Stimme des deutschen Basketballs“ genannt, gibt es doch kaum einen anderen Kommentator, der so sehr in der Lage ist, Emotionen zu transportieren.

Wie ging es weiter? Buschmann begegnete mir in diversen Tätigkeiten auch außerhalb von Basketballübertragungen. Unter anderem seien da seine Arbeiten als Kommentator der FIFA-Videospielereihe und bei „Schlag den Raab“ zu nennen.

Und heute? Nachdem Buschmann seit Februar dieses Jahres nicht mehr für DSF/Sport1 arbeitet, kündigte er vor einigen Wochen auf seinem YouTube-Kanal das Format Buschi.TV an. Davon wird es ab 12. August drei Folgen pro Woche geben, in denen Buschmann Sportler interviewt, ungewöhnliche Sportarten vorstellt und sich dem Sport im Allgemeinen auf authentische Weise nähert. Ich freue mich drauf.

Hundert Helden (29-36): Chicago Bulls

29 Jul

Chicago_BullsIn dieser Kategorie stelle ich Personen des öffentlichen Lebens vor, die meine Kindheit und Jugend geprägt haben.

Diesmal: Chicago Bulls von 1995 bis 1998

Eine Anmerkung vorweg: Bei der Zählung für die Hundert Helden habe ich die Mitglieder der Mannschaft berücksichtigt, die mir in Erinnerung geblieben sind. Das sind: Michael Jordan, Scottie Pippen, Dennis Rodman, Ron Harper, Luc Longley, Steve Kerr, Toni Kukoc und Trainer Phil Jackson.

Warum so heldenhaft? Wie wohl die meisten Sportinteressierten meiner Generation kam auch ich nicht daran vorbei, von Michael Jordan beeindruckt zu sein. Mich hat aber vor allem das gesamte Team und das Drumherum so beeindruckt, dass ich regelmäßig nachts aufgestanden bin, um Spiele im Fernsehen zu sehen. Vor den Matches bekam ich regelmäßig eine Gänsehaut, wenn die Spieler mit beeindruckender Licht- und Musikuntermalung vorgestellt wurden. Die Mannschaft kam mir immer so vor wie eine Gruppe von Superhelden: Da war der Alleskönner Michael Jordan, sein Assistent Scottie Pippen, der exzentrische Dennis Rodman, der sich für jedes Spiel seine Haare in einer anderen Farbe färbte und trotz geringerer Größe außergewöhnlich viele Rebounds holte, der Dreh- und Angelpunkt Ron Harper, der rothaarige Australier Luc Longley, der nichts weiter machen musste als groß zu sein, Toni Kukoc, der damals beste Spieler Europas, bei dem sich die Bulls leisten konnten, ihn immer erst von der Bank kommen zu lassen, und Steve Kerr, der die Bälle sogar von der Umkleidekabine aus versenkte. Dazu der Trainer Phil Jackson, der Magier an der Seitenlinie. In dieser Formation (ergänzt um ein paar weitere Ersatzspieler) waren die Chicago Bulls praktisch unschlagbar und holten zwischen 1995 und 1998 drei Meisterschaften in Folge.

Wie ging es weiter? Nachdem 1998 Rodmans Vertrag nicht verlängert und Pippen nach Houston transferiert wurde, beendete Jordan seine Karriere. Die Mannschaft zerbrach vollständig: Jackson wechselte nach Los Angeles, Kerr nach San Antonio, Longley nach Phoenix. Mit den verbliebenen Harper und Kukoc waren die Bulls in den Folgejahren nicht einmal ansatzweise so erfolgreich wie zuvor.
Später hat es Jordan mit einem Comeback in Washington probiert, Kerr, Harper und Jackson wurden mit anderen Mannschaften nochmals Meister, und Rodman wurde Wrestler.

Und heute? Selbstverständlich spielt keiner der Helden von damals heute noch Basketball. Michael Jordan besitzt die Charlotte Bobcats (ab 2014 Charlotte Hornets) und hat dieses Jahr zum zweiten Mal geheiratet. Dennis Rodman hat es zuletzt als guter Freund eines asiatischen Diktators in die Schlagzeilen geschafft.

Die NBA, Dirk Nowitzki und ich

12 Jul

NBA-Basketball ist mir fremd. Und ich hätte vor 15 Jahren niemals gedacht, dass ich das einmal so sagen würde. Damals habe ich Nächte durchgemacht, um NBA Finals zu sehen, habe gehofft, dass ein Spiel nicht in die Verlängerung geht, um rechtzeitig in der Schule zu sein. Damals kannte ich die Starting 5 sämtlicher Teams auswendig, war begeistert vom Zusammenspiel von Karl Malone und John Stockton, von den Blocks von Dikembe Mutombo, von den Dreipunktwürfen von Steve Kerr, von der Power von Shaquille O’Neal. Das waren noch Zeiten. Und wie wohl jeder zu der Zeit galt meine volle Bewunderung der Nummer 23 der Chicago Bulls: Michael Jordan. Und somit endete mein Interesse an der NBA auch mit Jordans Karriere. Also der richtigen, der bei den Bulls, nicht der, als er Schumi-mäßig noch zwei erfolglose Saisons bei den Washington Wizards dranhängte. Es gab danach keinen singulären Spieler, dem ich mein Interesse entgegenbringen konnte, und somit auch keine Mannschaft, zu der ich bei Live-Übertragungen halten konnte.

Und dann kam Dirk Nowitzki, 1998 war das. Gleichzeitig – und auch schon zur Zeit von Michael Jordan – spielte ein anderer Deutscher in der NBA, nämlich Detlef Schrempf. Aber den fand ich immer arrogant und war daher eher gegen die Seattle SuperSonics. Dirk Nowitzki war sympathisch, und auch wenn ich mir keine Spiele mehr anschaute, so interessierte ich mich doch für die Ergebnisse der Dallas Mavericks. Als ich dann 2008/2009 in den USA war und mit einem begeisterten Franzosen NBA-Spiele schaute (er vor allem wegen Tony Longoria-Parker, ich wegen Dirk Nowitzki), kannte ich die allermeisten Spieler überhaupt nicht, und auch einige der Teams waren mir unbekannt. Brooklyn Nets, Charlotte Bobcats, Oklahoma City Thunder, Memphis Grizzlies, New Orleans Hornets – die gab es alle in „meiner Zeit“ noch nicht. Da ist mir dann erstmal aufgefallen, wie schnelllebig die NBA doch ist.

Die einzige Konstante, die es für mich noch gibt, ist Dirk Nowitzki, der ja im letzten Jahr endlich den Titel feiern konnte. In diesem Jahr lief es dagegen wieder schlecht, auch deshalb, weil Dirk Nowitzki nach der schweren Meistersaison und der anschließenden Europameisterschaft nicht so richtig in Form war. (Wobei mir einfällt: Ich fand es immer toll, dass Dirk Nowitzki trotz der Belastungen in der NBA immer auch für Deutschland gespielt hat.)  Jetzt habe ich einen Artikel auf Spiegel.de gelesen, in dem steht, dass es nicht gelungen ist, die Dallas Mavericks vernünftig zu verbessern, so dass es unrealistisch ist, dass sie noch einmal um den Titel mitspielen. Ich weiß, es ist sehr loyal von Nowitzki, im schon erwähnten schnelllebigen Geschäft der NBA zu „seinem“ Verein zu stehen, und es gibt ja viele Fälle von Spielern, die nur der Titel wegen am Ende der Karriere gewechselt sind (zum Beispiel ging Karl Malone im Alter von 40 Jahren zu den Lakers, holte aber auch dort keinen Titel mehr). Vielleicht sollte Nowitzki doch noch mal wechseln, um noch einen Titel zu holen.