[Film] Dracula 3D

28 Mrz

Dracula3dDie Voraussetzungen für einen richtig guten Film waren zumindest da: Auf dem Regiestuhl saß die italienische Horrorlegende Dario Argento, in der einen Hand fast 6 Millionen Dollar Budget, in der anderen Hand ein Drehbuch, das auf einem der bedeutendsten klassischen Horrorwerke aller Zeiten basiert: auf Bram Stokers „Dracula“. Und vor der Kamera taten namhafte Schauspieler wie Thomas Kretschmann (als Dracula), Rudger Hauer (als Abraham van Helsing) und des Regisseurs Tochter Asia Argento (als Lucy) ihre Arbeit. Die allerdings taten sie ausnahmslos schlecht. Aber das ist nicht einmal das einzige Problem an Dario Argentos Interpretation des Ur-Vampir-Stoffs.

Schon bei der grauenhaft schlecht animierten Kamerafahrt gleich zu Beginn des Films weiß man, in welche Richtung es in den nächsten knapp 2 Stunden gehen wird: in Richtung Trash. So sind nach 5 Minuten schon die ersten Brüste zu sehen, nach 8 Minuten stirbt deren Besitzerin durch Draculas Zähne. Danach wabert der Film durch seltsame Interpretationen der Romanvorlage, durch Computeranimationen, die so schlecht sind, dass sie ihren Namen nicht verdienen, sowie durch unterirdische Schauspielleistungen.

Argentos „Dracula“ spielt in einem Dorf namens Passberg (oder so ähnlich), das am Fuß des Berges liegt, auf dem Draculas Schloss steht. Der Einfachheit halber sind die wichtigen Figuren des Romans gleich vor Ort (Lucy wohnt im Dorf, Renfield sitzt im örtlichen Gefängnis) oder kommen zu Besuch (Mina reist an, weil sie ihren Ehemann Jonathan so sehr vermisst). Wahrscheinlich wäre die Schiffsüberfahrt von Dracula nach England zu teuer in der Produktion gewesen, und so konnte man sich noch dazu den Aufbau weiterer Kulissen sparen. Es sind kleine und größere Ungereimtheiten wie diese, die den Film so absurd wie schwer erträglich machen. Ein paar Beispiele: Ein paar offensichtlich friedliche Schäferhunde rennen auf die Kamera zu, und durch die Unterlegung mit bedrohlichem Knurren soll suggeriert werden, dass wilde Wölfe angreifen. Dracula verwandelt sich so von einem Wolf zurück, wie man es vor 10 Jahren mit einem Morphing-Programm an einem handelsüblichen PC nicht schlechter hätte machen können. Draculas Fähigkeit, die Gestalt einer riesigen Gottesanbeterin annehmen zu können, führt zu einer absurden Szene, in der besagtes Insekt eine Treppe hinauf läuft – selbstverständlich einmal mehr schlecht animiert. Und das sind wie gesagt nur ein paar Beispiele.

Man könnte dem Film zugute halten, dass er sich daran versucht, ein B-Movie mit dem entsprechenden Trash-Charme zu sein. Aber selbst das gelingt ihm nicht, da er sich trotz allem viel zu ernst nimmt. Es gibt nur zwei kleine Aspekte, die ich positiv hervorheben will: Zum einen bekommt man in der Originalfassung, da der Film auf Englisch gedreht wurde, obwohl dies die Muttersprache keines einzigen Hauptdarstellers ist, ein paar nette, vor allem italienische, Akzente zu hören. Und zum anderen sind die Kulissen, allen voran Draculas Schloss, doch recht liebevoll gestaltet. Ob das genug Argumente sind, 2 Stunden für den Film zu opfern, bleibt dahingestellt.

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2 Antworten to “[Film] Dracula 3D”

  1. schneckspeck 28. März 2013 um 20:53 #

    Ui, zerfetzende Kritik 😀

    • Alex 29. März 2013 um 17:11 #

      Ja, aber der Film war wirklich soooo schlecht. :-/

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