Warum ich „Real Racing 3“ nach 20 Stunden plötzlich gelöscht habe

16 Mrz

Nachdem ich in den letzten Wochen das Freemium-Autorennspiel „Real Racing 3“ recht intensiv gespielt habe, möchte ich dazu ein wenig ausführlicher meinen Senf abgeben.

„Real Racing 3“ wurde von The Firemonkeys entwickelt, das zu Electronic Arts gehört. Da wundert auch die Entscheidung nicht, das Spiel kostenlos anzubieten und an allen Ecken und Enden mit In-App-Käufen (IAP) zu versehen. Wie bei anderen Freemium-Spielen auch, ist es bei „Real Racing 3“ möglich, gänzlich ohne IAP auszukommen, aber das zieht Einschränkungen verschiedener Arten nach sich, auf die ich gleich noch zu sprechen komme.

Ins Spiel startet man mit einem geringen Betrag der Primärwährung namens R$, wovon man sich gleich ein neues Auto kaufen kann. Der Hauptbildschirm wirkt anfangs ziemlich erschlagend, bietet er doch eine große Menge an Optionen. So gibt es allein 26 Rennserien, in denen man theoretisch starten könnte – wenn man eines der 3 oder 4 Autos besitzt, die dafür nötig sind. Jedes Auto darf allerdings in gleich 2 Serien starten, so dass man schon von Beginn an eine gewisse Auswahl hat. Denn in jeder Serie kann man anfangs jeweils in 3 Rennen startet, wobei es verschiedene Arten von Rennen gibt. Und zwar:

  • Cup: Man startet an letzter Position gegen 21 Gegner und muss in einer bestimmten Anzahl von Runden an die Spitze fahren.
  • Short Cup: Hier hat man nur 15 Gegner, ansonsten ist er wie der Cup.
  • Speed Snap: Hier fährt man allein und muss eine vorgegebene Spitzengeschwindigkeit erreicht haben, wenn man die Ziellinie überfährt.
  • Speed Record: Hier ist es egal, in welchem Teil der Strecke man den vorgegebenen Top Speed erreicht.
  • Head to Head: Hier fährt man nur gegen einen Gegner.
  • Elimination: Hier fährt man gegen 7 Autos, und alle 20 Sekunden scheidet das letztplatzierte aus.
  • Drag Race: Im Stile von CSR Racing fährt man eine kurze Strecke gegen ein Auto und muss manuell schalten.
  • Autocross: Hier fährt man alleine und muss eine vorgegebene Zeit schlagen.
  • Endurance: Hier muss man innerhalb einer Minute eine vorgegebenen Anzahl an Kilometern bewältigen; Bonussekunden erhält man, wenn man Gegner überholt und Runden abschließt.

Das Ziel ist es, in jedem Rennen zumindest unter die ersten Drei zu kommen, da man so einen Pokal gewinnt und weitere Rennen in der Serie freischaltet. Gleichzeitig bekommt man nach jedem Rennen R$ und die zweite Währung, Gold. Hat man 25, 50, 75 und 100 Prozent der Serie abgeschlossen, kriegt man ebenfalls R$ und Gold. Für 100 Prozent muss man allerdings in allen gut 30 Rennen der Serie den ersten Platz errungen haben.

Während der Rennen verliert das Auto in den Bereichen Öl, Motor, Bremsen, Aufhängung und Reifen an Leistungsfähigkeit. Das kann man akzeptieren und Einbußen bei Höchstgeschwindigkeit, Beschleunigung, Bremsweg und Traktion hinnehmen – oder man repariert die Schäden. Das kostet R$ und Zeit – Echtzeit, in der man das Auto nicht verwenden kann. Es sei denn, man bezahlt Gold und kann sein Fahrzeug gleich wieder einsetzen. Man muss wohl nicht dazusagen, dass es möglich ist, Gold per IAP nachzukaufen. Wenn man das nicht will, wartet man vor allem am Anfang zwischen den Rennen gerne mal eine Weile. Hat man aber mehr als ein Auto, steigt man dann einfach auf das nächste um und fährt weiter. Ich finde, das ist ziemlich gut gelöst worden: Wer keine IAP tätigen will, lässt es sein und wartet.

Wenn man sich ein neues Auto kauft, muss man ebenfalls warten, bis es geliefert wird, oder die Lieferung mit Gold sofort hervorrufen. Auch neue Rennen oder neue Lackierungen der Autos können mit Gold gekauft werden. Es gibt sogar einige Autos, die nur mit einer ausreichenden (und nicht geringen) Menge an Gold erworben werden können; das teuerste, der Koenigsegg Agera R, kostet beispielsweise stolze 800 Goldeinheiten. Zum Vergleich: Ich habe in 418 Rennen und gut 20 Stunden reiner Rennzeit 365 Goldeinheiten bekommen.

Man kann seine Autos auch aufrüsten, was zusätzliche R$ kostet und was nötig ist, um in späteren Rennen der Serie mithalten zu können. Außerdem gibt es so genannte Showcase-Rennen, an denen man nur mit einem bestimmten Auto teilnehmen kann. So muss man sich, obwohl man eigentlich schon ein viel stärkeres Auto besitzt, für nur ein einziges Rennen ein anderes kaufen und das im schlimmsten Fall auch noch aufrüsten.

Ich habe jetzt beschlossen, das Spiel nicht mehr weiterzuspielen, obwohl ich laut Statistik gerade einmal 28 Prozent des möglichen Fortschritts erreicht habe. Ich störe mich überhaupt nicht an den IAPs und finde im Gegenteil die Wartezeit recht gut, um auch mal eine Pause einzulegen. Was mich zum Aufhören bewegt hat, ist, dass „Real Racing 3“ auf Dauer einfach nur noch langweilig ist. Es gibt sehr wenige Strecken, die noch dazu nicht sehr abwechslungsreich sind. Die Arten der Rennen sind zwar in ihrer Vielfalt in Ordnung, aber auch hier fährt man im schlimmsten Fall viele Runden lang gegen sich allein, wenn das eigene Auto zu stark ist und man alle Gegner abgehängt hat. Oft genug hatte ich Head-to-Head-Rennen, in denen ich meinen Gegner nach 5 Sekunden (!) hinter mir gelassen habe und dann noch 3, 4 oder gar 5 Runden fahren musste. Auf der anderen Seite gibt es Rennen, in denen man selbst nicht mithalten kann und ebenso gelangweilt ist, diesmal vom Hinterherfahren. Ich hatte nur 2 Rennen (von besagten über 400), in denen ich mir mit einem Gegner ein echtes Duell bis zur Ziellinie geliefert habe.

„Real Racing 3“ bietet auf Dauer einfach keine Motivation. Man fährt, rüstet auf, repariert, kann sich irgendwann ein neues Auto leisten, das sich aber auch nicht anders fahren lässt, und dann geht es wieder auf die Strecke. Da kann man seine Zeit sinnvoller nutzen.

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Eine Antwort to “Warum ich „Real Racing 3“ nach 20 Stunden plötzlich gelöscht habe”

  1. Kraemerplatz 23. Dezember 2013 um 22:43 #

    Dem kann ich nur zustimmen. Gerade bei den Rennen die schier aussichtslos erscheinen wird man mit der Zeit aggressiv. Es gibt sinnvollere Spiele ohne Zeitverschwendung.

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