[Film] The ABCs of Death

12 Feb

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Die Idee hinter „The ABCs of Death“ ist eine ziemlich gute: Es sollte ein Langfilm entstehen, der aus 26 Kurzfilmen besteht, also so vielen, wie das Alphabet Buchstaben hat. Für jeden der Kurzfilme wurde ein anderer Regisseur gefunden, dem der Produzenten Ant Timpson 5.000 Euro zur Verfügung stellte. Außerdem bekam jeder der Regisseure einen Buchstaben zugeteilt, das Wort allerdings, das mit dem Buchstaben beginnt und dem Filmsegment zugrunde liegt, konnte sich jeder selbst aussuchen. Ach ja, und passend zum Titel des Films sollte der Tod auch eine gewisse Rolle spielen.

Rein rechnerisch (wenn man von den 2 Stunden Laufzeit den verständlicherweise ellenlangen Abspann abzieht) dauert jedes Segment im Schnitt etwas mehr als 4 Minuten. Und die Regisseure dieses englisch-spanisch-französisch-japanischen Sprachgewirrs nutzen diese Zeit mal mehr und mal weniger kreativ. Es gibt alberne Teile (zum Beispiel den Trickfilm für „Klutz“, in dem eine Frau von ihren eigenen Fäkalien umgebracht wird), ernsthafte Teile (wie „Speed“, eine Parabel auf Drogenmissbrauch), höchst künstlerische Teile (wie „Dogfight“, in dem ein Mann gegen einen Hund kämpfen muss), lieblose Teile (wie „Miscarriage“, in dem eine Frau in schlecht gefilmten Bildern einen Fötus in der Toilette herunterspült), verwirrende Teile (wie „Zetsumetsu“ [japanisch für „Auslöschung“], mit nackten japanischen Nazi-Frauen, deren Phallus-Waffen zu einer Suppe zerschnitten werden) und sogar Meta-Teile (wie „Quack“, in dem der Regisseur und der Drehbuchautor nicht wissen, was sie mit dem Buchstaben Q anfangen sollen und dann eine Ente erschießen wollen). Das Gute: Wenn einem ein Teil nicht gefällt, muss man nicht lange warten, bis der nächste startet.

Ich fand es angesichts der relativen Freiheit, mit der die Filmemacher kreativ werden konnten, und der gleichen Voraussetzungen, die ihnen durch den identischen Geldbetrag gegeben wurde, erstaunlich, wie grundverschieden die Ergebnisse letztlich sind. Deshalb finde ich den Film auch in seiner Gesamtheit äußerst gelungen. Und: Auch wenn man nicht unbedingt auf Horror steht,  kann man viele der Kurzfilme gut finden.

Die für mich besten 5 Segmente sind übrigens diese (in alphabetischer Reihenfolge):

  • „Dogfight“ (schon erwähnt)
    „Ingrown“ (ein minimalistischer Film mit einer Frau, die in einer Badewanne festgebunden ist)
  • „Removed“ (ein Gefangener wird verstümmelt und kann fliehen)
  • „Speed“ (schon erwähnt)
  • „Unearthed“ (aus der Ego-Perspektive eines Vampirs, der von Dorfbewohnern gejagt wird)
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