Ein weiterer Held meiner (diesmal frühen) Jugend

2 Feb

Als Redakteur hat man zuweilen mit bekannten Menschen zu tun. Und obwohl ich schon mit Ken Block eine Runde drehte, meine Hand auf Lionel Messis Schulter lag und mich Jochen Schweizer zum Bungeespringen brachte, haben manche Prominente auf persönlicher Ebene eine sehr große Bedeutung für mich. Ich durfte ja vor einer Weile schon mit Manuel Anrack telefonieren, was mir viel bedeutet hat, weil ich einst ein großer Fan der „Harald-Schmidt-Show“ war, und gestern hatte ich einen für mich persönlich noch viel bedeutenderen Menschen am Telefon: Moses Pelham.

Es war 1994, ich war gerade 14 Jahre alt. Musikalisch war ich noch nicht orientiert, ich hörte kein Techno mehr und noch kein Heavy Metal. Da zog im Haus gegenüber ein Junge mit seiner Familie ein, aus dem fernen Frankfurt am Main stammend. Der Junge verstand sich vor allem gut mit meinem Bruder, weil die beiden im gleichen Alter waren, aber auch ich kam gut mit ihm aus. Eines Tages kam er mit einer CD vorbei, „Direkt aus Rödelheim“ vom Rödelheim Hartreim Projekt. Ich weiß nicht, ob es die Faszination für harte Worte war, die mich die CD rauf und runter hatte hören lassen, aber es war so. Ich hörte das Album so oft, dass ich noch heute auf Zuruf Reime daraus zitieren kann. Komischerweise beeindruckte mich das zwei Jahre später erschienene Album „Zurück nach Rödelheim“ nicht so sehr, aber meine Begeisterung für die Rapper Moses P. und Thomas H. war tief in mein Hirn eingebrannt.

So verfolgte ich auch die Karriere von Moses Pelham: die Gründung des Labels 3p, die Entdeckung von Sabrina Setlur und Xavier Naidoo, der neuerliche Erfolg mit Glashaus und Sebastian Hämer, seine mittlerweile abgeschlossene „Geteiltes Leid“-Trilogie. Und als ich neulich in der Redaktion nach einem geeigneten Prominenten für unsere Kategorie „Meine Stadt“ suchte, fiel mir nach einigem Überlegen Moses Pelham ein. Ich fragte bei 3p an, und man sagte mir sofort zu. Und gestern um 15 Uhr war es soweit: Ich hatte den großen Moses Pelham am Telefon und durfte 35 Minuten mit ihm sprechen. Erwartungsgemäß ist er ein sehr sympathischer und reflektierter Mensch, und das Gespräch machte sehr viel Spaß. Vielleicht lade ich bei Gelegenheit ein paar Schnipsel davon hoch, vor allem das herzerfrischende und charakteristische Lachen von Moses muss man gehört haben. Mich jedenfalls hat das Interview mit Moses Pelham tief beeindruckt – so wie damals meine erste Begegnung mit seiner Musik.

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