Jochen Schweizer und ich (plus Buchkritik)

18 Dez

Ich muss zu meiner Schande gestehen: Bevor ich im September erfuhr, dass ich ein Interview mit Jochen Schweizer führen darf, wusste ich nicht viel mehr über ihn als seinen Namen. Ich wusste noch nicht mal, wie er aussieht, und musste mir im Internet Fotos anschauen, um ihn überhaupt zu erkennen. Natürlich informierte ich mich noch im Vorfeld, und seine sehr tolle Presseabteilung versorgte mich mit seiner Autobiographie (dazu gleich mehr), aber dennoch: Jochen Schweizer war für mich ein Unbekannter. Und dann sprach ich eine Stunde mit ihm:

Das Interview war äußerst angenehm, wir führten es im Penthouse im 6. Stock unseres Verlagshauses, über den Dächern von Wien. Wir begannen mit ein paar Fotos (die es leider aus Platzmangel nicht ins Heft geschafft haben, von denen Jochen – ich darf ihn duzen – sich aber eines zur Erinnerung hat ausdrucken lassen), das hat die Stimmung von vornherein aufgelockert, und dann sprachen wir über sein bewegtes Leben.

3c2f1095f5676c31b6cf2662dec9c80d_gDamit bin ich auch schon beim Buch: Denn nach dem Interview las ich endlich auch Jochens Autobiographie namens „Warum Menschen fliegen können müssen“. Hätte ich sie vorher gelesen (oder mehr über ihn gewusst), dann hätte ich einige Fragen im Interview nicht stellen müssen, aber ich finde im Nachhinein, dass es dem ganzen Gespräch nicht geschadet hat, dass ich nur die Eckpfeiler von Jochens Karriere kannte. Jedenfalls hat Jochen als Kanute angefangen und sich in der Szene einen Namen gemacht, auch als Filmproduzent. Vorher machte er schon eine Fahrt auf dem Motorrad durch die Sahara, und bereits dieser prägende Teil seines Lebens wird im Buch eindrucksvoll geschildert. Seinen Ruf als Extremsportler erwarb er sich durch einen Bungeesprung von einer 220 Meter hohen Staumauer in Willy Bogners Film „Fire, Ice & Dynamite“. Daraus wurde ein Bungee-Business, und daraus dann ein Event-Business. Jochen spart im Buch weder persönliche Einblicke in sein Familienleben aus (die Trennung von der Mutter seiner beiden Söhne, seine Tochter, die er seit Jahren nicht gesehen hat) noch die Folgen des tödlichen Unfalls in Dortmund im Jahr 2003, als ein Bungeespringer auf einer Jochen-Schweizer-Anlage zu Tode kam.

Jochens Leben ist sehr beeindruckend, und wenn es nicht wirklich so abgelaufen wäre, hätte man es für einen gut geschriebenen Roman halten können. Bei mir hat es sicherlich auch seinen Teil beigetragen, dass ich diesen grundsympathischen Menschen persönlich habe kennenlernen dürfen. Aber auch für „Außenstehende“ ist „Warum Menschen fliegen können müssen“ ein sehr zu empfehlendes Buch.

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