1. Update zu „Ein Verkauf bei Amazon“

14 Nov

Der findige Leser erkennt bereits an der Überschrift dieses Eintrags, dass es 1. um ein Thema geht, dass ich bereits behandelt habe, und es 2. wohl nicht das einzige Update zu diesem Thema bleiben wird.

Kurzfassung: Ich habe Ende September einen Fernseher über Amazon verkauft, der nachweislich Anfang Oktober beim Käufer einging. Dieser bemängelte die Größe des Fernsehers sowie die Art der Verpackung und forderte eine Rücknahme meinerseits. Langfassung: hier.

Der letzte Stand war der, dass ich von Amazon aufgefordert wurde, entweder das Gerät zurückzunehmen oder darzulegen, warum ich nicht vorhabe, dies zu tun. Ich tat letzteres. Einen Tag später kam von Amazon die Aufforderung, das Gerät zurückzunehmen, mit Verweis auf die folgende Vorgabe bezüglich des von mir angegeben Zustands des Fernsehers:

Wie neu: Offensichtlich unbenutzter Artikel in hervorragendem Zustand. Muss nicht mehr in Folie eingeschweißt sein, Originalverpackung ist aber ansonsten intakt. Zeigt keinerlei Gebrauchsspuren. Lässt sich noch als Geschenk verwenden. Auf einer Bewertungsskala von 1-10 für gebrauchte Artikel, muss eine Bewertung von 10- oder höher angesetzt werden können.

Das heißt: Amazon geht es darum, dass ein „wie neu“er Gegenstand nicht nur „wie neu“ ist, sondern noch dazu in seiner Originalverpackung geliefert wird. Abgesehen davon, dass ich angegeben habe, dass der Fernseher „gebraucht – wie neu“ ist und deshalb meiner Auffassung nach durchaus benutzt sein konnte, kann man Amazon also formal keine Vorwürfe machen. Ich finde allerdings wenig kulant, gleich eine Rücknahme zu fordern, nur weil ein nicht relevanter Teil des Geräts (seine Verpackung) nicht vorhanden ist. Was den Käufer angeht: Der wollte nachweislich den Fernseher selbst nutzen, also nicht verschenken, und er wird sich wohl kaum die Originalverpackung neben das Gerät im Wohnzimmer hinstellen. Er schiebt also das Nichtvorhandensein einer Originalverpackung vor, um das Gerät, das ihm zu klein ist, aber der angegebenen Beschreibung entspricht, zurückgehen zu lassen.

Ich forderte also den Käufer auf, mir den Fernseher zurückzuschicken, und jetzt wird es lustig. Gestern kam das Paket mit dem Fernseher bei mir an. Der Fernseher war drin, Kabel und Bedienungsanleitung waren drin – aber keine Fernbedienung. Ich fragte gleich per Mail bei Amazon nach, wie die Sache nun weitergehen soll, da ich den Fernseher ohne Fernbedienung weder nutzen noch weiterverkaufen kann. Von Amazon kam heute eine recht kryptische Nachricht, dass der Käufer die Fernbedienung retourniert hat; ich verstand nur nicht, ob er behauptet hat, dass sie bereits im Paket mit dem Fernseher gewesen sein soll (was sie definitiv nicht war), oder ob demnächst ein separates Paket mit der Fernbedienung kommt.

Amazon schreibt auf seinen Hilfe-Seiten: „Als Verkäufer bei Amazon.de Marketplace unterliegen Sie hohen Standards.“ Wieso gilt gleiches nicht für Käufer? Wie kann es sein, dass jemand recht bekommt, der nach über einem Monat reklamiert, mit der schwammigen Behauptung, lange im Krankenhaus gewesen zu sein? Und wie kann es sein, dass er dann (wenn es wirklich so sein wird) recht bekommt, wenn er einfach einen Teil der Lieferung behält?

Für mich lässt das die beiden folgenden Schlüsse zu: 1. Wenn einem etwas nicht gefällt, was man bei Amazon gekauft hat, und die Rückgabefrist ist abgelaufen, dann behauptet man einfach, im Krankenhaus gewesen zu sein, und dann klappt das auch noch später mit der Rückgabe. 2. Man kann sich einfach ein mehrteiliges Produkt bestellen, behält dann einen Teil und behauptet, den Teil, den man behalten will, mitgeschickt zu haben.

Erneut: Mal abwarten, wie die Sache weitergeht.

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6 Antworten to “1. Update zu „Ein Verkauf bei Amazon“”

  1. Kim 14. November 2012 um 21:33 #

    Es scheint wieder anstrengend zu werden 😦 Das ist sehr ärgerlich.
    Dass der Fernseher zu klein ist, ist absolut kein Grund – schließlich hat er ja nicht irgendwas gekauft, sondern einen Fernseher mit Beschreibung!
    Und bzgl. der anderen Sachen: alles nur ärgerlich. Ich hoffe, dass der Käufer die Fernbedienung jetzt zurückschickt. -_-

    • Alex 14. November 2012 um 21:47 #

      Das hoffe ich auch.
      Am Ende stehe ich vielleicht mit einem Fernseher ohne Fernbedienung da und hab noch dazu Gebühren an Amazon sowie Porto- und Verpackungskosten gezahlt – für nichts.

      • Kim 14. November 2012 um 21:49 #

        Ja, das wäre sehr ärgerlich und indiskutabel, wie ich finde. Rufe doch mal beim Kundenservice an! Ruft der Kundenservice noch brav zurück?

      • Alex 14. November 2012 um 21:54 #

        Ich weiß nicht. Ich maile immer mit denen, und da antworten sie eigentlich recht schnell.

  2. schneckspeck 14. November 2012 um 22:51 #

    Droh einfach damit vor Gericht zu gehen. Trauriger Weise klären sich solche Angelegenheiten dann ziemlich schnell….

  3. lucyrenard 15. November 2012 um 12:06 #

    Wenn ich es politisch INkorrekt ausdrücken darf, ist es doch recht deppert, oder? Soweit ich es verstanden habe, gibt es auch keine Möglichkeit, etwas zu beweisen? Dazu könnte ich nur all jenes sagen, was mein Freund voll Leidenschaft dann produziert, wenn er an der Kreuzung steht und es gerade grün geworden ist, aber drei Autos vorne wollen das nicht bemerken.

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