NHL-Lockout

29 Sep

Bei der Ideensammlung für den nächsten Provocateur, der Anfang Dezember kommen wird, hatte ich den Vorschlag gemacht, etwas über US-Sport zu machen. Eine kleine Übersicht über die 4 großen Ligen NBA, NHL, NFL und MLB. Am größten sollte angesichts der Jahreszeit, in der das Heft herauskommen wird, die Eishockey-Liga NHL werden. Ich fing an zu recherchieren – und stieß sehr schnell gegen eine Wand. Denn in der NHL gibt es gerade einen Lockout. Das heißt, dass alle Spieler von ihren Teams ausgesperrt wurden, weil sich Spieler und Liga nicht auf einen Tarifvertrag einigen können. Somit ist es sehr unwahrscheinlich, dass die neue Saison am 11. Oktober starten wird. In der NBA habe ich so etwas schon 1998 und 2011 miterlebt, da wurden dann die jeweiligen Saisons verkürzt. Wie es jetzt in der NHL laufen wird, weiß niemand – und ob ich die Liga überhaupt mit in meine US-Sport-Strecke für den Provocateur aufnehmen werde, ist auch recht unwahrscheinlich.

Man stelle sich vor, alle Spieler der spanischen Liga würden geschlossen aufhören, für ihre Vereine zu spielen, und zum Beispiel Lionel Messi wechselt zu Greuther Fürth und Cristiano Ronaldo zu den Bolton Wanderers in die zweite englische Liga. So ist es gerade mit den Spielern der NHL. Eine Flut von Stars sucht sich gerade Mannschaften in Europa, bevorzugt im jeweiligen Heimatland. So spielen die besten tschechischen und russischen Spieler in ihren heimischen Ligen, und auch die Deutschen kommen zurück. Die Adler Mannheim haben sich Dennis Seidenberg (Boston Bruins) und Marcel Goc (Florida Panthers) geholt, auch Jochen Hecht (Buffalo Sabres) und Marco Sturm (Florida Pathers) sind von deutschen Vereinen umworben. Die Zweitligamannschaft Eispiraten Crimmitschau aus Sachsen hat zumindest erstmal für einen Monat die beiden Kanadier Wayne Simmonds (Philadelphia Flyers) und Chris Stewart (St. Louis Blues) verpflichtet. Und auch in der Schweizer Liga verstärken NHL-Stars die Mannschaften: Mark Streit (New York Islanders) spielt beispielsweise für den SC Bern, Jason Spezza (Ottawa Senators) für die Rapperswil-Jona Lakers und Tyler Seguin (Boston Bruins) für den EHC Biel. Lang sind die Verträge nicht, denn alle hoffen, dass sie bald wieder in der besten Liga der Welt spielen. Aber dem Image der kleineren Ligen im nicht-amerikanischen Rest der Welt tut der Glanz der Stars schon ziemlich gut. Und wer hat schon bis vor ein paar Wochen jemals von den Eispiraten Crimmitschau gehört.

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