Unterwegs mit Baby

25 Aug

Wenn man sich mit Baby und Kinderwagen in einer Großstadt bewegt, gibt es Dinge, auf die man plötzlich achten muss, über die man sich vorher keine Gedanken gemacht hat. Ohne Kind geht man Treppen auf und ab, mit Kinderwagen irrt man zunächst durch labyrinthartige U-Bahn-Stationen auf der Suche nach dem richtigen Aufzug. Und wenn es keinen gibt, muss man eben zum anderen Eingang und dort suchen. Dann gibt es immer wieder Geschäfte, die man nur über ein paar Stufen betreten kann. Ohne Kinderwagen macht man ein paar Schritte, den Wagen kann man kurz anheben (ist zwar anstrengend, geht aber) – aber was machen Rollstuhlfahrer?

Heute wollten wir in einem Café frühstücken, das wir sehr mögen. Als wir dann dort waren, fragten wir, ob sie einen Babyhochsitz haben. Hatten sie nicht. Also gingen wir zu einem Restaurant, weil es schon fast Zeit zum Mittagessen war. Doch auch die hatten keinen Sitz. Auch beim dritten Versuch hatten wir keinen Erfolg. Am Ende sind wir in die Kantine im Museumsquartier gegangen, weil wir wussten, dass es dort einen Hochsitz gibt – wenn auch nur einen für alle Besucher. Irgendwie verstehe ich nicht, dass das kein Standard für Restaurants und Cafés ist. So ein Hochsitz kostet eine Kleinigkeit, zumal es ohnehin gerne auch ein gebrauchter sein darf. Wahrscheinlich müssen erst genug Eltern von Kleinkindern unverrichteter Dinge das Etablissement wieder verlassen haben, bis der Restaurantbesitzer auf die Idee kommt, dass es durchaus zuträglich fürs Geschäft wäre, ein paar Babyhochsitze bereitzuhalten.

Das Schlimmste, was einem so passieren kann, wenn man mit Baby unterwegs ist, sind Menschen, die glauben, dass das Baby Allgemeingut ist und deshalb getätschelt werden darf. Das hatten wir schon einige Male: Leute im Aufzug, in der U-Bahn oder auf der Straße kneifen unsere Kleine in die Wange und streicheln ihr über selbige. Man ist dann immer völlig verdattert, möchte aber am liebsten diese Leute zurechtweisen mit dem alten Satz, den Eltern zu ihren Kindern sagen, wenn diese einer Fliege die Beine rausreißt: „Möchtest du, dass ich das gleiche mit dir mache?“

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Eine Antwort to “Unterwegs mit Baby”

  1. Christian 3. September 2012 um 13:05 #

    Oh ja, wie gut erinnere ich mich an die gleichen Szenen und Gedankengänge. Besonders das (ungefragte) betätscheln stört mich dabei sehr.

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