Ein Held meiner sehr späten Jugend

6 Aug

In den ziemlich genau 1 1/2 Jahren, die ich jetzt als Redakteur arbeite, habe ich schon mit einigen bekannten Menschen Kontakt gehabt (ich darf gleich mal ankündigen, dass ich nächste Woche endlich drüber reden – und schreiben – darf, wen ich im Mai in Barcelona interviewt habe). Heute habe ich mit jemandem telefoniert, mit dem ich persönlich etwas verbinde.

Und zwar gibt es im Provocateur eine Kategorie, in der Prominente ihre Lieblingsrestaurants und -bars in ihrer Heimatstadt vorstellen. Wir hatten uns auf Köln festgelegt, und da fiel mir sofort Harald Schmidt ein. Da dieser aber sicher nicht mitgemacht hätte, war mein zweiter Gedanke sein ehemaliger Redaktionsleiter und Sidekick Manuel Andrack. Ich habe jahrelang die „Harald-Schmidt-Show“ geschaut und fand die Zeit mit Andrack auf der Bühne immer die beste der Show.

Also besuchte ich Manuel Andracks Homepage und schrieb an die E-Mail-Adresse im Kontakt. Ich dachte eigentlich, dass mir jemand von einer PR-Agentur antwortet (wie das eigentlich üblich ist), aber nach kurzer Zeit antwortete mir Andrack selbst. Er meinte allerdings, dass er zwar in Köln geboren wurde, aber seit vier Jahren im Saarland lebt und sich in Kölns Gastronomie nicht mehr auskennt. Also fragte ich ihn, ob er denn dann die gleiche Kategorie für Saarbrücken bedienen wollen würde. Er sagte zu und schickte mir prompt die Namen der fünf Etablissements, die ihm in der Stadt am meisten zusagen – mit dem Zusatz, dass wir telefonieren müssten, wenn er auch etwas dazu sagen sollte.

Und heute war es dann soweit: Manuel Andrack rief auf dem Telefon auf meinem Schreibtisch an und sprach ungefähr 7 Minuten mit mir. Er redete zwar so schnell, dass ich kaum mit dem Schreiben nachkam, und Zeit für eine Plauderei war auch nicht, aber ich hatte mit jemandem geredet, dem ich vor zehn Jahren allabendlich bei der Arbeit zusah.

 

Eine lustige kleine Anekdote, die nur am Rande mit Andrack zu tun hat, muss ich auch noch kurz loswerden: Nachdem mir die Namen der Restaurants genannt wurden, telefonierte ich sie alle ab, und bei einem hatte ich eine junge Dame dran. Ich meinte: „Es geht um eine Bildanfrage.“ Sie wandte sich dann (für mich hörbar) der Chefin des Hauses zu und sagte: „Da ist jemand von der BILD-Zeitung, der macht eine Umfrage.“ Und die Chefin meinte: „Da hab ich keine Zeit für.“

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