Archiv | Juli, 2012

Große Ungarn

16 Jul

In Europa gibt es einige ehemalige Großmächte, deren einstiger Ruhm heute ziemlich verblasst ist. Österreich gehört dazu, Portugal, auch Ungarn. Vor allem zu letzterem habe ich ein besonderes Verhältnis, ist es doch das Heimatland meiner Frau. Und um zu zeigen, dass einige bedeutende Menschen der Weltgeschichte aus Ungarn kamen, starte ich hiermit eine kleine, unregelmäßige Serie: „Große Ungarn“.

Sozusagen als Trailer wollte ich kurz über ein paar gegenwärtige bekannte Menschen schreiben, die etwas mit Ungarn zu tun haben. Da wäre zunächst der ehemalige deutsche Nationalspieler Kevin Kurányi. Wenn man sich ein bisschen in der ungarischen Sprache auskennt, ist dessen Nachname leicht als Ungarisch zu identifizieren. Er wurde zwar in Rio de Janeiro geboren, und da seine Mutter aus Panama stammt, ist er auch dort aufgewachsen. Sein Vater wanderte von Deutschland nach Brasilien aus, aber der Vater seines Vaters wurde in Budapest geboren. Wenn man seinen Nachnamen richtig aussprechen wollte, müsste man ihn übrigens ungefähr so aussprechen: „Kuraaanji“.

Als ich es erfuhr, war ich sehr überrascht, dass Nicolas Sarkozy, der ehemalige französische Staatschef, ungarische Wurzeln hat. Sein eigentlicher Name ist Nicolas Paul Stéphane Sarközy de Nagy-Bocsa, und an Sarközy, Nagy und Bocsa erkennt man den Ursprung. Sarkozys Vater stammt aus einer adligen ungarischen Familie, die südlich von Budapest ein Schloss hatte. Er floh vor den Russen nach Deutschland und später nach Frankreich, wo dann Nicolas zur Welt kam.

Was man vielleicht weiß, ist, dass die Schriftstellerin Ildikó von Kürthy mit Ungarn zu tun hat. Ihr Vater Tamás G. Kürthy stammt aus Ungarn und arbeitete später als Hochschullehrer in Deutschland.

Seit Langem spielt der ungarische Nationaltorhüter Gábor Király in Deutschland, von 1997 bis 2004 für Hertha BSC Berlin und seit 2009 für 1860 München. Auch Tamás Hajnal hat bereits eine lange Karriere im deutschen Fußball hinter sich, er spielte für Schalke, Kaiserslautern, Karlsruhe und Dortmund und aktuell für Stuttgart. Die beiden haben übrigens „sprechende Namen“: „Király“ ist ungarisch für „König“, „hajnal“ bedeutet „Morgendämmerung“.

Und dann habe ich noch eine historische Figur, deren Ahnen aus Ungarn stammen. Ich hatte ja schon hier in einem Gastbeitrag darüber geschrieben, dass der Vater von Albrecht Dürer in der ungarischen Stadt Ajtós geboren ist und von dort aus nach Nürnberg ausgewandert ist. Der Name „Dürer“ leitet sich vom ungarischen Wort „ajtó“ ab, was „Tür“ bedeutet.

Demnächst geht es hier weiter mit der Kurzbiographie eines großen Ungarn.

[iOS-Spiel] Tiny Wings Updated

12 Jul

Als großer Fan des Spiels „Tiny Wings“ war ich schon sehr gespannt, was da heute als zweiter Teil des iOS-Spiels kommen würde. Am Ende war es kein echter Teil 2, sondern ein ziemlich gutes Update, aus dem andere Hersteller bestimmt eine neue App gemacht hätten, um ein zweites Mal zu kassieren. Aber Tiny Wings Version 2.0 ist kostenlos, wenn man das Spiel schon für iPhone und iPod hat.

Am Spielprinzip von „Tiny Wings“ hat sich nichts geändert. Noch immer springt man mit einem kleinen Vogel mit zu kurzen Flügeln über Hügel und flieht vor dem Eintreffen der Nacht. Mit einem simplen Berühren des Bildschirms legt der Vogel die Flügel an und begibt sich in Sturzflug, so dass man einen Abhang ansteuern kann, um wieder nach oben zu fliegen. Wohl aber ist die Grafik noch schöner geworden, Retina-Display-unterstützend und die farbenfrohe Landschaft noch mehr zur Geltung bringend. Neben dem regulären Spiel, bei dem man jeweils 3 Aufgaben erfüllen muss, um ein besseres Nest zu bekommen, gibt es einen neuen Modus namens „Flugschule“. Das ist eine Art Rennen gegen drei computergesteuerte Vögel. Man muss unter den besten Drei ins Ziel kommen, um einen Fisch als Belohnung zu bekommen und ins nächste Level zu gelangen. Die neuen Levels sind extra für die „Flugschule“ erstellt worden und bestehen aus viel mehr geraden Flächen als das reguläre Spiel – und sind überhaupt voller Tücken. Ohne einiges an Übung hängt man oftmals an einer Steigung und sieht, wie die anderen Vögel über einen hinwegfliegen. Außerdem gibt es zwei neue Elemente: Wasser zwischen zwei Hügeln, das die Bewegung bremst, und Blumen, die wie ein Trampolin funktionieren.

Insgesamt finde ich es sehr sympathisch, dass der Entwickler Andreas Illiger das Update kostenlos anbietet, weil er eigenen Worten zufolge „In-App-Kaeufe nicht besonders mag“. Ich glaube zwar, dass die neuen 15 Levels der „Flugschule“ keine sehr große Langzeitmotivation auslösen, aber die Idee ist toll und kann noch weiter ausgebaut werden – zum Beispiel durch zwei Spieler, die hintereinander an einem Gerät spielen (mit Ghost-Vogel).

Die NBA, Dirk Nowitzki und ich

12 Jul

NBA-Basketball ist mir fremd. Und ich hätte vor 15 Jahren niemals gedacht, dass ich das einmal so sagen würde. Damals habe ich Nächte durchgemacht, um NBA Finals zu sehen, habe gehofft, dass ein Spiel nicht in die Verlängerung geht, um rechtzeitig in der Schule zu sein. Damals kannte ich die Starting 5 sämtlicher Teams auswendig, war begeistert vom Zusammenspiel von Karl Malone und John Stockton, von den Blocks von Dikembe Mutombo, von den Dreipunktwürfen von Steve Kerr, von der Power von Shaquille O’Neal. Das waren noch Zeiten. Und wie wohl jeder zu der Zeit galt meine volle Bewunderung der Nummer 23 der Chicago Bulls: Michael Jordan. Und somit endete mein Interesse an der NBA auch mit Jordans Karriere. Also der richtigen, der bei den Bulls, nicht der, als er Schumi-mäßig noch zwei erfolglose Saisons bei den Washington Wizards dranhängte. Es gab danach keinen singulären Spieler, dem ich mein Interesse entgegenbringen konnte, und somit auch keine Mannschaft, zu der ich bei Live-Übertragungen halten konnte.

Und dann kam Dirk Nowitzki, 1998 war das. Gleichzeitig – und auch schon zur Zeit von Michael Jordan – spielte ein anderer Deutscher in der NBA, nämlich Detlef Schrempf. Aber den fand ich immer arrogant und war daher eher gegen die Seattle SuperSonics. Dirk Nowitzki war sympathisch, und auch wenn ich mir keine Spiele mehr anschaute, so interessierte ich mich doch für die Ergebnisse der Dallas Mavericks. Als ich dann 2008/2009 in den USA war und mit einem begeisterten Franzosen NBA-Spiele schaute (er vor allem wegen Tony Longoria-Parker, ich wegen Dirk Nowitzki), kannte ich die allermeisten Spieler überhaupt nicht, und auch einige der Teams waren mir unbekannt. Brooklyn Nets, Charlotte Bobcats, Oklahoma City Thunder, Memphis Grizzlies, New Orleans Hornets – die gab es alle in „meiner Zeit“ noch nicht. Da ist mir dann erstmal aufgefallen, wie schnelllebig die NBA doch ist.

Die einzige Konstante, die es für mich noch gibt, ist Dirk Nowitzki, der ja im letzten Jahr endlich den Titel feiern konnte. In diesem Jahr lief es dagegen wieder schlecht, auch deshalb, weil Dirk Nowitzki nach der schweren Meistersaison und der anschließenden Europameisterschaft nicht so richtig in Form war. (Wobei mir einfällt: Ich fand es immer toll, dass Dirk Nowitzki trotz der Belastungen in der NBA immer auch für Deutschland gespielt hat.)  Jetzt habe ich einen Artikel auf Spiegel.de gelesen, in dem steht, dass es nicht gelungen ist, die Dallas Mavericks vernünftig zu verbessern, so dass es unrealistisch ist, dass sie noch einmal um den Titel mitspielen. Ich weiß, es ist sehr loyal von Nowitzki, im schon erwähnten schnelllebigen Geschäft der NBA zu „seinem“ Verein zu stehen, und es gibt ja viele Fälle von Spielern, die nur der Titel wegen am Ende der Karriere gewechselt sind (zum Beispiel ging Karl Malone im Alter von 40 Jahren zu den Lakers, holte aber auch dort keinen Titel mehr). Vielleicht sollte Nowitzki doch noch mal wechseln, um noch einen Titel zu holen.

Musikempfehlungen (7)

9 Jul

Von zeitgenössischer ungarischer Musik weiß man außerhalb Ungarns wohl eher wenig, und ich hätte auch keine Ahnung, wenn ich nicht mit einer Ungarin verheiratet wäre. Jedenfalls hat meine Frau mich mit einer sehr zu empfehlenden Band namens Quimby und einer Jazz-Sängerin namens Harcsa Veronika bekannt gemacht. Wie praktisch, dass beide bei einem Fernsehauftritt das Quimby-Lied „Sehol se talállak“ gemeinsam vorgetragen haben:

Ein anderer gemeinsamer Auftritt, den ich neulich gefunden habe, war der von Apocalyptica und Metallica. Die Jungs von Apocalyptica spielen „One“ und werden gesanglich von James Hetfield begleitet, bis dann der Rest von Metallica mit einstimmt:

6 Dinge, mit denen „CSR Racing“ mich zum Geldausgeben zwingen will

8 Jul

Seit einer Weile gibt es CSR Racing von NaturalMotion im App Store, und seite Erscheinen hält es sich in den Top 10 der am meisten geladenene Apps. Genauso ist es aber auch gerade auf Platz 1 bei den umsatzstärksten Apps. Nicht schlecht für ein kostenloses Spiel. Ich spiele das Spiel jetzt seit einer Woche, habe aber nicht vor,  echtes Geld dafür ausgegeben, weil ich das Freemium-Prinzip grundsätzlich ablehne.

Kurz zum Spielprinzip: In „CRS Racing“ geht um Drag Racing, also um möglichst schnelles Fahren kurzer Distanzen. Im Rennen muss man am Start mit dem Gaspedal den idealen Drehmoment finden, wenn die Ampel auf Grün schaltet, und an den richtigen Stellen schalten. Gewinnt man ein Rennen, erhält man virtuelles Geld, mit dem man sein Auto aufrüstet, um mehr Rennen und somit wieder mehr Geld zu gewinnen. Wie für Freemium-Spiele üblich, gibt es einige Möglichkeiten, auch echtes Geld zu bezahlen. Besonders perfide sind die folgenden 6 Methoden, den Spieler zum Kaufen von Spielwährung mit echtem Geld zu bewegen:

  1. Man kann nur fahren, wenn man Benzin im Tank hat. Man kann maximal 10 „Liter“ haben, jede Fahrt verbraucht einen „Liter“. Alle 8 Minuten kommt ein „Liter“ hinzu. Es sei denn, man zahlt 2 Goldstücke, um den Tank sofort wieder aufzufüllen. Goldstücke sind sozusagen die Zweitwährung, die man fürs Hochleveln bekommt – oder für echtes Geld. Ich finde allerdings das System, dass man ein wenig warten muss, bevor man weiterspielt, gar nicht so schlecht. Das hätte ich mir in meinen besten FIFA-Zeiten gewünscht, um nicht Dutzende Spiele hintereinander zu spielen.
  2. Wenn man einen Bossgegner bezwungen hat, bekommt man die Chance, noch einmal ein Rennen gegen ihn zu fahren. Wenn man gewinnt, erhält man sein Auto, wenn man verliert, verliert man auch 5 Goldstücke. Das Problem: Man kann mit dem Auto nicht gewinnen, mit dem man zuvor gewonnen hat, da der Boss ein anderes, viel stärkeres Auto fährt. Und da man sofort entscheiden muss, ob man das Bonusrennen fährt und keine Updates kaufen kann, bleibt nur die Möglichkeit, für echtes Geld Updates zu kaufen. Oder man lässt das Bonusrennen sausen.
  3. Wenn man in höhere Levels kommt, kosten Updates immer mehr. Für das gleiche Geld, für das man zuvor ein ganzes Auto gekauft hat, kriegt man später nicht einmal mehr einen besseren Motor. Allerdings steigen die Preisgelder bei weitem nicht so stark an. Also muss man sinnlose Rennen gegen viel zu schwache Gegener fahren, um an Geld zu kommen, oder man kauft sich eben die Updates für echtes Geld.
  4. In höheren Levels werden Rennklassen freigeschaltet, in denen man nur mit einem bestimmten Auto oder einer bestimmten Marke starten kann. Wenn man das falsche Hauptauto hat, muss man sich ein weiteres kaufen und das dann auch gleich kostspielig aufrüsten.
  5. Jedes Bauteil eines Autos kann man in fünf Stufen updaten. Die Stufen 4 und 5 bekommt man allerdings nicht sofort, sondern muss darauf warten, im schlimmsten Fall 20 Minuten. Es sein denn, man zahlt mit Goldstücken. Noch schlimmer ist es mit neuen Autos, auf die man ohne Gold mehr als eine Stunde warten muss. Aber wie gesagt, wen warten nicht stört, der wird kein Problem damit haben.
  6. In der höchsten Rennklasse gibt es einen Wettbewerb, in dem man nur antreten kann, wenn man 1.000 Goldstücke für ein Auto ausgibt. An die kommt man nicht, wenn man pro Level, in das man aufsteigt, ein Goldstück bekommt. Das bekommt man nur für echtes Geld.

Ich habe nicht herausfinden können, wie viel echtes Geld man für Goldstücke und zusätzliches Spielgeld ausgeben muss, aber es ist mir auch recht egal. Ich kann nicht verstehen, wie Leute für ein solch eintöniges und doch ziemlich unbedeutendes Spiel Geld ausgeben können, da im Grunde kaum etwas Abwechslungsreiches passiert. Meine einzige Motivation ist es, den letzten großen Gegner zu besiegen, und dann wird das Spiel deinstalliert.