Archiv | Juli, 2012

Zwei Hochzeiten, aber wo bleibt der Todesfall?

21 Jul

Auf deutschen Websites habe ich keinerlei Infos darüber gefunden (wahrscheinlich ist das Thema nicht interessant genug): Serj Tankian hat Anfang Juni seine Freundin Angela Madatyan geheiratet. Sie ist – genauso wie er – armenisch-stämmig, sie sind wohl schon seit einer Weile zusammen. Fotos vom Paar und der Hochzeit gibt es z.B. hier.

Zudem ging das Gerücht um, dass Dirk Nowitzki seine Freundin Jessica Olsson geheiratet haben soll. Eine afrikanische Boulevard-Internetseite hatte verbreitet, dass die beiden in Kenia eine Zeremonie nach alter Tradition hatten. Inzwischen dementierten die Dallas Mavericks, Nowitzkis Club, die Meldung (z.B. hier).

Und was war das nun mit dem seltsamen Titel dieses Posts? Es geht darum, dass wir auf der letzten Seite jedes Provocateur einen Menschen ehren, der seit der letzten Ausgabe gestorben ist. Zuletzt hatten wir Timo Konietzka, davor war es Jopie Heesters. Doch seit dem letzten Heft ist niemand gestorben, dem man eine Seite widmen könnte. Höchstens noch Ray Bradbury. Ich weiß, die Idee ist recht makaber, in dem Sinne, dass wir jemand Bekannten brauchen, der stirbt, um die Seite zu füllen. Aber ich sehe das so wie Nachrufe, die vor allem in den USA ganz und gäbe sind. Wie gesagt, wir ehren die Person und erinnern an seine großen Leistungen. Und ich finde, das das eine gute Sache ist.

„Lateline“

20 Jul

Die „Lateline“ ist eine Call-In-Sendung, die jeden Tag zwischen Montag und Freitag von 23 Uhr bis 1 Uhr auf diversen Radiosendern der ARD ausgestrahlt wird und danach als Podcast heruntergeladen werden kann; ich hatte den Podcast bereits hier empfohlen. Was ich sehr interessant finde, ist die Zusammenstellung der Moderatoren – es moderiert nämlich jeden Tag ein anderer. Am Montag ist es Jens-Uwe Krause von Bremen Vier, über den ich vor einem guten Jahr auf die Sendung aufmerksam geworden bin, weil ich auch den „Podcall“ höre, an dem er beteiligt ist. Dann kam ich auf den Geschmack des Humors von Jan Böhmermann und höre seither die „Lateline“ auch am Donnerstag, wenn er sie präsentiert. Am Dienstag ist der Moderator Holger Klein, den anscheinend viele Hörer gut finde, mit dem ich allerdings bislang nur eine Sendung gehört habe. In der ging es um Serienempfehlungen, sie hat mir zwar keine neuen tollen Serien näher gebracht, aber schlecht fand ich sie dennoch nicht. Aktuell habe ich noch die Folge vom letzten Dienstag auf dem iPod, in dem mit den Hörern „Black Stories“ gelöst wurden, das höre ich demnächst noch. Am Mittwoch ist schließlich Caroline Korneli die Moderatorin, mit der ich leider überhaupt nichts anfangen kann. Ich habe eine Sendung mit ihr angefangen zu hören, in der es um die „Simpsons“ ging, aber ich konnte sie leider nicht zu Ende hören. Aber wie schon anfangs geschrieben, es ist eine interessante Zusammenstellung, und jeder Moderator wird seine Fans haben.

Weil ich es noch kaum angesprochen habe: Jede Sendung ist im Normalfall monothematisch; das Thema, das sich die Moderatoren wohl selbst ausdenken, wird im Vorfeld auf dem Blog der Sendung bekannt gegeben (dort können auch alte Sendungen angehört und heruntergeladen werden). Eine Ausnahme sind der 1. Montag, der 2. Dienstag, der 3. Mittwoch und der 4. Donnerstag im Monat, an denen freie Themenwahl herrscht und sich die Anrufer das Thema selbst aussuchen können. Aber da auch in den anderen Sendungen oft abgeschweift wird, sind die Themen eigentlich immer sehr vielfältig.

Unser anstrengender 6-Stunden-Urlaub

19 Jul

Es war ein ehrgeiziger Plan, den wir hatten: Wir wollten heute auf eine 10-tägige Rundfahrt über Prag nach Mitteldeutschland und über Süd-Tschechien wieder zurück nach Wien fahren. Insgesamt mehr als 1.300 Kilometer hätten es werden sollen, mit unserer 10 Monate alten Tochter auf dem Rücksitz. Doch es sollte anders kommen.

Zunächst holte ich am Morgen um 8 unseren Leihwagen ab. Den Namen der Firma möchte ich nicht erwähnen, weil ich keine Werbung machen will, weil es später unschön wurde, aber es handelt sich um einen vierbuchstabigen Namen und ein oranges Logo. Als ich auf dem Armaturenbrett des Autos, das ich bekam, kyrillische Buchstaben sah und der Mitarbeiter der Firma mich nicht verstand, als ich ihn bat, mir ein deutschsprachiges Menü einzustellen, weil er kein Deutsch sprach, wusste ich, dass das kein guter Tag wird. Das Wetter wurde immer besser, als ich mit dem Auto nach Hause fuhr und wir begannen, es zu beladen. Unsere Tochter schlief inzwischen, obwohl sie eigentlich erst im Auto hätte schlafen sollen. Als wir dann endlich losfuhren, waren es über 30 Grad Celsius – oder 93 Grad Fahrenheit, wie das Autoradio zeigte. Der Bordcomputer hingegen sagte uns: „Fahrzeug demnächst warten“. Das klang nicht gut und beunruhigte uns angesichts der langen Strecke, die wir vor uns hatten. Noch dazu schrie unsere Kleine auf dem Rücksitz unentwegt und ließ sich nicht beruhigen. Wir riefen den Kundendienst des Autoverleihers wegen der Anzeige an, und nach einigem Hin und Her sagte man uns, wir sollen zurück zur Verleihstation fahren. Wir waren bereits aus der Stadt heraus und drehten um, um durch die ganze aufgeheizte Stadt voller Autos zurück zum Anfangspunkt dieses Tages zu fahren.

Dort sagte man uns, wir hätten gar nicht zurückkommen, sondern den Pannendienst anrufen müssen. Wir hatten inzwischen aber so die Nase voll von dem ganzen Vorhaben, von dem Stress, dem wir unser Kind (und auch uns) aussetzen, dass wir schon auf der Rückfahrt zur Station beschlossen hatten, dass wir die Fahrt nicht antreten und das Auto so schnell wie möglich wieder zurückgeben wollen. Wir fragten, ob wir den Mietvertrag verkürzen könnten. Die Antwort: Hätten wir mit Kreditkarte bezahlt, hätte man tageweise abgerechnet, und es wäre kein Problem gewesen, vorzeitig das Auto abzugeben. Aber da wir im Voraus bezahlt haben, blieben wir auf der gesamten Vertragslänge sitzen und erhalten keinen Cent zurück. Irgendwie verstehe ich die Logik dahinter nicht. Warum sollte es der Firma nicht möglich sein, eine Rückerstattung zu machen, auch wenn einmal ein größerer Betrag von einem Kundenkonto abgebucht wurde?

Jedenfalls haben wir jetzt für 10 Tage ein Auto und werden damit kleinere Touren machen. Mal zu IKEA, vielleicht an den Neusiedler See, wenn wir ganz wagemutig sind, nach Budapest. Aber dann mit Zwischenstopp auf der Hälfte der Strecke.

Zeichentrick aus dem Kommunismus

18 Jul

Gestern Abend war ein Freund meiner Frau bei uns zu Besuch, und wie das bei guten Gesprächen so ist, sprangen die Themen hin und her. Irgendwann kamen wir auf die tschechische Trickfilmreihe „Der kleine Maulwurf“. Unser Besuch erzählte, dass es da eine Folge gibt, in der ein Mann nackt herumläuft und ein Wildschwein auf einem Fahrrad fährt. Deshalb wurde auch die Vermutung angestellt, dass einige Episoden unter Drogeneinfluss entstanden sind. Bei der besagten Folge handelt es sich um „Der kleine Maulwurf im Traum“, sie ist auch bei YouTube zu finden (das hier ist nur der 1. Teil von 3, die weiteren Folgen können danach angeklickt werden):

 

 

Von da kamen wir zu anderen großartigen Trickfilmserien, vornehmlich aus den 1960ern und 1970ern. Da wäre zum Beispiel „Gusztáv“ aus Ungarn:

 

 

Oder „Lolek und Bolek“ aus Polen:

 

 

Oder „Nu Pagadi“ aus Russland:

 

 

Ich finde, damals wurde richtig gute Unterhaltung gemacht, sehr viel für Kinder, aber auch für Junggebliebene. Es ist schade, dass bei den vielen Animationsfilmen (die sicher auch ihren Reiz haben) die echten handgemachten Trickfilme immer mehr an Bedeutung verloren haben. Man sollte sich mal die Zeit nehmen und bei YouTube die Klassiker anschauen. Es lohnt sich noch immer.

[Film] Mary & Max

17 Jul

In zwei morgendlichen Sessions habe ich in den letzten Tagen den Film „Mary & Max“ angeschaut, und ich küre ihn spontan zum besten Film, den ich in diesem Jahr gesehen habe.

Der Film ist animiert, die Figuren bestehen aus Knete. Ich hatte zuvor noch nie einen solchen Film gesehen, also weder „Wallace & Grommit“ noch „Shaun das Schaf“ oder sonst etwas in die Richtung. Es geht um die 8-jährige Australierin Mary, die zufällig beginnt, dem 44-jährigen Max aus New York Briefe zu schreiben. Die beiden schreiben sich regelmäßig über ihr Leben, freunden sich an, schicken sich Schokolade in verschiedenen Formen zu und verlieren sich zuweilen auch für längere Zeit aus den Augen – warum, will ich nicht verraten, weil es wichtig für die Handlung ist.

Der Film ist sowohl von den Farben als auch der Stimmung her sehr düster. Er ist absolut kein Kinderfilm, geht es doch um Mobbing, psychische Krankheiten, Alkoholismus, Kleptomanie und Tod. Sowohl Mary als auch Max sind Außenseiter, und auch wenn es mal einen Aufschwung in ihrem Leben gibt, geht es ganz sicher bald wieder bergab. Man hat auch nicht den Eindruck, dass den beiden ihre Freundschaft durchs Leben hilft. Aber trotzdem sind die Figuren so wunderbar, und die Stimmung des Films ist nie wirklich pessimistisch, weil er einen erfrischend schwarzen Humor hat. Einen Eindruck, wie die Figuren aussehen, sowie wunderschöne Musik und Infos gibt es auf der Homepage zum Film.

Ich habe den Film übrigens in der englischen Originalfassung geschaut, in der mir vor allem die Stimmen von Philip Seymour Hoffman (Max) und Barry Humphries (Erzähler) gefallen haben. Die deutsche Synchronisation habe ich nicht geprüft, aber der deutsche Untertitel des Films hat mir schon gereicht. Der lautet (völlig irritierend und bestimmt Shaun-Assoziationen wecken wollend): „Schrumpfen Schafe, wenn es regnet?“