Unser anstrengender 6-Stunden-Urlaub

19 Jul

Es war ein ehrgeiziger Plan, den wir hatten: Wir wollten heute auf eine 10-tägige Rundfahrt über Prag nach Mitteldeutschland und über Süd-Tschechien wieder zurück nach Wien fahren. Insgesamt mehr als 1.300 Kilometer hätten es werden sollen, mit unserer 10 Monate alten Tochter auf dem Rücksitz. Doch es sollte anders kommen.

Zunächst holte ich am Morgen um 8 unseren Leihwagen ab. Den Namen der Firma möchte ich nicht erwähnen, weil ich keine Werbung machen will, weil es später unschön wurde, aber es handelt sich um einen vierbuchstabigen Namen und ein oranges Logo. Als ich auf dem Armaturenbrett des Autos, das ich bekam, kyrillische Buchstaben sah und der Mitarbeiter der Firma mich nicht verstand, als ich ihn bat, mir ein deutschsprachiges Menü einzustellen, weil er kein Deutsch sprach, wusste ich, dass das kein guter Tag wird. Das Wetter wurde immer besser, als ich mit dem Auto nach Hause fuhr und wir begannen, es zu beladen. Unsere Tochter schlief inzwischen, obwohl sie eigentlich erst im Auto hätte schlafen sollen. Als wir dann endlich losfuhren, waren es über 30 Grad Celsius – oder 93 Grad Fahrenheit, wie das Autoradio zeigte. Der Bordcomputer hingegen sagte uns: „Fahrzeug demnächst warten“. Das klang nicht gut und beunruhigte uns angesichts der langen Strecke, die wir vor uns hatten. Noch dazu schrie unsere Kleine auf dem Rücksitz unentwegt und ließ sich nicht beruhigen. Wir riefen den Kundendienst des Autoverleihers wegen der Anzeige an, und nach einigem Hin und Her sagte man uns, wir sollen zurück zur Verleihstation fahren. Wir waren bereits aus der Stadt heraus und drehten um, um durch die ganze aufgeheizte Stadt voller Autos zurück zum Anfangspunkt dieses Tages zu fahren.

Dort sagte man uns, wir hätten gar nicht zurückkommen, sondern den Pannendienst anrufen müssen. Wir hatten inzwischen aber so die Nase voll von dem ganzen Vorhaben, von dem Stress, dem wir unser Kind (und auch uns) aussetzen, dass wir schon auf der Rückfahrt zur Station beschlossen hatten, dass wir die Fahrt nicht antreten und das Auto so schnell wie möglich wieder zurückgeben wollen. Wir fragten, ob wir den Mietvertrag verkürzen könnten. Die Antwort: Hätten wir mit Kreditkarte bezahlt, hätte man tageweise abgerechnet, und es wäre kein Problem gewesen, vorzeitig das Auto abzugeben. Aber da wir im Voraus bezahlt haben, blieben wir auf der gesamten Vertragslänge sitzen und erhalten keinen Cent zurück. Irgendwie verstehe ich die Logik dahinter nicht. Warum sollte es der Firma nicht möglich sein, eine Rückerstattung zu machen, auch wenn einmal ein größerer Betrag von einem Kundenkonto abgebucht wurde?

Jedenfalls haben wir jetzt für 10 Tage ein Auto und werden damit kleinere Touren machen. Mal zu IKEA, vielleicht an den Neusiedler See, wenn wir ganz wagemutig sind, nach Budapest. Aber dann mit Zwischenstopp auf der Hälfte der Strecke.

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2 Antworten to “Unser anstrengender 6-Stunden-Urlaub”

  1. schneckspeck 19. Juli 2012 um 21:02 #

    Habt ihr in Österreich nicht auch einen Verbraucherschutz? Ich bin mir nämlich ziemlich sicher, dass ihr nicht die einzigen seid, die Probleme mit der Firma, deren Namen nicht genannt werden darf haben. Habe jetzt schon häufiger von ähnlichen Geschichten im Freundeskreis gehört, gerade was den Zustand der Fahrzeuge angeht. Ich wünsche euch trotz der durchkreuzten Pläne ganz viel Entspannung!

  2. Kim 22. Juli 2012 um 17:04 #

    Ärgerlich, dass so einfache Sachen nicht möglich sind -_-

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