Einfach weggehen

23 Mrz

Vor sehr langer Zeit war ich bei einem Bewerbungsgespräch. Ich war Student und wollte ein bisschen Geld nebenbei verdienen. Also bewarb ich mich als HTML-Programmierer bei einer Ein-Mann-Firma. Und vor diesem einen Mann saß ich dann. Er war mir von der ersten gesprochenen Silbe an so unsympathisch, dass ich sofort wusste, dass ich nicht dort arbeiten will und werde. Ich glaube, so richtig viel zu verdienen gab’s auch nicht, aber das spielte auch keine Rolle. Ich dachte während des Monologs dieses unerträglichen Menschen nur die ganze Zeit daran, zu sagen, dass ich kein Interesse habe, dort zu arbeiten und dass ich jetzt einfach weggehen werde. Gemacht habe ich es nicht, und so saß ich dieses leidige Gespräch bis zum Ende aus.

Die Erinnerung daran wurde hochgespült, als ich neulich daran dachte, weshalb man eigentlich Menschen gegenüber oder Situationen betreffend, die man unerträglich findet, nicht einfach die Wahrheit sagt, auch wenn sie bitter ist. Bestes Beispiel ist der Restaurantbesuch: Kaum jemand antwortet dem Kellner auf seine Frage, ob denn das Essen geschmeckt habe, mit: „Nein, überhaupt nicht, es war ekelhaft.“ Obwohl man es könnte, schließlich hat man nichts zu verlieren, und zurück in ein Restaurant, in dem es nicht schmeckt, geht man ohnehin nicht. Ich denke, manchmal sollte man seine wahre Meinung nicht verschweigen, vor allem Menschen gegenüber, mit denen man ansonsten in keinem Kontakt steht.

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