Radio

18 Mrz

Ich kann sagen, dass ich das Medium Radio nicht leiden kann. Oder anders gesagt: Ich kann nicht leiden, wie das Medium Radio von Massensendern eingesetzt wird. Da bestimme ich lieber selbst, was ich höre. Da wir aber noch kein Internet in der neuen Wohnung haben, mussten wir notgedrungen am Wochenende das gute alte Radio einschalten, um uns die Zeit des Kistenpackens und Möbelzusammenbauens zu vertreiben.

Es stellte sich heraus: Radio ist noch immer das Medium, das ich nicht leiden kann. Vor allem liegt dies an der eintönigen Musikauswahl. Ich weiß, die Schwierigkeit bei der Programmierung von Radio-Spiellisten liegt darin, dass man es allen Hörern recht machen muss. Und dafür eignen sich nun mal die Charts am besten. Aber deshalb will ich trotzdem nicht jede Stunde Lana Del Rey, Foster the People und irgendwelche Euro-Pop-Überbleibsel hören. Und normalerweise bin ich kein Gegner davon, dass im Radio viel geredet wird. Aber dann bitte nur mit interessanten Gesprächspartnern.

Ich mag immer diese Sendungen, die meist am späten Abend laufen und in denen sich ein alteingesessener Moderator musikalisch austoben darf. Da hört man dann erstmal nach langer Zeit wieder Kiss, Lynard Skynard oder die Rolling Stones – zumindest von letzteren nicht immer nur „Satisfaction“. Ein großartiger Vorschlag wurde vor einer Weile in der Lateline besprochen: ein Radiosender, der jedes Lied, das es gibt, nur einmal spielen darf und danach nie wieder. Das wäre großartig. Aber außerhalb der undurchschaubaren Welt der Sparten-Internet-Radiosender wird sich das garantiert nie jemand trauen.

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5 Antworten to “Radio”

  1. DerSinn 18. März 2012 um 18:41 #

    Eine nette Idee – aber irgendwie glaube ich, würde das schnell zum Verlust des Publikums führen. Denn auch wenn es eine richtig große Anzahl von Songs gibt, die ich als ‚großartig‘ empfinden würde: Im Schnitt dauert einer vermutlich um die 3 oder 4 Minuten.

    Gehen wir davon aus, dass der Anteil von Musik am Radioprogramm etwa 50% beträgt (unter Tags weniger, Nachts über dafür wesentlich mehr), so kämen wir auf 65.700 Songs. Das ist schon ziemlich viel.

    Natürlich kann man das Spiel weiter treiben: Wenn man annimmt, dass jede Woche 20 neue, gute Songs produziert würden, so hätten wir in den vergangenen 50 Jahren 52.000 davon produziert. Das ist vielleicht zu wenig um ein tolles Programm auf die Beine zu stellen. 😉

    Ich befürchte, dass wir uns wohl mit Wiederholungen abfinden müssen. :mrgreen:

    PS: Es hat einfach Spaß gemacht das auszurechnen, ist keine ‚Kritik’…:D

    • Alex 19. März 2012 um 07:15 #

      🙂 Witzig, dass du dich hinsetzt und die Sachen ausrechnest. Und du hast recht, wahrscheinlich kommt man gar nicht auf die ausreichende Anzahl an Liedern. Andererseits gibt es sicher mehr als 20 neue (und gute) Lieder die Woche. Allein ein Album eines guten Künstlers enthält doch mal gut 10 Lieder. Normal hört man von einem solchen Album nur die vorausgewählten Singles. Und das Song-einmal-spielen-und-dann-nie-wieder-Modell würde auch mal Lieder ins Radio bringen, die man sonst nie zu hören kriegt. Aber wie gesagt, dazu wird es nie kommen, und man muss weiterhin Madonnas Schrottmusik hören.

  2. ladidaladida 19. März 2012 um 16:14 #

    Deswegen lob´ ich mir radio.de. Ich tipp da „Louis Armstrong“ oder „Big Band“ ein und finde die fünf Radiostationen, wo dann den ganzen Tag netter Jazz aus der Urzeit vor sich hinplätschert.

    Mit deutschen Radiosendern konnte ich nie viel Anfangen, da kommt nie was interessantes. In Polen gibt es einen Nachrichtenradiosender, der ist toll und hat immer interessante Sendungen. Seitdem Kaczynski nicht mehr Präsident ist, kann man sich wieder mit der polnischen Politik auseinandersetzen, ohne, dass einem gleich der Schlag trifft.

    Ich hab´ bei radio.de auch versuch Namen von Bands und Musikerinnen einzugeben, auf die ich auch sonst so stehe. Aber ich kann weder „Stairway to heaven“, noch „Blowing in the Wind“ noch „me and bobby mcgeen“ hören; ich versteh auch nicht, wie es kommt, dass die beliebtesten Beatlessongs gleichzeitig die schlechtesten sind.

    Hast Du an Hörbücher beim Auspacken gedacht?

    • Alex 20. März 2012 um 13:09 #

      Das Problem bei Podcasts/Hörbüchern ist immer, dass man da so konzentriert zuhören muss, um dranzubleiben, und das macht sich beim Auspacken und Möbelbauen nicht so gut. Da hört man ab und zu mal weg und verpasst wichtige Stellen.

      • ladidaladida 20. März 2012 um 15:17 #

        Auf Pause drücken? So mach ich es, wenn ich die Soße zusammenmische oder schnell mal die Küche löschen muss.

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