Interfamiliäre Kommunikation

16 Mrz

Meine Frau ist Ungarin, spricht aber perfekt Deutsch (außerdem noch Englisch und Portugiesisch, Übersetzungsaufträge gerne per Mail an mich, ich leite sie weiter). Somit gestaltet sich ihre Kommunikation mit meiner Familie barrierefrei. Ganz anders sieht es umgedreht aus.

Ich habe mich eine Zeit lang darum bemüht, Ungarisch zu lernen, was momentan in Ermangelung von Zeit auf Eis liegt. Wenigstens der Bereich „Hören und verstehen“ reicht dafür aus, dass ich in Gesprächen weiß, worum es geht. Nur Sprechen kann ich nicht, bis auf einige Basis-Sätze. Zumindest mein Schwiegervater spricht Englisch, so dass ich mit ihm sprechen kann. Mit allen anderen Verwandten meiner Frau, also auch meiner Schwiegermutter, kann ich nicht kommunizieren. Dennoch bemühen sich immer alle, mich in die Gespräche einzubeziehen, meist dadurch, dass meine Frau (für) mich übersetzen soll. Es ist nur jedesmal seltsam, wenn ich mit meiner Schwiegermutter allein in einem Raum bin (und das kam in letzter Zeit häufiger vor, weil sie uns vor allem nach der Geburt unserer Kleinen sehr viel geholfen hat). Wenigstens kann ich „Danke!“ auf Ungarisch sagen.

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4 Antworten to “Interfamiliäre Kommunikation”

  1. ladidaladida 16. März 2012 um 17:14 #

    Wenn Du schon so weit bist, dass Du mitbekommst, worum es geht, bist Du auf jeden Fall weiter, als viele andere Ehemänner und Ehefreunde.

    Ich hoffe, dass Du Dir in nächster Zeit die Zeit nehmen kannst, um paar Sätze auf Ungarisch zusammenzukleben (wo wir wieder bei agglutinierend wäre), wenn Du mal wieder mit Deiner Schwiergermama in einem Raum alleine gelassen wirst. Die wird sich sicherlich darüber freuen.

    Wenn Eure Kleine etwas größer wird, werdet ihr sicherlich auch öfters nach Ungaren fahren und dann wird alles nochmal anders, ne?

  2. DerSinn 16. März 2012 um 18:49 #

    Jaja … Familie im 21. Jahrhundert. Ungarisch ist aber auch wirklich schwer zu sprechen. Ich hatte, vor gar nicht allzu langer Zeit, einige Mitarbeiter dort – und weiß deshalb, wovon ich (nicht?) spreche. 😉

    Dabei habe ich mich anfangs auch wirklich bemüht…

    • ladidaladida 17. März 2012 um 15:21 #

      😕 Laut dieser Tabelle (http://sprachen.sprachsignale.de/ungarisch/hngshowframe.html) sind es doch mehr oder weniger dieselben Phoneme, wie in den meisten indoeuropäischen Sprachen. Was soll den daran so schwer sein? Kann sich der Herr Sprachwissenschaftler Alex, M.A. mal dazu äußern?

      Von meinen zahlreichen Finnougristinnen habe ich noch nie Beschwerden wegen dem finnischen oder ungarischen Phonemsystem gehört. Estnisch- ja, ist die Hölle, weil es einen Bedeutungsunterschied zwischen kurzen, langen und überlangen Vokalen gibt und daran ist der indoeuropäische Mensch nicht gewöhnt.

      • Alex 20. März 2012 um 13:23 #

        Ich finde es immer witzig, wenn es pauschal heißt: „Ungarisch klingt so viel anders und komplizierter als Deutsch.“ Dabei ist es gar nicht so. Die Ungarn haben ein paar Laute, die anders sind (z.B. das ‚gy‘ oder das ’ny‘), und sie haben lange Vokale und Umlaute, aber in Wesentlichen gibt es keine großen Unterschiede. Viel schwieriger finde ich diese Wortmonster, wie „Viszontlátásra!“ oder die Stadt Mosonmagyaróvár, aber sowas haben wir umgedreht im Deutschen ja auch.

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