Meine Zeit als Security-Mann

6 Mrz

Ja, auch ich habe, wie so viele andere, als Student einen Job gemacht, der bis auf das verdiente Geld keinen Mehrwert hatte: Ich war Security-Mann. Zwar habe ich das nur über einen Sommer gemacht, aber das war ausreichend für so manche interessante Begebenheit. Zum Beispiel habe ich bei einem Rammstein-Konzert die Zünder für die Pyrotechnik bewacht. Ich musste im Wesentlichen nur aufpassen, dass kein Besucher an die Technik geht, und konnte ansonsten die Band mit bester Sicht anschauen. Leider musste ich, als die Vorband Apocalyptica spielte, noch außerhalb des Saales Zuschauer zählen, die auf die obere Tribüne gingen.

Eine Sängerin, bekannt aus der Neuen Deutschen Welle und zuletzt TV-Jurymitglied, hatte zu wenige Tickets verkauft, und damit nicht auffiel, dass nur eine dreistellige Zuschauerzahl kam, wurde die Halle mit Tüchern optisch verkleinert. Und eine Band aus Norddeutschland, deren Name an den Wilden Westen erinnert, spielte noch zu Anfang ihrer Laufbahn auf einem kleinen südthüringischen Stadtfestival und wollte einen Security-Mann pro Bandmitglied – das waren immerhin fünf Leute, mehr als für das ganze Konzert vorgesehen waren. Bei der Aufzeichnung für ein „[bitte Jahreszeit einfügen]fest der Volksmusik“ musste ich zum Glück außerhalb der Halle einen Aufzug bewachen und bekam nichts von der Musik drinnen mit.

Sehr schön fand ich, dass ich dank des Jobs das ABBA-Musical „Mamma Mia!“ anschauen konnte, was ich so nicht getan hätte. Außerdem war ich bei einem Spiel der deutschen Fußballnationalmannschaft und stand hinter dem Tor von Oliver Kahn. Und zu guter Letzt verbrachte ich ein Wochenende auf dem Segelflugplatz Roitzschjora in der Nähe von Leipzig, um beim With Full Force auf einem Aussichtstürmchen aufzupassen, dass auf dem Zeltplatz nichts passiert. Am Ende einer Schicht hatte ich dann das Vergnügen, einen Auftritt von Slayer zu sehen.

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4 Antworten to “Meine Zeit als Security-Mann”

  1. ladidaladida 7. März 2012 um 01:04 #

    Deswegen mag ich auch Blogs: Jetzt weiß ich, dass auch Sat.1 eine Castingshow hat/ hatte. Jetzt weiß ich wieder, wieso ich keinen Fernseher habe. ^^

    • Alex 7. März 2012 um 08:43 #

      Wir haben auch keinen, aber man entkommt der medialen Massenberichterstattung nirgendwo…

  2. rennhenn 9. März 2012 um 10:09 #

    Oh, Slayer, fein. Die fehlen mir leider (noch) in meiner „Konzert-Sammlung“.

    Ich beglückwünsche dich, dass du dem Fest der Volksmusik entronnen bist… ich muss das leider öfter als mir lieb ist bei meinen Schwiegereltern gucken und glaub mir, das ist nicht schön *seufz*

    • Alex 9. März 2012 um 10:15 #

      Ja, Slayer waren wirklich ein großartiges Erlebnis, auch wenn ich ohne den Job nicht hingegangen wäre.
      Na ja, Volksmusik musste ich auch ab und zu mal ertragen, wenn ich bei meiner Oma zu Besuch war. Aber ich glaube, live ist es noch viel schlimmer. Mir fällt auch gerade ein: Ich hab mal bei André Rieu gearbeitet, da haben die netten älteren Damen am Ende zwischen den Stühlen getanzt. Das war so eine absurde Stimmung, dass es schon wieder witzig war. 🙂

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