[Buch] „Ewig dein“ von Daniel Glattauer

5 Mrz

Daniel Glattauer kannte (nicht nur) ich schon von seinen E-Mail-Romanen. „Gut gegen Nordwind“ hat mir sehr gut gefallen, „Alle sieben Wellen“ habe ich sozusagen nach der dritten Welle abgebrochen, weil ich das Konzept dann ein wenig totgelaufen fand. Angesichts der beiden Bestseller wurde über „Ewig dein“ im Vorfeld sehr viel berichtet, und das war meiner Meinung nach das Problem. Aber dazu komme ich gleich.

Im Supermarkt fährt der Mittdreißigerin Judith der Architekt Hannes mit dem Einkaufswagen in die Haxen. Am nächsten Tag betritt er ihren Lampenladen, ein paar Tage später gehen die beiden zusammen einen Kaffee trinken, und noch ein paar Tage später sind sie ein Paar. Hannes würde am liebsten den ganzen Tag und die ganze Nacht mit Judith verbringen, diese sehnt sich aber rasch nach mehr Abstand. So langsam wird ihr der Mann an ihrer Seite unheimlich, und sie will die Beziehung beenden. Doch Hannes hat ihr längst ewige Liebe geschworen.

Leider wurde in den Vorbesprechungen zu diesem Buch schon so viel darüber preisgegeben, dass man im schlimmsten Fall schon weiß, wer von den beiden einen problematischen Charakter hat – im allerschlimmsten Fall weiß man sogar, wie es ausgeht. Das Buch ist eigentlich so konzipiert, dass bis fast zum Schluss nicht klar sein sollte, ob Hannes Judith verfolgt oder ob sie sich das nur einbildet und sich in einen Wahn steigert. Es beginnt als Liebesroman, wird dann kurzzeitig zum Thriller, und am Ende kommen noch Krimi-Elemente hinzu. Die Sprache ist klar und schnörkellos, die wenigen Figuren sind gut ausgearbeitet, und die Handlung ist nachvollziehbar. Ich frage mich zwar, ob das gleiche Buch von einem eher unbekannten Autoren auch in solch einer hohe Startauflage auf den Markt gekommen wäre, weil es doch tendenziell eher unspektakulär ist – aber so ist es ja immer mit gut verkaufenden Schreibern. „Ewig dein“ kann man auf jeden Fall gut lesen.

Noch kurz ein Wort zur Sprache: Daniel Glattauer ist Österreicher und nutzt viele österreichische Sprachelemente. Ich habe ja schon einige Autoren aus Österreich gelesen, aber so stark wie bei diesem Buch sind mir nie die dialektalen Wörter und Wendungen aufgefallen. Leider kann ich es nicht vergleichen, aber es hätte mich schon sehr interessiert, ob ich das auch ohne meine „Österreich-Erfahrung“ so gesehen hätte.

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Eine Antwort to “[Buch] „Ewig dein“ von Daniel Glattauer”

  1. pillangoblog 5. März 2012 um 16:56 #

    Von Glattauer habe ich noch nichts gelesen. Es liegt wohl an dem Medienhype rund um Autor und Buch, der bei mir immer auf Ablehnung stößt. Die Verschmelzung der Genres bei diesem Buch, die du beschreibst, klingt aber sehr interessant. Sollte „Ewig dein“ unserem Buchladen zufliegen, werde ich es mir auf jeden Fall zur Hand nehmen!

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