Mein Blick zurück (KW 9)

4 Mrz

Mein subjektiver Wochenrückblick.

Zunächst kam ja am Freitag der neue Provocateur auf den Markt. Darin enthalten ist eine 10-seitige Fotostrecke, auf der (montiert, nicht in echt!) abgeschnittene Hände hochwertige Uhren tragen. Am Ende der Woche bekam ich einen Anruf von einem – ich benutze das Wort des Jahres 2010 – Wutbürger. Er fing an mit: „Was haben Sie sich dabei gedacht?“ Ich hatte keine Ahnung, wovon er redet, und er meinte, dass er in seinem Leben noch nie so etwas Abstoßendes, Brutales und Ekelhaftes gesehen hätte wie die besagte Fotostrecke. Ich war zunächst völlig überrascht von seiner Reaktion und bedankte mich nur artig für sein Feedback. Es ist doch aber so: Das Heft heißt Provocateur, und darin kann man sich ab und an etwas Provokatives erwarten. Und außerdem sind es nur 10 von insgesamt 240 Seiten, auf denen etwas zu sehen ist, was nicht ganz so konform geht mit der üblichen Hochglanz-Magazin-Welt. Ich jedenfalls finde die Strecke in Ordnung, aber ich stehe auf Makabres, bin also vielleicht kein guter Maßstab.

Eine komplette Drehung von abgetrennten Händen zu Puzzles. Ravensburger hat neulich vier 1000-Teile-Puzzles auf den Markt gebracht. So weit, so üblich. Das Besondere an den Puzzles „Lofoten, Norwegen“, „Farbenfrohes Unterwasserreich“, „Über den Dächern von Paris“ und „Tiere Afrikas“ ist, dass sie Augmented-Reality-fähig sind. Das heißt: Wenn man mit dem Puzzlen fertig ist, lädt man eine kostenlose App von Ravensburger herunter, richtet sein iOS-Gerät auf das Puzzle und sieht Animiertes und Interaktives. Ich finde solche Ideen toll, mit denen Althergebrachtes und Neuartiges kombiniert wird.

Dann habe ich die Woche gelesen, dass ein Mitarbeiter des „Spiegel“ im Internet ein Rezensionsexemplar einer CD verkauft hat, bevor sie im Handel war. Der Artikel ist hier zu finden, mein Lieblingszitat daraus ist das eines Antiqariaten in Hamburg, der meinte: „Ich könnte einige [Journalisten] nennen, die sich ein Einfamilienhaus mit Promoexemplaren gebaut haben“.

In Sachen Fußball ist das Erfreulichste der Woche, dass Dortmund den Bayern schon 7 Punkte voraus sind. Interessant fand ich auch, dass Lukas Podolski wohl vom 1. FC Köln zu Arsenal London wechseln wird – weil es sich Köln eigentlich nicht leisten kann, seinen einzigen Leistungsträger zu verkaufen. Die Transfersumme soll über 18 Millionen Euro liegen. Damals, 2009, als Podolski nach den verlorenen Jahren in München zurück nach Köln wechselte, kostete er 10 Millionen. Unter anderem wurde das so finanziert, dass Fans auf der Vereinsseite des 1. FC Köln Pixel auf einem Bild von Podolski kaufen konnten. Ein Pixel von der Größe 8 x 8 Millimeter kostete 25 Euro, viele kauften gleich mehrere auf einmal. Wenn es damals schon Crowdfunding im großen Stil gegeben hätte wie heute und Köln die Finanzierung so realisiert hätte, dann würde sich der damalige Einsatz der Fans mit dem Verkauf jetzt fast verdoppeln. Aber so haben sie ihr Geld „nur“ für drei (mehr oder weniger) schöne Podolski-Jahre ausgegeben – und werden jetzt wohl den Niedergang des Vereins erleben müssen.

Und dann habe ich vom Buch des in Österreich lebenden türkischen Autoren Inan Türkmen gelesen. Titel: „Wir kommen“. Der Tenor des Buches: Türken sind fleißiger, hungriger, stärker, jünger und positiver als Österreicher (und, nebenbei abgefrühstückt, auch Deutsche). Er will Vorurteile auf- und eine kontroverse Debatte vom Zaun brechen. Das Branchenmagazin ÖSTERREICH führte mit ihm ein Interview, in dem er sagt, dass „wir ja eigentlich die dritte Türkenbelagerung Wiens“ erleben und dass „die gesamte Türkei […] ein großes Bevölkerungswachstum [hat], und die Welt […] immer denen [gehört], die wachsen.“ (Zitate aus ÖSTERREICH Nummer 1961 vom 4. März 2012) Ich möchte mich diesbezüglich jedes Kommentars enthalten, es soll sich jeder seine eigene Meinung machen.

Zweimal habe ich diese Woche gehört, dass man sich im Internet einen Quadratmeter Land in Schottland oder in Irland kaufen und so den Titel eines Lords erwerben kann. Klaas Heufer-Umlauf hat es für neoParadise gemacht, folgender sehr lustiger Einspieler lief diese Woche in der Sendung:

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Eine Antwort to “Mein Blick zurück (KW 9)”

  1. Kim 4. März 2012 um 22:13 #

    Hmmm, interessante Fotostrecke, würde mich jetzt interessieren, wie die ausschaut :O

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