Allgemeinbildung in der Schule?

1 Mrz

Relativ kurz hintereinander kam zuletzt zweimal das Thema „Die Zukunft der Schulbildung“ in der Call-In-Radiosendung „Lateline“ auf. Der Moderator Jens-Uwe Krause vertrat dabei die Ansicht, dass das Vermitteln und der Aufbau von Allgemeinbildung in der Schule nicht mehr zeitgemäß und daher nicht mehr nötig ist. Es gäbe ja genug Stellen im Internet, an denen die benötigen Informationen zur Verfügung stehen, und da alle mobiles Internet haben, verlagert man praktisch sein Allgemeinwissen in die Hosentasche.

Ich finde, dass das zu kurz gedacht ist. Lernen, genauer: Das Auswendiglernen von Fakten dient ja nicht ausschließlich dazu, auf Anhieb sagen zu können, wie die Hauptstadt von Australien heißt oder wann der Erste Weltkrieg zu Ende ging. Lernen ist ja vor allem dazu da, die Gehirnleistung zu fördern und den grauen Zellen etwas zu futtern zu geben. Nur so kommt man doch dazu, logische Zusammenhänge zu erschließen und zu kombinieren. Gedichte werden doch auch noch immer aufgesagt, obwohl sie in unzähligen Büchern geschrieben stehen. Und außerdem: Früher gab es auch Lexika, in denen man (vielleicht nicht so schnell wie heute mit der Hilfe von Google, aber dennoch) alles Wissen der Menschheit vorfand, und trotzdem lernte man in der Schule auswendig.

Wobei ich Herrn Krause allerdings recht geben muss: In den Schulen der Zukunft – eigentlich schon in den heutigen – sollte es viel mehr Unterweisungen im Umgang mit dem Internet und dort vor allem mit sozialen Netzwerken geben. Diese haben ganz sicher ihren Nutzen, vor allem für die Menschen, die damit aufwachsen, aber zu viele Kinder und Jugendliche geben dort viel zu viel von sich preis, sind zu vertrauensselig und machen sich gegenüber verschiedenen Personen angreifbar. Da sind auch meiner Meinung nach nicht nur die Eltern, sondern auch die Lehrer gefordert.

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Eine Antwort to “Allgemeinbildung in der Schule?”

  1. ladidaladida 2. März 2012 um 09:01 #

    Ohne ein Gerüst, genannt Allgemeinbildung, bringt einer das ganze mobile Internet und der Brockhaus nichts, weil man sonst nicht einmal weiß, wo man anfangen sollst mit dem Suchen, davon abgesehen, ob man im Stande ist einzuschätzen, ob die Information, die man aus dem Internet kriegt, glaubwürdig ist.

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