Fünf Wohnungen

19 Feb

Diese Woche haben wir einen Wohnungsbesichtigungsmarathon mit fünf Terminen an drei Tagen hinter uns gebracht. Ich mag es ja, Wohnungen zu sehen (Stichwort: „Was es nicht alles gibt!“), aber leider war keine der Wohnungen mehr bewohnt – das ist dann noch ein wenig interessanter, zumindest aus soziologischer Sicht. Für den eigentlichen Sinn einer Besichtigung ist es selbstverständlich besser, wenn Löcher in der Wand nicht durch Möbel verdeckt werden. Alle Wohnungen waren übrigens im 3. Wiener Gemeindebezirk.

Am Mittwoch hatten wir zwei Besichtigungen innert einer Stunde. Die erste Wohnung war ein Altbau mit kaputten Türklinken, einem bald kaputten Kühlschrank und knarzenden Dielen. Es roch überall etwas muffig, und in eine Richtung blickte man auf einen „Lichthof“ (sprich: auf die gegenüberliegende Häuserfront). Die Wohnung war’s also nicht. Die zweite Wohnung am gleichen Tag hatte sich schon erledigt, als wir den Hausflur betraten, denn dort gab es keinen Aufzug. Die Wohnung selbst war sehr schön, riesige Räume, begehbarer Kleiderschrank, großes Bad, aber ein Lift muss wegen des Kinderwagens sein.

Am Donnerstag gab es wieder zwei Besichtigungen, diesmal zwei Neubauwohnungen. Die erste war perfekt: 3 Zimmer, Balkon, Abstellraum, Badewanne, coole Gegend. Die zweite war auch okay, hatte aber keinen Balkon und eine Kochnische im Wohnzimmer.

Am Freitag schließlich schauten wir uns noch eine – aufgepasst! – loftartige Architektenwohnung an. Und die war der Wahnsinn: Die Küche hatte ein in die Schiebetür integriertes Weinregal, im Flur bildete ein riesiges Schuhregal die Schiebetür zur Wohnung. Beide Zimmer hatten riesige Stauflächen, die dezent hinter Wänden versteckt waren, so dass man sie von den Zimmern aus nicht sehen konnte. Und das Bad war offen zum Schlafzimmer hin, mit einer Waschbettenarmatur auf einem Holztisch. Leider hätte der Spaß auch einiges gekostet, und zwei Zimmer sind uns zu wenig. Außerdem war die Gegend ziemlich schmutzig.

Ich denke, es wird offensichtlich erkennbar sein, für welche Wohnung wir uns letztlich entschieden haben.

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5 Antworten to “Fünf Wohnungen”

  1. ladidaladida 19. Februar 2012 um 10:58 #

    Kannst Du mal paar Worte dazu sagen, wieso Ihr gerade auf den 3. Wienerbezirk so scharf seit? Würd mich mal interessieren.

    • ladidaladida 19. Februar 2012 um 11:03 #

      Scheiß Ding, ich war mit meinem Kommentar noch nicht fertig, da fliegt er schon raus!

      Ich war nie in Wien und diese ganzen Bezirksnummern sagen mir wenig. Von dem, was ich so über Google gesehen habe, scheint der 3.Bezirk so was zu sein, wie Prenzlauer Berg, Friedrichshain oder Kreuzberg in Berlin, oder halt Neuhausen, Westend und Sendling in München, oder die Ostecke von Oslo:
      Altbauten, leicht alternativ, grün und bewohnt von jungen Eltern, die noch vor zehn Jahren mit Dreads und bunten Haaren die Welt retten wollten ^^.

      Oder hab´ ich gerade jemanden beleidigt?

      • Alex 19. Februar 2012 um 11:21 #

        Also, beleidigt hast du zumindest mich nicht, wir wohnen ja (noch) nicht dort. 🙂
        Das mit den Altbauten stimmt (aber das gilt für ganz Wien), auch wenn es uns sehr wichtig war, in einen Neubau zu ziehen. Grün stimmt definitiv (landschaftlich, nicht politisch, hier in Österreich haben die Grünen nicht viel zu sagen), und das ist eines der wichtigsten Kriterien für den 3. Bezirk. Wir mögen die eher ruhige Atmosphäre, den wenigen Tourismus da draußen, obwohl man dennoch richtig gut an die Innenstadt angebunden ist. Und – da sind wir wieder bei dem Punkt 🙂 – der ungarische Kindergarten ist im 3. Bezirk.

  2. ladidaladida 19. Februar 2012 um 12:34 #

    Ungarischer Kindergarten- ich bin absolut begeistert! Diese Möglichkeit gab es nicht, als ich klein war -_- Heut gibt es ja in Großstädten, außer den „traditionellen“ deutschen, russischen, französische und amerikanischen Kindergärten, noch türkische, polnische und ungarische. Es wäre schön gewesen, wenn es wenigstens eine polnische Spielgruppe für mich gegen hätte…

  3. Kim 19. Februar 2012 um 22:55 #

    Ich habe mir eine Wohnung angeschaut, die ich nicht bekommen habe, was dann zu unmotivierend war. Glücklicherweise wurde mir dann eine angeboten, die ich bereits einmal zu Gesicht bekommen habe, und habe dann zugeschlagen 🙂

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