[Buch] „South Bronx, Dropsie Avenue“ von Will Eisner

4 Feb

Will Eisner gilt als Erfinder der Graphic Novel, jener spezifischen Form von Comics, die mit Niveau und ohne den Ruch schneller und billiger Unterhaltung ganz große Geschichten erzählen. Ich mag die kleine Anekdote, dass zu Eisners Ehren alljährlich der Will Eisner Award an die besten Zeichner für die besten Alben vergeben werden – und dass der 2005 verstorbene Eisner den Preis, der nach ihm benannt ist, zu Lebzeiten selbst sechsmal gewann.

In „South Bronx, Dropsie Avenue“ erzählt Eisner die Geschichte des Viertels, in dem er aufgewachsen ist. Angefangen mit der niederländischen Familie Dropsie, deren Haus auf dem Grundstück abbrannte, auf dem später die Dropsie Avenue gebaut wird, über die Ankunft der ersten Einwanderer unterschiedlicher Nationalitäten und die Bestechungen beim Bau der Stationen der neuen Hochbahn bis hin zum steten Wandel vom Elends- zum Edelviertel und wieder zurück:  120 Jahre der US-Geschichte spielen sich im Kleinen innerhalb dieser paar Häuserblöcke ab. Eisner strukturiert die Geschichte äußerst virtuos: Er erzählt die Ereignisse um ein paar wichtige Figuren herum, die in der Geschichte altern und sich weiterentwickeln. Und dann lässt er wiederum einige Dutzend Jahre auf ein paar Bildern verstreichen. Auch die Bilder selbst sind mal detailreich, mal zweckdienlich minimalistisch.

Graphic Novels von Will Eisner sind eine unbedingte Empfehlung. Auch sein Album „Ein Vertrag mit Gott“, das ich vor einiger Zeit las und das vier Kurzgeschichten enthält, lohnt sich sehr.

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