[Buch] „Und die Luft war voller Asche“ von Herbert Bauernebel

22 Jan

Herbert Bauernebel ist ein…na ja, er selbst nennt sich wohl Journalist. In Deutschland dürfte er unbekannt sein, in Österreich ist er vor allem tätig als US-Korrespondent für die Zeitung ÖSTERREICH – vom Niveau her vergleichbar mit der BILD. Und für ÖSTERREICH schreibt er die News aus seiner Wahlheimat. Brandaktuell (oder, wie er es oft genug in den Nachrichten hört, „this just in“) schrieb er in der heutigen Sonntagsausgabe über die republikanischen Vorwahlen in South Carolina („Ergebnis stand zu Redaktionsschluss noch nicht fest“) und über die anstehende Scheidung von Heidi und Seal Henry Olusegun Olumide Adeola Samuel („Quelle: TMZ„). Wozu man für derlei Themen unbedingt in den USA sein muss, bleibt dahingestellt, aber für mich passt sich sein Stil seinem Arbeitgeber an. Aber genug der Medienkritik.

„Und die Luft war voller Asche“ ist sozusagen ein Bericht aus erster Hand über die Geschehnisse des 11. September 2001. Bauernebel lebte damals nur ein paar Blocks entfernt von den Twin Towers und schreibt im Buch von seinen Erlebnissen. Was ich sehr gut finde, ist der persönliche Bezug und der Einblick in seine Gefühlswelt. So erfährt man von seinen Sorgen, seine schwangere Frau in der Wohnung zurückzulassen, um sich beruflich einen Eindruck zu verschaffen, was passiert ist. Man ist live mit am Unglücksort, bekommt mit, wie sich die Überlebenden fühlen, die aus den angeschlagenen Häusern fliehen, und liegt mit unter einem Auto, als die riesige Staubwolke durch die Straßen fegt. Ein Buch ausschließlich in diesem Stil wäre perfekt gewesen.

Doch Bauernebel verliert sich zu oft in Fakten, die längst jeder kennt, in Verschwörungstheorien und deren Widerlegung. Und da merkt man dann, dass er es nur gewohnt ist, seine Texte in Artikelform zu bringen. Denn für ein ganzes Buch von fast 300 Seiten reicht sein Atem bei weitem nicht aus.

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2 Antworten to “[Buch] „Und die Luft war voller Asche“ von Herbert Bauernebel”

  1. Kim 24. Januar 2012 um 19:13 #

    Die Österreich-Zeitung in der Referenz zu haben, hätte mich vom Kauf nur abgehalten ^^‘

  2. Alex 24. Januar 2012 um 21:38 #

    Ich hätte auch nie Geld dafür ausgegeben, aber zum Glück hat die Bibliothek Wien eine gut sortierte Virtuelle Bücherei. 😉

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