[Buch] „Angerichtet“ von Herman Koch

10 Jan

Dieses Buch des niederländischenutoren Herman Koch hat die von mir hochverehrte Christine Westermann (hier ihre sehr gut gepflegte Homepage) bei „WDR 2 Bücher“ (eine Vielzahl der vorgestellten Bücher sowie der wöchentlich von mir gehörte Podcast sind hier zu finden) in den höchsten Tönen gelobt. Grund genug für mich, es zu lesen. Und das habe ich dann auch in den letzten drei Tagen getan.

Der Titel „Angerichtet“ ist doppeldeutig. Zum einen spielt er darauf an, dass ein Abend in einem Restaurant erzählt wird. Beteiligt an dem Treffen im Restaurant sind die beiden Brüder Paul (der Ich-Erzähler) und Serge und ihre jeweiligen Frauen Claire und Babette. Zum anderen findet das Treffen deswegen statt, weil die Söhne der beiden Paare etwas angerichtet haben. Nach dem Geplänkel um Filme und Nichtigkeiten zu Anfang erreicht das Treffen gegen Mitte des Buches seinen ersten Höhepunkt, als klar wird, was die Söhne getan haben. Und nach und nach wird aufgelöst, mit was für Leuten es der Leser überhaupt zu tun hat.

Ich halte den Inhalt bewusst so vage, wie es auch Christine Westermann getan hat, denn üppig ist die Handlung nicht gerade. Und wenn man dann bereits weiß, was die Jungs gemacht haben, geht ein gehöriges Stück Spannung verloren. Koch macht es überhaupt sehr klug mit der Spannung. Er lässt den Leser einerseits dem Geschehen im Restaurant folgen und verlässt die Szenerie an entscheidenden Stellen, um den Ich-Erzähler dann eine Episode aus der Vergangenheit berichten zu lassen. Und auch dort wird abgebrochen und der Leser über den Ausgang im Unklaren gelassen. Manche Enden sind zwar bei weitem nicht so spektakulär, wie man das vielleicht erwarten würde, aber überraschend sind sie allemal. Was mir ein wenig unklar war, war, dass einige Dinge nicht beim Namen genannt wurden. Städte, Krankenhäuser oder Schulen sind ja egal, zumal man als deutscher Leser mit den niederländischen Bezeichnungen wahrscheinlich ohnehin nicht viel anfangen kann. Aber zweimal werden Krankheiten genannt, bei denen es schon interessant gewesen wäre, zu wissen, um welche es sich handelt. Und dabei habe ich mich gefragt, wem der Ich-Erzähler die Geschichte wohl erzählt, dass er Informationen zurückhalten muss. Das wird leider nicht aufgeklärt. Insgesamt ist es ein ziemlich gutes Buch, von dem ich mir allerdings ein wenig mehr erwartet habe. Wie das eben so ist, wenn man eine uberschwängliche Empfehlung bekommt.

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2 Antworten to “[Buch] „Angerichtet“ von Herman Koch”

  1. Kim 11. Januar 2012 um 21:45 #

    Na ja, so ist es, wenn etwas hochgelobt ist :S
    Ich falle auch immer noch drauf rein :S
    Ich fand das Buch von „Anthony Bourdain“ sehr unterhaltsam – falls er dir was sagt 🙂

    • Alex 11. Januar 2012 um 22:11 #

      Nein, kenn ich leider nicht.
      Scheint aber ein paar Parallelen mit „Angerichtet“ zu haben, wenngleich Herman Koch kein Koch ist. 🙂

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