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[TV] Arrested Development

25 Mai

Da ich diese Woche mit einer fiesen Stirnnebenhöhlenentzündung flach lag, hatte ich sehr viel Zeit. Und um die totzuschlagen, habe ich “Arrested Development” geschaut, eine Serie, die ich schon vor ein paar Jahren angefangen habe und sehr gut fand.

Es geht um die Industriellenfamilie Bluth, deren Oberhaupt George in der ersten Folge wegen Veruntreuung ins Gefängnis wandert. Das Geschäft wird daraufhin von seinem Sohn Michael übernommen, der zudem darum bemüht ist, den Rest der Familie dazu zu bringen, sich Arbeit zu suchen. Sein älterer Bruder George Oscar Bluth, genannt Gob, versucht sich daran, als Magier Fuß zu fassen, Michaels Zwillingsschwester Lindsay ist vor allem mit sich selbst beschäftigt, und der jüngste Bruder Buster ist mit seinen 30 Jahren noch immer von seiner Mutter abhängig. Dazu kommen noch der latent homosexuelle Ehemann von Lindsay, Dr. Tobias Fünke, George Michael, der Sohn von Michael, der sich in seine Cousine Maeby verliebt hat, und die Mutter Lucille, die ihren Kindern als schlechtes Vorbild dient.

Es sind vor allem die verrückten Charaktere und deren Aktionen, die die Serie so sehenswert und unglaublich lustig machen. Was ich sehr erfrischend finde, ist auch der Stil, der pseudo-dokumentarisch gehalten ist und ohne Lacher im Hintergrund auskommt. Der Humor liegt zwischen hochintelligent und Holzhammer. Wie bei vielen anderen Serien sollte man auch diese – wenn möglich – im englischen Original anschauen.

Einige Schauspieler aus der Serie haben damit eine große Karriere gestartet, allen voran Jason Bateman und Michael Cera. Aber auch den großartigen Will Arnett und Portia de Rossi kennt man aus der Serie. Leider wurde “Arrested Development” wegen schlechter Quoten und trotz guter Kritiken und vieler Preise nach drei Staffeln und 53 Folgen abgesetzt. Es soll jedoch demnächst einen Kinofilm geben, der aber laut IMDB noch nicht konkret geworden ist.

Serien-Enden

23 Mai

Letzte Woche lief in den USA das Finale der vorletzten Staffel von “How I met your mother”. Das bedeutet, dass wir in ziemlich genau einem Jahr höchstwahrscheinlich endlich wissen, wer Teds Frau ist – auch wenn gerade diese Frage die am wenigsten spektakuläre ist, angesichts der Entwicklungen in der Gruppe.

Bei der Gelegenheit habe ich darüber nachgedacht, dass es eigentlich richtig schwierig ist, gut aus einer Serie herauszukommen. So aus erzählerischer Sicht. Bei “Friends” hat es recht gut geklappt, als das Appartement, in dem sich die Gruppe immer getroffen hat, am Ende aufgelöst wurde. Das Ende von “Will & Grace” war dagegen sehr unglücklich, weil sich die beiden nach jahrelanger bester Freundschaft ebenso lange nicht sehen und sich schließlich zufällig wieder treffen, weil ihre Kinder auf dem College Zimmernachbarn sind.

Und ganz schlimm war wohl “Alf”: Ich hab das Ende selbst nicht gesehen, aber Alf muss wohl zum Schluss vom FBI abgeholt worden sein. “Alf” habe ich damals ganz gerne geschaut, aber bis zum Ende hat mein Interesse dann doch nicht gehalten. Genauso war es bei “Lost”, “Scrubs” und “Akte X”. Da habe ich jeweils sehr viele Folgen gesehen, aber immer das Serien-Finale nicht mitbekommen.

Bei “How I met your mother” kann mir das nicht passieren, das ist bis heute interessant. Und ich bin schon sehr gespannt, wie (und ob überhaupt) sich am Ende alles plausibel zurechtbiegt.

[TV] “Black Mirror” Episode 1

8 Mai

Im Retinacast, einem empfehlenswerten Podcast über Serien, habe ich von “Black Mirror” gehört, einer bislang erst dreiteiligen britischen Serie, die die digitale Welt als groben Oberbau über seine voneinander unabhängigen Episoden hat. In der ersten Folge, “The National Anthem”, wird die fiktive Enkelin der britischen Königin entführt. Von ihrem Entführer wird sie dazu gezwungen, die einzige Bedingung für ihre Freilassung vor einer Videokamera zu nennen: Der Premierminister soll live im nationalen Fernsehen Sex mit einem Hausschwein haben. Das Video von der Prinzessin wird auf YouTube hochgeladen und verbreitet sich rasant. Anfangs berichten die Nachrichtensender nicht über die genannte Bedingung, nehmen die Information aber bald auf Druck der Bevölkerung in die Berichte über die Entführung der Prinzessin auf. Die britische Regierung versucht unter Zeitdruck, den Entführer zu finden, und als der Entführer einen menschlichen Finger in eine Fernsehredaktion schickt, schlägt die Stimmung der Bevölkerung um, die zunächst auf Seiten des Premierministers stand.

Aus mehreren Aspekten ist diese gerade einmal 45 Minuten lange Episode hochinteressant. Eine einzelne Regierungsperson wird dazu gezwungen, sich in aller Öffentlichkeit selbst zu demütigen, und wird zum Spielball der Machtausübung des Königshauses. Die Menschen des Landes haben durch soziale Online-Interaktion als Gruppe die Macht, Meinungen zu machen. Und am Ende geht es wirklich nur um diesen einen armen Mann, der blöderweise gerade dann das Amt des Premierministers ausübt. Auch wenn die Folge vorbei ist, beschäftigt man sich gedanklich noch sehr lange damit. Leider habe ich noch keine der beiden anderen Folgen von “Black Mirror” geschaut, aber die erste ist schon sehr vielversprechend.

“How I Met Your Mother” in der “richtigen” Welt

27 Feb

Neulich brachte ich meiner Frau unnützes Wissen näher, und zwar dieses: In amerikanischen Filmen und Serien haben die Telefonnummern, die geschrieben stehen oder genannt werden, in den allermeisten Fällen die Vorwahl 555. Das liegt daran, dass es diese Vorwahl nicht gibt und komische Leute nicht bei George Clooney oder Jennifer Aniston anzurufen versuchen. Ich kann mich nur an zwei Fälle erinnern, in denen das nicht so gemacht wurde. Der eine ist der Film “Bruce Almighty” mit Jim Carrey, in dem die Telefonnummer von Gott angegeben wird, auf der dann tatsächlich reichlich Leute anriefen. Blöderweise gehörte die Nummer einer existierenden Person, die sich verständlicherweise von Anrufen á la “Ist dort Gott?” genervt fühlte. Der zweite Fall – und damit komme ich endlich zum eigentlichen Thema – stammt aus “How I Met Your Mother”. Während des Super Bowl 2010 war ein Clip zu sehen, in dem Barney Stinson ein Schild hochhält, auf dem “seine” Telefonnummer steht. Wenn man dort anrief, hörte man eine von Barney-Darsteller Neil Patrick Harris gesprochene Nachricht, die man hier nachlesen kann. In der Serie selbst wurde die Nummer in eine 555-Nummer geändert.

Es ist schon auffällig, dass in “How I Met Your Mother” recht oft Internetadressen genannt werden. Das Lustige daran: Die Adressen existieren wirklich. Zum Beispiel ist Barneys Blog, von dem er vor allem am Anfang der Serie oft sprach, hier zu finden. In der Folge “The Bracket” stellt sich heraus, dass Barney sich bei einem One-Night-Stand als Ted Mosby ausgegeben hat und die Frau die Seite TedMosbyIsAJerk.com ins Netz gestellt hat. In der Folge “The Old King Clancy” spricht die Clique über kanadische Sex-Stellungen, und Barney macht auf die Seite canadiansexacts.org aufmerksam. Interessant ist vor allem die Seite TheSlapBetCountdown.com. Es gibt eine Slap Bet (ich weiß nicht, wie die in der deutschen Synchronisation heißt), die sich schon lange durch die Serie zieht und bei der Marshall Barney schlagen darf. Es gab schon slapcountdown.com, wo ein Countdown heruntergezählt wurde, und TheSlapBetCountdown.com zählt wohl *seufz* herunter bis zum Ende der Serie, was wahrscheinlich am Ende der nächsten Staffel sein wird.

Alle Adressen sind übrigens hier zu finden.

[TV] “Dracula lebt – Das Vermächtnis des Grafen”

7 Feb

Vor ein paar Jahren habe ich mal einen Vortrag des bekannten Kriminalbiologen Mark Benecke gehört. Es sollte eigentlich eine Lesung aus seinem damals aktuellen Buch sein, aber – wie es wohl bei solchen Veranstaltungen mit ihm üblich ist – er referierte frei und von einer Computerpräsentation unterstützt über Themen aus dem Buch. Das hat mir sehr gut gefallen, und seitdem verfolge ich seine Arbeit mit Interesse. Ein Teil seiner Lesung damals hat mich besonders fasziniert: die wissenschaftliche Erklärung von Vampirzeichen.

Ich interessiere mich sehr für Vampire und zähle “Dracula” zu meinen Lieblingsbüchern. Neulich suchte ich ein wenig im Internet und stolperte dabei über eine Dokumentation, die im letzten Jahr im ZDF lief. Sie heißt “Dracula lebt – Das Vermächtnis des Grafen”, und Mark Benecke ist einer der Experten, die im Film zu Wort kommen. Der etwas mehr als 30 Minuten lange Film verschränkt drei Themengebiete miteinander: Er erzählt die Lebensgeschichte von Bram Stoker und die Entstehung seines Romans “Dracula”, er beleuchtet die noch immer anhaltende Faszination für das Thema Vampire aus psychologischer Sicht, und er geht den wahren Hintergründen für Vampirmythen auf den Grund. Dieser letzte Teil deckt sich ziemlich mit dem Vortrag von Mark Benecke, den ich damals hörte.

Es geht um den (vor allem im slawischen Raum verbreiteten) Volksglauben, nach dem Tote aus dem Grab steigen und ihre Verwandten heimsuchen. Diese wissen sich dann nicht anders zu helfen, als den Sarg zu öffnen und den (Un-)Toten mit einem Holzpflock durchs Herz am Boden zu fixieren und so am Umherwandeln zu hindern. Dass dabei die Leiche noch lebendig aussieht, ihre Haare und Fingernägel scheinbar weiter gewachsen sind und sie Blut im Mundwinkel hat, erhält den Mythos aufrecht, hat aber wissenschaftliche Erklärungen. Dennoch wird der Brauch zum Beispiel in Teilen Rumäniens noch immer aktiv betrieben, was der Film auch zeigt.

Die Dokumentation ist sehr empfehlenswert, vor allem für alle die, die Vampire nicht von den “Twilight”-Büchern (oder noch schlimmer: -Filmen) kennen und die gerne mehr über den Mythos erfahren wollen. Dank YouTube kann man die Doku hier jederzeit schauen (in vier Teilen, leider mit nicht so guten Anschlüssen):


 

 

 

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