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[Buch] “Schuldig” von Jodi Picoult

7 Mai

Einer ehemaligen Arbeitskollegin habe ich mal Jodi Picoult mit folgenden Worten empfohlen: “Sie schreibt gut und packt heiße Eisen an.” Ich hatte damals nur ein Buch von ihr gelesen, nämlich “Mein Leben meiner Schwester”, und das hatte mir sehr gut gefallen. Auch in “Schuldig” wird eine komplizierte Thematik aufgegriffen. Die 14-jährige Trixie wird von ihrem Freund Jason verlassen und will ihn unbedingt wiederhaben. Sie geht aufreizend gekleidet auf eine Party, auf der viel Alkohol getrunken und Sexspiele veranstaltet werden und auf der auch Jason anwesend ist. Am Ende sind noch er, sie und zwei Freunde da und spielen Strip-Poker. Trixie ist peinlich berührt, als sie sich ausziehen muss, und flieht auf die Toilette. Dorthin folgt ihr ihr Ex-Freund, tröstet und küsst sie. Sie lässt es geschehen. Am nächsten Morgen sitzt sie im Badezimmer ihres Elternhauses und behauptet unter Tränen, dass Jason sie vergewaltigt hat. Ihr Vater Daniel, ein Comiczeichner glaubt ihr natürlich, aber an der Schule und in der Stadt halten alle zu Jason, dem besten Spieler der Eishockey-Schulmannschaft, der eine so große Zukunft vor sich hat. Noch dazu ist Trixie psychisch labil und verstrickt sich immer mehr in Lügen.

Der Anfang des Buches ist durchaus sehr interessant gestaltet. Da ist Trixie und die Frage, ob wirklich eine Vergewaltigung stattfand oder nicht, und dann ist da Laura, ihre Mutter, die ihren Mann Daniel betrügt, und die Frage, ob Daniel ihr vergeben kann, als sie es ihm sagt. Doch dann wird meiner Meínung nach der Bogen zu weit überspannt. Es passiert zu viel und dann irgendwie wieder gar nichts. Es wird eine Reise in die Vergangenheit von Daniel, es kommt zu einem Mordfall, und alles wird vermischt und sehr seicht abgehandelt. Was ich allerdings mochte, waren die Kapitelanfänge, die jeweils aus einem Comic bestanden, an dem Daniel gerade arbeitete. Trotzdem kann ich dieses Buch leider absolut nicht empfehlen.

[Buch] “34 Meter über dem Meer” von Annika Reich

17 Mar

Die angehende Radioredakteurin Ella findet an einer Ampel einen Zettel: “Tausche Wohnung! Älterer Herr möchte seine 6-Zimmer-Wohnung gegen eine 2/3-Zimmer-Wohnung tauschen.” Ella ruft die angegebene Telefonnummer an und steht wenig später in der Wohnung des Tauschwilligen: Horowitz, ein älterer Meeresforscher, der kurz vor dem Abschluss seines Lebenswerks steht und dafür einen Tapetenwechsel braucht. Ella willigt in den Tausch ein. Die Perspektive der Geschichte wechselt zwischen Ella und Horowitz. Ella nähert sich ihrem neuen Freund Paul an, Horowitz lernt Ellas Mutter kennen.

Ich merke beim Rezensieren, dass es recht schwer ist, den Inhalt von “34 Meter über dem Meer” zusammenzufassen. Es passiert einfach nicht allzu viel, und man will ja nicht die wenigen überraschenden Wendungen vorwegnehmen. Doch trotz der dünnen Handlung lohnt es sich, das Buch zu lesen, weil die Charaktere sehr sympathisch sind, die Autorin sehr viel Fantasie hat und die Idee mit dem Wohnungstausch bei weitem nicht die einzige bleibt. Ganz besonders originell fand ich im Anhang die beiden Listen, welche Bücher Ella und Horowitz in ihren Regalen stehen haben.

Büchertrailer

11 Mar

An mir ging der Trend bislang geflissentlich vorbei, aber neulich bin ich bei Sarah Kuttners Buch “Wachstumsschmerz” darauf gestoßen: Es gibt tatsächlich Trailer zu Büchern. Meine erste Reaktion (bei der ich bis heute bleibe): Wie albern! Im “Wachstumsschmerz”-Trailer ist eine junge Frau zu sehen, die sich fragt, ob sie erwachsen ist oder nur so tut. Sie und ihr Partner treffen sich mit einem anderen Paar und trinken Bier aus Kaffeetassen und Pizza aus Suppentellern. Das fasst zwar grob das Konzept des Buchs zusammen, aber braucht man wirklich auch noch einen visualisierten Rückklappentext? Es gibt zwar auch ganz nette Trailer (wie diesen hier), aber nochmal: Was bringt’s?

“Before Watchmen”

9 Mar

Aus der Kategorie “Alex erfährt’s als Letzter”: Bereits vor über einem Monat kündigte der Comicbuch-Verlag DC neue Alben aus dem “Watchmen”-Universum an. Es geht nicht um Fortsetzungen, sondern um die Vorgeschichte einzelner Charaktere aus Alan Moores großartiger Graphic Novel von 1986/87 – daher der Name “Before Watchmen”. Eigene Alben werden Rorschach, Comedian, Silk Spectre, Night Owl, Ozymandias, Dr. Manhattan und die Minutemen bekommen. Auch der Crimson Corsar (die Geschichte in der Geschichte in “Watchmen”) bekommt eine eigene Album-Reihe. Am Ende kommt noch ein Epilogue. Verschiedene Autoren und Zeichner kümmern sich um die Adaptionen, die ab Sommer 2012 erscheinen werden. Die Cover der Alben kann man hier auf dem offiziellen Blog von DC schon anschauen.

Die Natur von Buchempfehlungen

7 Mar

Letzte Woche plauderte ich mit einer Kollegin über lesenswerte Bücher. Da ich gerade “Ewig dein” von Daniel Glattauer las, empfahl ich ihr dieses. Als sie dann von der Mittagspause zurückkam, zeigte sie mir genau dieses Buch, das sie gerade gekauft hat.

Ich finde Buchempfehlungen immer recht schwierig, weil ich normalerweise nicht weiß, was für eine Art Bücher mein Gegenüber mag. Für meinen Bruder stelle ich regelmäßig eine Leseliste von vier Büchern zusammen und lag zumindest mit zweien schon ganz genau richtig (bei “So finster die Nacht” von John Ajvide Lindqvist und “Die Einsamkeit der Primzahlen von Paolo Giordano). Was mein Bruder mag, weiß ich so einigermaßen, aber sonst empfehle ich meist das letzte gute Buch, das ich gelesen habe. Ich hoffe dann nur immer, dass es auch bei meinem Gegenüber gut ankommt. Schließlich hat er/sie wegen mir Geld ausgegeben – und im schlimmsten Fall umsonst.

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